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27.01.2026
06:19 Uhr

Millionen-Belohnung für Hinweise: Generalbundesanwalt tappt nach Berliner Stromanschlag völlig im Dunkeln

Millionen-Belohnung für Hinweise: Generalbundesanwalt tappt nach Berliner Stromanschlag völlig im Dunkeln

Es ist ein Armutszeugnis für den deutschen Sicherheitsapparat, das seinesgleichen sucht: Mehr als 50.000 Berliner Haushalte saßen nach einem gezielten Anschlag auf das Stromnetz im Dunkeln und in der Kälte – und die Ermittler haben bis heute nicht den Hauch einer Spur zu den Tätern. Nun greift der Generalbundesanwalt zu einem Mittel, das die ganze Hilflosigkeit der Behörden offenbart: Eine Belohnung von bis zu einer Million Euro soll Mitwisser zum Reden bringen.

Linksextreme Terroristen agieren seit Jahren unbehelligt

Die sogenannte Vulkangruppe reklamiert den Anschlag für sich – wie schon zahlreiche andere Sabotageakte in den vergangenen Jahren. Bekennerschreiben werden als Propaganda-Instrument genutzt, während die Sicherheitsbehörden offenbar nicht in der Lage sind, auch nur einen einzigen Verdächtigen zu identifizieren. Man fragt sich unwillkürlich: Wie kann es sein, dass eine linksextremistische Gruppierung über Jahre hinweg kritische Infrastruktur angreift, ohne dass der Verfassungsschutz oder das Bundeskriminalamt auch nur ansatzweise Erfolge vorweisen können?

Die Antwort liegt auf der Hand. Während konservative Bürgerbewegungen und besorgte Eltern auf Schulhöfen akribisch beobachtet werden, scheint der linksextreme Sumpf weitgehend unbehelligt zu bleiben. Die Vulkangruppe operiert seit mindestens fünfzehn Jahren – und die Ermittlungen des Generalbundesanwalts verlaufen seit ebenso langer Zeit im Sande.

Terrorismus-Einstufung kommt reichlich spät

Immerhin hat die Politik die Anschlagsserie inzwischen als Terrorismus eingestuft. Eine Erkenntnis, die man durchaus als überfällig bezeichnen darf. Erst jetzt verschiebt sich der Fokus auf Bundesebene, erst jetzt führt der Generalbundesanwalt das Verfahren gemeinsam mit dem BKA. Kritische Infrastruktur wurde gezielt attackiert, um maximalen Schaden im Alltag der Bürger anzurichten – und trotzdem brauchte es Jahre, bis diese Selbstverständlichkeit auch offiziell anerkannt wurde.

BKA analysiert Netzwerke – ohne greifbare Ergebnisse

Das Bundeskriminalamt arbeitet nach eigenen Angaben eng mit dem Verfahren zusammen, um Spuren zu verdichten und Kommunikationswege zu rekonstruieren. Man analysiert Netzwerke, mögliche Unterstützer und Bewegungsmuster. Beschaffungswege und Anfahrtsrouten werden unter die Lupe genommen. Doch am Ende des Tages fehlen Namen, die Tatplanung und Ausführung in Verbindung bringen könnten. Der Anschlag auf das Stromnetz zeigt in erschreckender Deutlichkeit, wie konsequent eine konspirative Sabotage die Ermittlungen ausbremsen kann – oder wie wenig Ressourcen in die Beobachtung linksextremer Strukturen fließen.

Belohnung als letzter Strohhalm

Die geplante Millionen-Belohnung ist nichts anderes als ein Eingeständnis des Scheiterns. Der Generalbundesanwalt hofft darauf, dass Mitwisser aus dem erweiterten Umfeld der Täter ihr Schweigen brechen. Im Umfeld solcher Gruppierungen existiert oft Wissen über Logistik, Rückzugsorte und Unterstützerstrukturen. Eine einzige verwertbare Quelle könnte ausreichen, um die konspirativen Strukturen offenzulegen.

Doch Bekennerschreiben ersetzen keine Beweise, und eine hohe Geldsumme garantiert keine verwertbaren Hinweise. Am Ende braucht der Bundesanwalt eine geschlossene Beweiskette, die vor Gericht Bestand hat. Ob die Belohnung tatsächlich den erhofften Durchbruch bringt, bleibt mehr als fraglich.

Ein Versagen mit Ansage

Deutschland hat auch in der Vergangenheit auf hohe Belohnungssummen gesetzt, wenn Täter schwer greifbar blieben. Doch die Qualität der Informationen entscheidet letztlich über den Erfolg – nicht die Höhe der ausgelobten Prämie. Der Fall der Vulkangruppe offenbart ein strukturelles Versagen der deutschen Sicherheitsbehörden, das weit über diesen einzelnen Anschlag hinausreicht.

Während die Bürger in Berlin frierend in ihren Wohnungen saßen, während Krankenhäuser auf Notstrom umschalten mussten und das öffentliche Leben zum Erliegen kam, agieren die Täter weiterhin unbehelligt. Die Vulkangruppe hat bereits weitere Anschläge angekündigt. Und die Behörden? Sie setzen auf Belohnungen und hoffen auf Hinweise aus dem Umfeld. Es ist ein Trauerspiel, das die ganze Misere der deutschen Innenpolitik auf den Punkt bringt.

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