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09.01.2026
17:27 Uhr

Nvidia und Autozulieferer setzen auf KI-Partnerschaften: Neuer Anlauf für das autonome Fahren

Nvidia und Autozulieferer setzen auf KI-Partnerschaften: Neuer Anlauf für das autonome Fahren

Die Geschichte der selbstfahrenden Autos gleicht einem Friedhof gescheiterter Träume und verbrannter Milliarden. Doch nun wagen Technologiekonzerne, Chiphersteller und einige mutige Automobilhersteller einen neuen Vorstoß – diesmal mit künstlicher Intelligenz als Trumpfkarte und einem dichten Netz strategischer Partnerschaften im Gepäck.

Milliardengräber und geplatzte Versprechen

Wer erinnert sich nicht an die vollmundigen Ankündigungen vergangener Jahre? Tesla-Chef Elon Musk versprach 2019, dass bereits ein Jahr später eine Million selbstfahrender Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sein würden. Die Realität sieht anders aus: Erst sechs Jahre nach dieser kühnen Prophezeiung startete Tesla einen bescheidenen Robotaxi-Testbetrieb. Die Automobilindustrie musste schmerzlich lernen, dass Fahrzeuge mit Milliarden potenzieller unerwarteter Situationen konfrontiert werden – sogenannten "Edge Cases" – die selbstfahrende Systeme mühelos in die Irre führen können.

Ein klassisches Beispiel verdeutlicht das Dilemma: Rollt ein Ball auf die Straße, bremst ein menschlicher Fahrer instinktiv ab, weil ein Kind folgen könnte. Ein autonomes Fahrzeug reagiert hingegen erst, wenn es das Kind tatsächlich erkennt. Diese fundamentale Schwäche kostete nicht nur Geld, sondern auch Menschenleben – wie der tragische Vorfall bei General Motors' Cruise-Einheit zeigte, bei dem ein Fußgänger erfasst und sechs Meter mitgeschleift wurde.

Neue Allianzen auf der CES in Las Vegas

Auf der diesjährigen CES-Messe in Las Vegas präsentierte sich die Branche dennoch optimistisch. Amazon Web Services und der deutsche Zulieferer Aumovio verkündeten eine Kooperation zur kommerziellen Einführung selbstfahrender Fahrzeuge. Der autonome Lkw-Spezialist Kodiak AI und Bosch wollen gemeinsam die Fertigung von Hardware und Sensoren für autonome Lastwagen hochfahren.

Der eigentliche Star der Veranstaltung war jedoch Nvidia mit seiner neuen Plattform, die in einer Robotaxi-Allianz von Lucid Group, Nuro und Uber zum Einsatz kommen soll. Mercedes-Benz kündigte an, noch in diesem Jahr ein fortschrittliches Fahrerassistenzsystem in den USA einzuführen, das auf Nvidia-Chips basiert und autonomes Fahren auf Stadtstraßen unter Fahreraufsicht ermöglicht.

KI als Kostenbremse und Entwicklungsbeschleuniger

Die treibende Kraft hinter dem neuen Optimismus ist die künstliche Intelligenz – nicht nur als Technologie für die Fahrzeuge selbst, sondern auch als Entwicklungswerkzeug. Ozgur Tohumcu, Geschäftsführer für Automobil und Fertigung bei Amazon Web Services, bezeichnete KI und generative KI als "großen Beschleuniger" für die Branche, da sie Entwicklung und Validierung mit deutlich weniger Ressourcen ermöglichen würden.

"Es gibt einige grundlegende Technologiebausteine, die uns das Gefühl geben, dass wir am Ziel sind"

So äußerte sich Ali Kani, Leiter des Automobilteams bei Nvidia, über die jüngsten Fortschritte bei der Behebung zentraler Schwächen der Selbstfahrtechnologie.

China setzt westliche Hersteller unter Druck

Während westliche Automobilhersteller noch zögern, prescht China mit beeindruckender Geschwindigkeit voran. Die chinesische Regierung genehmigte erst kürzlich zwei Fahrzeuge mit Level-3-Autonomiefähigkeiten, die freihändiges Fahren erlauben. Die Automobilindustrie definiert fünf Stufen des autonomen Fahrens – von der Geschwindigkeitsregelung auf Level 1 bis zum vollständig selbstfahrenden Fahrzeug ohne menschliche Aufsicht auf Level 5.

In China, den USA, Europa und dem Nahen Osten wurden zuletzt zahlreiche kleine Robotaxi-Einsätze angekündigt. Doch Jeremy McClain von Aumovio warnte, dass die Ausweitung der Einsatzgebiete mehr Daten, Fahrzeugflotten und Logistik erfordere – "was kostspielig und teuer ist".

Nüchterne Stimmen mahnen zur Vorsicht

Nicht alle teilen den Enthusiasmus. Jochen Hanebeck, Vorstandsvorsitzender des deutschen Chipherstellers Infineon, warnte vor "Marktfantasien", wonach vollständig selbstfahrende Autos innerhalb weniger Jahre alltäglich werden könnten. Statt frische Investitionen in vollautonomes Fahren zu riskieren, wollten die großen Automobilhersteller lieber umsatzgenerierende Fahrerassistenztechnologie der Stufe 2, die bereits verfügbar sei, aber ständige Aufmerksamkeit des Fahrers erfordere.

"Ich sehe wirklich keinen Tsunami in Richtung Level 5", stellte Hanebeck nüchtern fest.

Nvidia als Sammelpunkt für Tesla-Konkurrenten

Analysten von Morgan Stanley merkten an, dass Nvidias neue Alpamayo-Plattform für autonomes Fahren den etablierten Autoherstellern zwar einen Vorteil verschaffen und ihnen helfen könnte, Tesla unter Druck zu setzen – der Elektroautobauer sei jedoch Jahre voraus. Dennoch sehen viele in der Branche Nvidia mit seiner Open-Source-Plattform als praktischen Sammelpunkt für Tesla-Konkurrenten.

Russell Ong, ehemaliger Produktleiter beim Selbstfahrzeughersteller Zoox, zog einen interessanten Vergleich: "In gewisser Weise könnte man fast sehen, wie sich Apple und Android hier abspielen" – in Anspielung auf Teslas proprietäres System gegenüber Nvidias Entscheidung, Alpamayo als Open-Source-Modell freizugeben.

Fazit: Zwischen Hoffnung und Ernüchterung

Die Selbstfahrbranche bleibt ein Hochrisikofeld, in dem bereits Giganten wie Ford und General Motors ihre milliardenschweren Ambitionen begraben mussten. Ob die neuen KI-gestützten Partnerschaften den Durchbruch bringen oder nur ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte teurer Fehlschläge darstellen, wird sich zeigen. Eines ist jedoch sicher: In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und technologischer Umbrüche suchen kluge Anleger nach bewährten Werten zur Vermögenssicherung.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Technologieaktien oder andere Kapitalanlagen sind mit erheblichen Risiken verbunden. Jeder Anleger ist selbst für seine Anlageentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Investition eigene Recherchen durchführen sowie gegebenenfalls einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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