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16.01.2026
17:33 Uhr

Minimales Wirtschaftswachstum: Deutschlands 0,2 Prozent als Pyrrhussieg der Statistik

Minimales Wirtschaftswachstum: Deutschlands 0,2 Prozent als Pyrrhussieg der Statistik

Nach zwei Jahren wirtschaftlicher Talfahrt verkündet das Statistische Bundesamt eine vermeintlich frohe Botschaft: Die deutsche Wirtschaft sei 2025 um 0,2 Prozent gewachsen. Doch wer genauer hinschaut, erkennt schnell, dass diese Zahl mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet. Ein Wachstum, das kaum über der statistischen Messungenauigkeit liegt, wird nun als Erfolg verkauft – während die strukturellen Probleme des Wirtschaftsstandorts Deutschland ungelöst bleiben.

Die nackte Wahrheit hinter den Zahlen

Behördenpräsidentin Ruth Brand führt das marginale Wachstum auf gestiegene Konsumausgaben der privaten Haushalte und des Staates zurück. Doch halt – gestiegene Konsumausgaben bei einer Inflationsrate von über zwei Prozent? Das bedeutet im Klartext: Die Deutschen geben mehr Geld aus, weil alles teurer geworden ist, nicht weil sie sich mehr leisten können. Ein klassischer Fall von nominaler Täuschung, der die reale wirtschaftliche Situation verschleiert.

Die Exporte hingegen – traditionell das Rückgrat der deutschen Wirtschaft – sind erneut um 0,3 Prozent zurückgegangen. Als Gründe werden die US-Zölle, die Euro-Aufwertung und die verschärfte Konkurrenz aus China genannt. Doch diese Erklärung greift zu kurz und lenkt von den eigentlichen Ursachen ab.

Hausgemachte Probleme werden ignoriert

Die wahren Gründe für Deutschlands wirtschaftliche Misere liegen nicht primär in externen Faktoren. Sie sind hausgemacht und das Ergebnis jahrelanger politischer Fehlentscheidungen:

Die Energiepolitik hat Deutschland in eine Sackgasse manövriert. Während man gebetsmühlenartig auf den Ukraine-Krieg als Ursache für hohe Energiepreise verweist, verschweigt man geflissentlich, dass funktionierende Atomkraftwerke abgeschaltet und Kohlekraftwerke stillgelegt wurden. Die Verweigerung günstiger Energiequellen ist eine politische Entscheidung – keine Naturkatastrophe.

Die Bürokratie erstickt jede unternehmerische Initiative im Keim. Während andere Länder ihre Verwaltungen digitalisieren und verschlanken, wächst der deutsche Regulierungsdschungel unaufhörlich weiter.

Der Arbeitskräftemangel und steigende Lohnnebenkosten machen den Standort Deutschland zunehmend unattraktiv für Investoren und Unternehmen gleichermaßen.

Das Schulden-Strohfeuer

Besonders kritisch zu hinterfragen ist die Rolle der staatlichen Ausgaben beim vermeintlichen Wirtschaftswachstum. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen auf den Weg gebracht – ein euphemistischer Begriff für massive Neuverschuldung. Wenn der Staat Milliarden in Rüstung und Infrastruktur pumpt, steigt natürlich das Bruttoinlandsprodukt. Doch dieses schuldenfinanzierte Wachstum ist nicht nachhaltig.

Die Frage, die sich jeder Bürger stellen sollte: Wie viel des Wachstums ist durch Neuverschuldung erkauft? Wie viel davon fließt in die Rüstungsindustrie, die dem normalen Bürger wenig bringt? Und wie viel entsteht durch das Aufblähen des Staatsapparates?

Insolvenzen auf Rekordniveau

Während die offiziellen Zahlen ein zartes Pflänzchen Wachstum suggerieren, spricht die Realität eine andere Sprache. Mit über 17.600 Unternehmenspleiten im Jahr 2025 wurde ein trauriger Rekord aufgestellt – mehr Insolvenzen gab es zuletzt während der internationalen Finanzkrise 2009. Diese Zahl passt so gar nicht zum Narrativ einer sich erholenden Wirtschaft.

Die Arbeitslosigkeit steigt, Firmen schließen, und dennoch soll die Wirtschaft wachsen? Hier stimmt etwas nicht mit den Berechnungsgrundlagen – oder mit der Ehrlichkeit derjenigen, die diese Zahlen präsentieren.

Ausblick: Hoffnung auf 2027?

Ökonomen prognostizieren für 2026 etwas mehr Dynamik, einen deutlicheren Aufschwung erwarten viele allerdings erst ab 2027. Doch auf welcher Grundlage basieren diese optimistischen Prognosen? Solange die strukturellen Probleme nicht angegangen werden, solange die Energiepolitik weiterhin ideologiegetrieben statt wirtschaftsfreundlich gestaltet wird, und solange die Bürokratie nicht radikal abgebaut wird, bleibt jede Wachstumsprognose Wunschdenken.

Deutschland braucht keine statistischen Taschenspielertricks, sondern echte Reformen. Es braucht eine Politik, die den Wirtschaftsstandort stärkt statt ihn zu schwächen, die Unternehmen entlastet statt sie mit immer neuen Auflagen zu gängeln, und die den Bürgern wieder Perspektiven bietet statt sie mit Schulden zu belasten, die noch Generationen zurückzahlen werden müssen.

Das marginale Wachstum von 0,2 Prozent ist kein Grund zum Feiern – es ist bestenfalls ein statistisches Rauschen und schlimmstenfalls ein durch Schulden erkauftes Strohfeuer, das bald erlöschen wird.

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