
Nächste Pleite im deutschen Einzelhandel: Hammer-Fachmärkte schlittern erneut in die Insolvenz

Kaum vier Monate nach der vermeintlichen Rettung durch ein Investorenkonsortium steht die Fachmarktkette Hammer wieder vor dem wirtschaftlichen Abgrund. Die Hammer Raumstylisten GmbH hat beim Amtsgericht Bielefeld einen Insolvenzantrag eingereicht – ein weiterer Tiefschlag für den ohnehin gebeutelten deutschen Einzelhandel und ein Symptom für die desaströse Wirtschaftslage in diesem Land.
Technische Probleme als Sargnagel
Die offizielle Begründung für das erneute Scheitern klingt fast schon zynisch: Anlaufverzögerungen in der Warenversorgung nach der Neugründung im Oktober 2025 hätten zu massiven Umsatzausfällen geführt. Technische Probleme seien der Hauptgrund gewesen. Man fragt sich unweigerlich, wie ein Unternehmen, das gerade erst aus den Trümmern einer Insolvenz hervorgegangen ist, derart unvorbereitet in den Neustart gehen konnte.
Rund 1.200 Beschäftigte an 93 Standorten bundesweit bangen nun erneut um ihre Arbeitsplätze. Geschäftsführer Rainer Schrems versucht zu beschwichtigen und betont, dass durch die Insolvenz die Löhne über das Insolvenzgeld gesichert seien. Ein schwacher Trost für Menschen, die bereits im vergangenen Jahr miterleben mussten, wie rund 70 Filialen geschlossen wurden und zahlreiche Kollegen ihre Arbeit verloren.
Eine Branche im freien Fall
Der Fall Hammer ist dabei kein Einzelschicksal, sondern symptomatisch für den dramatischen Niedergang des deutschen Einzelhandels. Die Zahl der Insolvenzen großer Unternehmen in Deutschland nähert sich einem historischen Negativrekord. Während die Politik sich mit ideologischen Projekten beschäftigt und die Bürger mit immer neuen Belastungen überzieht, sterben traditionsreiche Handelsketten reihenweise.
„Durch die Insolvenz sichern wir die Löhne über das Insolvenzgeld und schaffen einen stabilen Rahmen für die Fortführung."
Diese Worte des Geschäftsführers mögen beruhigend klingen, doch die Realität sieht anders aus. Der vorläufige Insolvenzverwalter Stefan Mayer von der Kanzlei Pluta steht vor einer gewaltigen Aufgabe. Die Frage, ob eine nachhaltige Stabilisierung tatsächlich gelingen kann, bleibt offen.
Die Vorgeschichte: Ein Desaster mit Ansage
Die Hammer-Fachmärkte waren erst im Herbst 2025 im Rahmen eines sogenannten Asset-Deals von einem Investorenkonsortium übernommen worden. Zuvor hatte der ehemalige Mutterkonzern, die Brüder Schlau Gruppe, im Juni 2025 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt und wurde anschließend abgewickelt. Die Großhandelssparte Schlau wurde vollständig aufgegeben.
Dass nun auch der vermeintliche Neuanfang bereits nach wenigen Monaten scheitert, wirft ein bezeichnendes Licht auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland. Explodierende Energiekosten, eine erdrückende Bürokratie und eine Konsumzurückhaltung der Bürger – die Folgen einer verfehlten Wirtschaftspolitik zeigen sich immer deutlicher.
Alle Standorte bleiben vorerst geöffnet
Immerhin: Der Geschäftsbetrieb soll uneingeschränkt fortgeführt werden, alle Standorte bleiben geöffnet. Doch wie lange noch? Die Geschichte lehrt uns, dass solche Versprechen in Insolvenzverfahren oft nicht mehr wert sind als das Papier, auf dem sie stehen. Die 1.200 Mitarbeiter und ihre Familien werden die kommenden Wochen und Monate mit bangem Blick verfolgen.

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