
Münchens SPD-Oberbürgermeister stolpert über ungenehmigtes FC-Bayern-Gehalt
Es ist eine Geschichte, die so typisch für den politischen Betrieb in Deutschland ist, dass man fast schon müde lachen möchte: Ein SPD-Oberbürgermeister kassiert jahrelang fünfstellige Summen von einem Fußballverein – und will angeblich nicht gewusst haben, dass er sich das hätte genehmigen lassen müssen. Willkommen in München, wo die politische Klasse offenbar ihre eigenen Regeln nach Belieben auslegt.
90.000 Euro am Stadtrat vorbei
Dieter Reiter, seit zwölf Jahren Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt, hat sich in einen veritablen Skandal manövriert, der ihm ausgerechnet kurz vor der entscheidenden Stichwahl um die Ohren fliegt. Der SPD-Politiker saß sowohl im Verwaltungsbeirat als auch im Aufsichtsrat des FC Bayern München – und erhielt dafür seit 2021 Vergütungen in Höhe von insgesamt 90.000 Euro. Das entspricht 20.000 Euro jährlich für eine angeblich „ehrenamtliche" Tätigkeit. Ein bemerkenswertes Ehrenamt, das sich so üppig bezahlt macht.
Das Problem dabei: Reiter hätte sich diese Nebeneinkünfte vom Münchner Stadtrat genehmigen lassen müssen. Das tat er nicht. Seine Verteidigung? Er habe es schlicht nicht gewusst. Man fragt sich unwillkürlich, welche Qualifikationen ein Oberbürgermeister einer Millionenstadt mitbringen muss, wenn ihm derart grundlegende Compliance-Regeln nicht geläufig sind. Oder handelt es sich hier um jene selektive Ahnungslosigkeit, die in der deutschen Politik mittlerweile zur Standardausrede avanciert ist?
Schadensbegrenzung im Schnelldurchlauf
Nachdem die Affäre öffentlich wurde, reagierte Reiter mit dem klassischen Krisenmanagement eines ertappten Politikers: Rücktritt aus beiden Gremien, reuige Worte und die Ankündigung, den gesamten Betrag an soziale Projekte zu spenden. Das Vertrauen der Münchner sei ihm „wichtiger als Mandate oder Vergütungen", ließ er verlauten. Eine Einsicht, die freilich erst kam, als die Sache nicht mehr unter dem Teppich zu halten war. Zwölf Jahre lang schien das Vertrauen der Bürger offenbar nicht wichtig genug, um die eigenen Nebentätigkeiten ordnungsgemäß anzumelden.
Als wäre der Vergütungsskandal nicht genug, sorgte Reiter im Stadtrat auch noch für einen sprachlichen Eklat. Er verwendete dort das sogenannte „N-Wort" – angeblich als spontanes Zitat des bayerischen Kabarettisten Fredl Fesl. Die Entschuldigung folgte prompt, doch der Schaden war angerichtet. In einer Zeit, in der die politische Linke jeden sprachlichen Fehltritt ihrer Gegner gnadenlos ausschlachtet, ist es durchaus bemerkenswert, wie milde die Reaktionen ausfallen, wenn ein SPD-Politiker dergleichen von sich gibt. Man stelle sich nur für einen Moment vor, ein Politiker der AfD hätte dasselbe gesagt – die mediale Empörungsmaschinerie hätte wochenlang auf Hochtouren gelaufen.
Quittung an der Wahlurne
Die Münchner Wähler zeigten sich von den Eskapaden ihres Oberbürgermeisters wenig begeistert. Im ersten Wahlgang am vergangenen Sonntag sackte Reiter auf magere 37 Prozent ab – ein dramatischer Einbruch gegenüber den 47,9 Prozent, die er noch 2020 erzielte. Fast elf Prozentpunkte Verlust sprechen eine deutliche Sprache. Nun muss sich der 67-Jährige am 22. März in einer Stichwahl dem Grünen-Kandidaten Dominik Krause stellen.
Dass ausgerechnet die Grünen als stärkste Herausforderer in die Stichwahl einziehen, während die CSU erstmals auf einen abgeschlagenen dritten Platz verwiesen wurde, ist ein alarmierendes Signal für die politische Landschaft Münchens. Die einstige Hochburg bürgerlich-konservativer Politik droht in die Hände einer Partei zu fallen, deren ideologiegetriebene Agenda in vielen deutschen Städten bereits für wirtschaftlichen Stillstand und gesellschaftliche Spaltung gesorgt hat.
Doppelte Standards im politischen Betrieb
Der Fall Reiter offenbart einmal mehr die doppelten Standards, die im deutschen Politikbetrieb herrschen. Während konservative Politiker für weitaus geringere Verfehlungen medial hingerichtet werden, kommt ein SPD-Oberbürgermeister mit einer halbherzigen Entschuldigung und einer Spende davon. Die Frage, ob die 90.000 Euro ordnungsgemäß versteuert wurden, steht ebenso im Raum wie die grundsätzliche Frage, ob ein Oberbürgermeister einer Millionenstadt überhaupt die Zeit haben sollte, gleich zwei Posten bei einem Fußballverein zu bekleiden.
München hat wahrlich genug Probleme – von der explodierenden Wohnungsnot über die zunehmende Kriminalität bis hin zur maroden Infrastruktur. Dass der erste Mann der Stadt offenbar genügend Muße fand, sich nebenbei beim FC Bayern zu engagieren und dafür auch noch fürstlich entlohnt zu werden, wirft ein bezeichnendes Licht auf die Prioritäten der politischen Klasse in diesem Land. Die Bürger verdienen Politiker, die sich mit voller Kraft für ihre Stadt einsetzen – und nicht solche, die ihre Ämter als Sprungbrett für lukrative Nebentätigkeiten missbrauchen.

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