
Nahost-Eskalation torpediert Ukraine-Friedensgespräche – Europa droht neue Flüchtlingswelle
Während die Welt gebannt auf die Feuerschläge im Nahen Osten blickt, rückt ein anderer Krieg in den Hintergrund – und mit ihm die Hoffnung auf Frieden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat eingeräumt, dass die geplanten trilateralen Friedensgespräche mit Russland unter US-Vermittlung vorerst auf Eis liegen. Der Grund: Washington hat derzeit andere Prioritäten.
Selenskyj wartet vergeblich auf Signale aus Washington
Eigentlich hatte Kiew fest mit einer neuen Verhandlungsrunde Anfang März gerechnet. Nach den Gesprächen in Abu Dhabi und Genf schien Bewegung in die festgefahrene Diplomatie gekommen zu sein. Doch nun herrscht Funkstille. „Aufgrund der Situation mit dem Iran sind die notwendigen Signale für ein trilaterales Treffen bislang noch nicht gekommen", erklärte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Die diplomatische Arbeit solle wieder aufgenommen werden, sobald „die Sicherheitslage und der allgemeine politische Kontext es erlauben".
Man muss kein Geopolitik-Experte sein, um zu erkennen, was hier passiert: Die Ukraine wird zum Kollateralschaden einer eskalierenden Konfrontation zwischen den USA, Israel und dem Iran. Präsident Trump, der gemeinsam mit Israel am vergangenen Samstag iranische Ziele angegriffen hat, kann schlecht gleichzeitig als Vermittler im Ukraine-Konflikt auftreten und im Nahen Osten Bomben werfen lassen. Die Kapazitäten der amerikanischen Außenpolitik sind offenkundig begrenzt – auch wenn Trump seinen bisherigen Kriegsverlauf mit „15 von 10 Punkten" bewertet.
Moskau gibt sich enttäuscht – aber pragmatisch
Bemerkenswert ist die Reaktion des Kremls. Trotz der erklärten „Enttäuschung" über den US-Angriff auf den mit Russland befreundeten Iran wolle man weiterhin auf Washingtons Vermittlung setzen. Das klingt nach diplomatischer Routine, dürfte aber handfeste Gründe haben. Moskau weiß genau, dass ohne amerikanischen Druck kein Friedensabkommen zustande kommen wird – und Putin hat durchaus ein Interesse daran, den Krieg unter für ihn günstigen Bedingungen zu beenden. Die symbolische Übergabe zweier Kriegsgefangener an Ungarns Außenminister zeigt: Der Kreml will sich als verhandlungsbereit inszenieren.
Ukraine bietet Drohnen-Expertise an – zu einem Preis
Selenskyj nutzt die Krise derweil geschickt für seine eigene Agenda. Angesichts der massiven iranischen Drohnenangriffe auf Staaten der Golfregion bietet Kiew seine hart erkämpfte Expertise bei der Abwehr von Shahed-Drohnen an. „Unsere Partner wenden sich an uns, um Hilfe beim Schutz vor Shaheds zu erhalten", erklärte der ukrainische Präsident. Selbst aus Washington seien entsprechende Anfragen eingegangen. Die Botschaft ist klar: Wer unsere Hilfe will, muss auch uns helfen, den Krieg zu beenden.
Ein cleverer Schachzug. Denn die Ukraine verfügt nach Jahren des Abwehrkampfes gegen russische und iranische Drohnen über ein Wissen, das plötzlich Gold wert ist. Selenskyj stellte allerdings unmissverständlich klar, dass diese Unterstützung nur geleistet werden könne, wenn die eigene Verteidigung nicht darunter leide.
Deutschland muss sich auf neue Belastungen einstellen
Für Deutschland und Europa zeichnet sich unterdessen ein düsteres Szenario ab. Die Vereinten Nationen warnen bereits vor einer möglichen Flüchtlingswelle aus dem Iran, sollte der Konflikt weiter eskalieren. Europa – und insbesondere Deutschland – solle sich vorbereiten, heißt es. Als ob dieses Land nicht bereits an der Belastungsgrenze operieren würde.
Die neue Große Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz steht damit vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits muss sie die Unterstützung der Ukraine aufrechterhalten, andererseits droht eine weitere Migrationskrise, die das ohnehin strapazierte Sozialsystem endgültig an seine Grenzen bringen könnte. Dass Dobrindt zur aktuellen Bedrohungslage lapidar erklärt, es gebe „keinen zusätzlichen Grund, besorgt zu sein", wirkt angesichts dieser Gemengelage geradezu zynisch.
Die geopolitische Lage ist so unberechenbar wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Zwei Kriege, die sich gegenseitig befeuern. Eine amerikanische Supermacht, die an mehreren Fronten gleichzeitig agiert. Und ein Europa, das einmal mehr nur reagiert, statt zu agieren. In solchen Zeiten zeigt sich, wie fragil die vermeintliche Stabilität unserer Weltordnung tatsächlich ist – und wie wichtig es wäre, dass Deutschland endlich eine Außen- und Sicherheitspolitik betreibt, die diesen Namen auch verdient.
In Zeiten geopolitischer Unsicherheit und wachsender Instabilität suchen immer mehr Anleger nach sicheren Häfen für ihr Vermögen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertanker in Krisenzeiten bewährt. Wer sein Portfolio breit aufstellen und gegen die Unwägbarkeiten einer zunehmend chaotischen Weltlage absichern möchte, sollte eine Beimischung physischer Edelmetalle ernsthaft in Betracht ziehen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für Verluste, die aus Anlageentscheidungen resultieren, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden, übernehmen wir keinerlei Haftung.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











