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Kettner Edelmetalle
07.09.2026
05:24 Uhr
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Notenbanken kaufen weiter Gold – und Venezuela will sein Metall zurück

Notenbanken kaufen weiter Gold – und Venezuela will sein Metall zurück
Symbolbild: KI-generiert

Die Zentralbanken der Welt bleiben auf Einkaufstour: Im Juli 2026 kauften sie unter dem Strich 23 Tonnen Gold. Das geht aus der jüngsten Auswertung des World Gold Council hervor, die Anfang September veröffentlicht wurde. Angeführt wird die Liste von China und Polen – zwei Ländern, die man in Berlin selten als Vorbild nennt.

Polen sammelt, China kauft im 21. Monat in Folge

Die polnische Nationalbank legte im Juli 8 Tonnen nach und führt die Jahresrangliste mit 90 Tonnen an. Warschau hält damit rund 640 Tonnen – das erklärte Ziel liegt bei 700 Tonnen, immerhin 28 Prozent der gesamten Währungsreserven.

Chinas Notenbank meldete 20 Tonnen und damit den 21. Kaufmonat in Serie. Seit Mai 2026 kauft Peking wieder zweistellig. Offiziell liegen die chinesischen Bestände bei rund 2.366 Tonnen – lediglich 8 Prozent der Reserven, weltweit Rang sechs.

Auch kleinere Häuser mischen mit: Die tschechische Notenbank kaufte im 41. Monat in Folge, dazu meldeten Kasachstan, Malaysia und Bolivien je eine Tonne. Kasachstan hält inzwischen 75 Prozent seiner Reserven in Gold, Usbekistan sogar 87 Prozent.

Verkäufer? Vor allem Russland und die Türkei

Auf der Gegenseite steht Moskau: 6 Tonnen im Juli, 50 Tonnen seit Jahresbeginn, Restbestand rund 2.277 Tonnen. Beobachter sehen darin weniger einen Vertrauensverlust ins Metall als schlicht Devisenbedarf einer sanktionierten Kriegswirtschaft. Die Türkei trennte sich seit Januar von 85 Tonnen.

Unterm Strich kommen die gemeldeten Käufe 2026 bislang auf rund 130 Tonnen – nach etwa 160 Tonnen im Vorjahreszeitraum. Etwas weniger also, aber weiterhin klar im Plus. Bemerkenswert: Selbst der usbekische Notenbankchef, der laut dem Bericht offen über Verkäufe zu „günstigen Preisen" nachdenkt, wird mit dem Satz zitiert, Gold habe sich bislang als beste Anlage erwiesen.

Südkorea steigt wieder ein – nach 13 Jahren

Die Bank of Korea hat erstmals seit 13 Jahren wieder eine Goldquote beschlossen: rund 250 Millionen US-Dollar, etwa 2 Tonnen, zunächst über Gold-ETFs. Zusätzlich wolle man im Inland raffiniertes Gold kaufen – als Absicherung gegen Inflation und geopolitische Risiken, wie es heißt.

Noch aufschlussreicher ist ein anderer Vorgang: Venezuela verlangt Berichten zufolge Gold im Wert von rund 4 Milliarden Dollar von der Bank of England zurück, um nach dem Erdbeben 2026 Infrastruktur wieder aufzubauen. Seit 2018 blockiert London den Zugriff, weil es die dortige Regierung nicht anerkennt.

Die eigentliche Lehre: Gold gehört dorthin, wo man es kontrolliert

Genau dieser Fall erklärt, warum laut der Zentralbankumfrage des World Gold Council immer mehr Notenbanken ihre Lagerorte diversifizieren oder Bestände heimholen wollen. Gold im Ausland ist nur so sicher wie die politische Beziehung zum Lagerland.

Für Deutschland ist das keine akademische Frage. Die Bundesbank hält mit rund 3.350 Tonnen den zweitgrößten Bestand der Welt, ein erheblicher Teil davon liegt in New York und London. Im März 2026 befasste sich der Bundestag Berichten zufolge mit einem Antrag zur Rückholung des Staatsgoldes. Kritiker fragen zu Recht: Warum vertraut man in Berlin lieber auf Verträge als auf Tresore im eigenen Land?

Was Notenbanken vormachen, gilt im Kleinen auch für private Vermögen: Physische Edelmetalle, in eigenem Zugriff verwahrt, können eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sein – als Versicherung, nicht als Wette.

Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Information und keine Anlageberatung. Er stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Jeder Anleger sollte eigenständig recherchieren, seine persönliche Situation prüfen und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.

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