Kostenlose Beratung
07930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
28.01.2026
06:08 Uhr

Moskaus goldene Rettungsleine: Wie der Kreml mit Edelmetall die Sanktionen aushebelt

Moskaus goldene Rettungsleine: Wie der Kreml mit Edelmetall die Sanktionen aushebelt

Während westliche Sanktionen Russlands Wirtschaft eigentlich in die Knie zwingen sollten, erweist sich ausgerechnet das älteste Wertaufbewahrungsmittel der Menschheit als unerwarteter Rettungsanker für den Kreml. Die beispiellose Gold-Rally der vergangenen Monate beschert Russland einen Wertzuwachs, der die eingefrorenen Vermögenswerte in Europa nahezu vollständig kompensiert – ein Umstand, der die Architekten der westlichen Sanktionspolitik in Erklärungsnot bringen dürfte.

Goldreserven übertreffen Öleinnahmen

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache: Während Russlands Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft im vergangenen Jahr um satte 24 Prozent auf rund 110 Milliarden US-Dollar einbrachen, verzeichneten die Goldreserven der russischen Zentralbank einen Wertzuwachs von 130 Milliarden US-Dollar. Ein bemerkenswerter Paradigmenwechsel, der die strategische Weitsicht des Kremls unterstreicht – oder schlicht das Versagen westlicher Sanktionspolitik offenlegt.

Der Goldpreis durchbrach jüngst die psychologisch bedeutsame Marke von 5.000 US-Dollar pro Feinunze. Analysten halten sogar einen Anstieg auf 8.000 US-Dollar für möglich, sollten weitere Staaten dem russischen Beispiel folgen und ihre US-Staatsanleihen abstoßen. Die russische Wirtschaftszeitung Vzglyad kommentierte dies mit kaum verhohlenem Triumph: „Dies ist einer gut durchdachten Strategie zu verdanken, den Dollar zugunsten von Goldreserven aufzugeben."

Milliardenschwere Kompensation für eingefrorene Vermögen

Seit Februar 2022 ist der Wert der russischen Goldreserven um mehr als 216 Milliarden US-Dollar gestiegen. Diese Summe entspricht nahezu exakt dem Volumen an russischem Staatsvermögen, das in der Europäischen Union eingefroren wurde – rund 210 Milliarden Euro beziehungsweise 244 Milliarden US-Dollar. Man könnte fast meinen, der Kreml habe die westlichen Sanktionen als Anlass genommen, sein Portfolio zu diversifizieren.

In den Tresoren der russischen Zentralbank lagern mittlerweile Goldbarren im Wert von 326,5 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 130,8 Milliarden US-Dollar innerhalb eines Jahres. Physisch verringerten sich die Reserven dabei nur marginal um 6,2 Tonnen auf 2.326,5 Tonnen. Damit belegt Russland im internationalen Ranking der Zentralbank-Goldreserven den fünften Platz – noch vor China.

Peking als strategischer Partner im Goldgeschäft

Die Achse Moskau-Peking erweist sich auch beim Gold als tragfähig. Chinas Goldimporte aus Russland legten im vergangenen Jahr um das Neunfache auf 25,3 Tonnen zu. Der Wert dieser Lieferungen erhöhte sich um fast das 15-Fache auf 3,29 Milliarden US-Dollar. Russland rückte damit vom elften Platz zum siebtgrößten Goldlieferanten für das Reich der Mitte vor.

Schätzungen der Société Générale zufolge umfassten die chinesischen Goldkäufe im vergangenen Jahr rund 250 Tonnen – mehr als ein Drittel aller weltweiten Zentralbankkäufe. Das gemeinsame Ziel beider Länder ist offenkundig: die Abhängigkeit vom US-Dollar zu reduzieren. Für Russland ist dies angesichts der Abkopplung von internationalen Finanzmärkten keine Option, sondern blanke Notwendigkeit.

Der Nationale Wohlfahrtsfonds als Notreserve

Doch die glänzende Fassade hat Risse. Um Haushaltslöcher zu stopfen, Staatsbanken zu finanzieren und Megaprojekte zu bezahlen, verkauft die russische Regierung bereits im dritten Jahr in Folge Gold aus dem Nationalen Wohlfahrtsfonds. Der Goldbestand dieses Fonds sank zwischen 2022 und 2025 um erschreckende 71 Prozent. Zum Jahresbeginn hielt der Fonds nur noch 160,2 Tonnen Gold – gegenüber 554,9 Tonnen im Mai 2022.

Die verschärften US-Sanktionen gegen die Ölkonzerne Lukoil und Rosneft durchkreuzten die ursprünglichen Haushaltspläne des Finanzministeriums. Der durchschnittliche Ölpreis in Russland fiel auf 39 US-Dollar je Barrel, während im Haushalt 59 US-Dollar zugrunde gelegt waren. Die Folge: Das Finanzministerium verkauft derzeit täglich Devisen und Gold im Rekordwert von 12,8 Milliarden Rubel.

Analysten der Bank VTB warnen: Sollten die Ölpreise und der Rubelkurs auf dem aktuellen Niveau verharren, werden bis Jahresende 60 Prozent der verbleibenden Fondsmittel aufgebraucht sein.

Goldproduktion als strategischer Trumpf

Unter den weltweiten Goldproduzenten nimmt Russland mit 310 Tonnen jährlicher Förderung den zweiten Platz ein – direkt hinter China mit 380 Tonnen. Analysten prognostizieren einen weiteren Anstieg der russischen Goldproduktion auf 345 Tonnen. Diese Produktionskapazität verschafft Moskau einen nicht zu unterschätzenden Hebel auf dem Weltmarkt.

Interessanterweise sind Russlands Goldexporte seit Kriegsbeginn um 40 Prozent gesunken – von 261 Tonnen im Jahr 2022 auf 158 Tonnen im Jahr 2024. Dies dürfte kein Zufall sein: Ein knappes Angebot auf dem Weltmarkt hält die Preise hoch und maximiert den Wertzuwachs der eigenen Reserven. Eine Strategie, die an Raffinesse kaum zu überbieten ist.

Inländische Goldnachfrage explodiert

Auch im russischen Inland erlebt Gold einen beispiellosen Boom. Die Edelmetallbestände bei den Banken verdoppelten sich im vergangenen Jahr auf 607 Milliarden Rubel, die physischen Goldeinlagen stiegen auf 6,3 Tonnen. Der Goldpreis legte bis Jahresende um rekordverdächtige 65 Prozent zu.

Die Investmentgesellschaft Cifra Broker bringt es auf den Punkt: Edelmetalle bleiben in einem Umfeld geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit ein wichtiger sicherer Hafen. Eine Erkenntnis, die nicht nur für russische Anleger gilt, sondern universelle Gültigkeit beanspruchen darf.

Lehren für deutsche Anleger

Was bedeutet dies für den deutschen Sparer? Die russische Strategie, auf physisches Gold als Absicherung gegen geopolitische Risiken und Währungsturbulenzen zu setzen, verdient durchaus Beachtung. Während westliche Zentralbanken jahrzehntelang Gold als Relikt vergangener Zeiten abtaten, beweist das Edelmetall einmal mehr seine zeitlose Funktion als ultimativer Wertspeicher.

In Zeiten, in denen die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen plant und die Staatsverschuldung weiter steigt, erscheint eine Beimischung physischer Edelmetalle zum persönlichen Portfolio als durchaus vernünftige Strategie zur Vermögenssicherung. Gold und Silber haben über Jahrtausende hinweg ihre Kaufkraft bewahrt – eine Eigenschaft, die man von Papiergeld und Staatsanleihen nicht behaupten kann.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich zu Informationszwecken.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen