
„Ohne Strom völlig geliefert“: Studie entlarvt Deutschlands Achillesferse

Eine internationale Übersichtsstudie hat untersucht, welche Länder eine globale Katastrophe am ehesten überstehen würden – und Deutschland kommt dabei schlecht weg. Die Arbeit mit dem Titel „No Place to Hide?“ erschien im Fachjournal Global Challenges. Ihr Hauptautor, der Forscher Florian Ulrich Jehn, zählt die Bundesrepublik ausdrücklich nicht zu den widerstandsfähigen Staaten.
3.200 Studien, ein ernüchterndes Ergebnis
Die Forscher durchforsteten zunächst rund 3.200 wissenschaftliche Veröffentlichungen. Nach mehreren Filterstufen blieben 75 Arbeiten übrig, ergänzt um 77 von Fachleuten nachgereichte Dokumente – am Ende ein Kernbestand von 152 Quellen mit über 200 Referenzen.
Untersucht wurden Atomkrieg, Pandemien, Asteroideneinschläge, Vulkanausbrüche, Cyberangriffe, elektromagnetische Impulse und geomagnetische Stürme. Die Autoren bündeln diese Gefahren in drei Gruppen: drastische Verdunkelung der Sonne, biologische Großrisiken und der Zusammenbruch technischer Infrastruktur.
Gerade die dritte Kategorie ist Deutschlands wunder Punkt. Denn je komplexer eine Volkswirtschaft, desto härter trifft sie der Ausfall.
Wenn die Stärke zur Falle wird
Im Alltag ist das deutsche Stromnetz eines der zuverlässigsten Europas. Doch die Studie fragt nicht, wie selten der Strom ausfällt – sondern wie lange zentrale Systeme ohne Nachschub von außen durchhalten.
Und hier greifen Stromnetz, Telekommunikation, Wasserversorgung, Industrie und Logistik so eng ineinander, dass der Ausfall eines Rädchens eine Kettenreaktion auslösen kann. Laut der Untersuchung könnten Regionen mit alter, manuell steuerbarer Technik im Ernstfall sogar besser dastehen als hochdigitalisierte Netze – die Ukraine wird als Beispiel genannt. Jehn wird deutlich:
Deutschland ist jedenfalls keines der resilienteren Länder. Ohne Strom ist es völlig geliefert.
Vier Faktoren entscheiden – Deutschland fehlen drei
Immer wieder tauchen in der Literatur dieselben Vorteile auf: geografische Isolation, hohe Selbstversorgung, funktionsfähige Institutionen und dezentrale Strukturen. Australien vereint davon besonders viele und gilt den Autoren zufolge als plausibel widerstandsfähigster Ort der Erde; Australien, Neuseeland und Japan seien die einzigen Länder mit Belegen in allen drei Risikokategorien.
Deutschland hat stabile Institutionen und eine leistungsfähige Landwirtschaft – aber weder Insellage noch Autarkie bei Energie, Rohstoffen und Vorprodukten. Eine simple Rangliste lehnen die Forscher dennoch ab. Ihr nüchternes Fazit: Einen vollständigen Zufluchtsort gebe es nirgendwo.
Milliarden ja – aber die Abhängigkeit bleibt
Die Bundesregierung investiert inzwischen Milliarden in Notstrom, Trinkwassersicherung und Bevölkerungsschutz. Das ist überfällig. Aus Sicht unserer Redaktion bleibt aber die unbequeme Frage, warum jahrzehntelang eine Infrastruktur gefeiert wurde, deren Verwundbarkeit man sehenden Auges in Kauf nahm – von Kernkraftausstieg über Gas-Abhängigkeit bis zur Auslagerung ganzer Lieferketten.
Der europäische Stromausfall auf der iberischen Halbinsel im April 2025 hat gezeigt, wie schnell Zahlungsverkehr, Mobilfunk und Verkehr kollabieren, wenn die Spannung wegbricht. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt Bürgern seit Jahren einen Vorrat für rund zehn Tage – Wasser, Lebensmittel, Bargeld, Medikamente.
Was in solchen Momenten zählt, ist das, was physisch greifbar ist und keine Serverfarm braucht. Wer Vermögen krisenfest aufstellen will, kennt diesen Grundsatz: Werte, die ohne Strom, ohne Gegenpartei und ohne Datenleitung funktionieren – physisches Gold und Silber gehören traditionell dazu.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.
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