
Milliarden-Poker in Hollywood: Warner Bros. weist Paramount-Übernahme zurück und setzt auf Netflix
Die Unterhaltungsindustrie erlebt derzeit einen beispiellosen Machtkampf um die Zukunft eines der traditionsreichsten Filmstudios der Welt. Der Vorstand von Warner Bros. Discovery hat seinen Aktionären unmissverständlich empfohlen, das feindliche Übernahmeangebot von Paramount Skydance abzulehnen – und stattdessen dem Angebot des Streaming-Giganten Netflix den Vorzug zu geben.
Ein Angebot, das nicht überzeugt
Paramount hatte vergangene Woche ein Barangebot von 30 Dollar pro Aktie vorgelegt, was Bros. mit stolzen 108,4 Milliarden Dollar bewerten würde. CEO David Ellison argumentierte vollmundig, sein Vorschlag sei dem Netflix-Angebot überlegen und hätte bessere Chancen, die regulatorischen Hürden zu überwinden. Doch der Warner Bros.-Vorstand sieht das fundamental anders.
Samuel Di Piazza Jr., Vorsitzender des Verwaltungsrats, ließ keinen Zweifel an seiner Einschätzung aufkommen: Das Angebot sei "unzureichend, mit erheblichen Risiken und Kosten für unsere Aktionäre". Besonders pikant: Trotz sechs vorheriger Vorschläge habe Paramount nie die zentralen Bedenken des Vorstands ausgeräumt.
Die Finanzierungsfrage als Knackpunkt
Was den Warner Bros.-Vorstand besonders misstrauisch stimmt, ist die Finanzierungsstruktur des Paramount-Angebots. Mehr als 40 Milliarden Dollar sollen aus Quellen stammen, die nicht von der Ellison-Familie gedeckt sind – und das trotz wiederholter Zusicherungen einer vollständigen Absicherung.
"Trotz ihrer eigenen beträchtlichen Ressourcen hat sich die Ellison-Familie entschieden, das Angebot nicht vollständig abzusichern"
Di Piazza brachte es im Interview mit CNBC auf den Punkt: Man sei nicht überzeugt gewesen, dass einer der reichsten Menschen der Welt – gemeint ist Oracle-Mitgründer Larry Ellison – bei Vertragsabschluss tatsächlich zur Stelle sein würde. Ein vernichtendes Urteil, das die Glaubwürdigkeit des Paramount-Angebots fundamental in Frage stellt.
Paramount schlägt zurück
Paramount reagierte prompt und warf Warner Bros. vor, die Aktionäre in die Irre zu führen. Das Unternehmen betonte, sein Angebot sei durch einen seit etwa 40 Jahren bestehenden, gut kapitalisierten Trust abgesichert. Die Realität sei "ganz einfach": 30 Dollar in bar, vollständig garantiert.
Netflix als vermeintlich sicherer Hafen
Der Streaming-Riese Netflix hatte Anfang des Monats ein Angebot in Höhe von 27,75 Dollar pro Aktie vorgelegt – ein Aktien-und-Bar-Deal mit einem Gesamtwert von 72 Milliarden Dollar. Ted Sarandos, Co-CEO von Netflix, begrüßte die Unterstützung des Warner Bros.-Vorstands und bezeichnete das Ergebnis als das beste für Verbraucher, Kreative und die gesamte Unterhaltungsindustrie.
Regulatorische Bedenken werfen Schatten
Doch auch das Netflix-Angebot ist keineswegs unumstritten. Präsident Donald Trump selbst hat Bedenken geäußert und auf den erheblichen Marktanteil hingewiesen, den Netflix durch die Übernahme erlangen würde. Senatorin Elizabeth Warren bezeichnete den Deal gar als "Anti-Monopol-Albtraum".
Di Piazza räumte ein, dass beide Deals mit erheblicher regulatorischer Prüfung rechnen müssten und sich möglicherweise durch das Justizministerium kämpfen müssten. Netflix-Co-CEO Greg Peters zeigte sich dennoch zuversichtlich und betonte, man werde die Fusion notfalls vor Gericht verteidigen.
Die Aktienmärkte reagierten gemischt auf die Entwicklungen: Paramount-Aktien fielen im vorbörslichen Handel um mehr als zwei Prozent, während Netflix-Papiere um fast zwei Prozent zulegten. Der Ausgang dieses Hollywood-Dramas bleibt ungewiss – doch eines steht fest: Die Konsolidierung der Unterhaltungsindustrie schreitet unaufhaltsam voran.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Aktien und andere Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Jeder Anleger ist für seine eigenen Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Investition eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen sowie eigene Recherchen durchführen.
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