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Midterms-Showdown: Verliert Trump heute die Macht im Kongress?

Midterms-Showdown: Verliert Trump heute die Macht im Kongress?
Symbolbild: KI-generiert

Amerika wählt, und für Donald Trump geht es um alles. Bei den Zwischenwahlen an diesem Dienstag, dem 3. November 2026, stehen alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Senatssitze zur Wahl. Glaubt man den Umfragen, droht den Republikanern ein Debakel. Eine Unbekannte bleibt allerdings, und die könnte den Abend auf den Kopf stellen.

Volle Macht, wenig Ertrag

Dabei hatte alles so verheißungsvoll begonnen. Nach der Wahl 2024 kontrollierten die Republikaner das Weiße Haus, beide Kammern des Kongresses und konnten zudem auf eine klar konservative Mehrheit am Obersten Gericht bauen. Eine solche Machtfülle bekommt eine Partei selten.

Gemacht hat Trump daraus erstaunlich wenig. Ein großer Teil seiner Reformen beruht auf Executive Orders, also auf Anordnungen, die ein Nachfolger mit einem Federstrich wieder kassieren kann. Das größte Gesetzesprojekt, der „Big Beautiful Bill“, wirkt auf Kritiker vor allem wie ein Ausgabenfeuerwerk, und die nötigen Strukturreformen blieben aus. Das ist ein Muster, das man auch aus Berlin kennt.

Die Zahlen sehen düster aus

Im Repräsentantenhaus haben die Republikaner nur noch eine hauchdünne Mehrheit von wenigen Sitzen. Nach der Prognose der Analysten von Decision Desk HQ gelten 13 Distrikte als offen. Im schlimmsten Fall könnten die Demokraten auf bis zu 240 Sitze kommen, die Republikaner nur noch auf 195. In bundesweiten Umfragen liegen die Demokraten zuletzt fast neun Prozentpunkte vorn.

Im Senat entscheiden sieben eng umkämpfte Bundesstaaten. In sechs davon sitzt bislang ein Republikaner. Eigentlich müsste Trumps Partei nur vier von fünf traditionell republikanischen Staaten halten: Iowa, Texas, Kansas, Alaska und Ohio. In Maine hat die beliebte Amtsinhaberin Susan Collins zudem echte Chancen. Laut dem Umfragedurchschnitt von Real Clear Polling verlieren die Republikaner derzeit jedoch sechs der sieben Schlüsselrennen.

Selbst Texas wackelt

Eine aktuelle Erhebung von New York Times und Siena sieht demokratische Kandidaten sogar in Texas, Alaska und Kansas vorn. Nur in Michigan, wo bislang der Demokrat Gary Peters den Sitz hielt, kann der Republikaner Mike Rogers mithalten. Sein Gegner ist der als weit links geltende Abdul El-Sayed, der Berichten zufolge mit einer Reihe von Kontroversen zu kämpfen hat.

Iran-Krieg und Chaos als Ballast

Trump geht mit den schlechtesten Umfragewerten seiner Amtszeit in diese Wahl. Kritiker werfen dem Weißen Haus Korruption und einen erratischen Regierungsstil vor. Dazu kommt der Iran-Krieg, der in der Bevölkerung zutiefst unpopulär ist. Für einen Präsidenten, der im Wahlkampf versprochen hatte, Amerika aus Kriegen herauszuhalten, ist das ein besonders bitterer Widerspruch.

Ganz ungewöhnlich ist das allerdings nicht. Seit 2002, als George W. Bush nach dem 11. September auf einer Welle der Zustimmung ritt, hat die Partei des Präsidenten keine Zwischenwahl mehr gewonnen. Bill Clinton verlor 1994 ganze 54 Sitze im Repräsentantenhaus, Barack Obama 2010 sogar 63. Bush kassierte 2006 bei einem unbeliebten Krieg die schwerste republikanische Niederlage seit Watergate.

Die Unbekannte: Liegen die Umfragen wieder daneben?

Und genau hier wird es spannend. Die amerikanischen Meinungsforscher haben sich in den vergangenen Jahren wiederholt verschätzt. Im Jahr 2020 unterschätzten sie die Republikaner im Schnitt um rund viereinhalb Prozentpunkte, 2016 um 3,8 Punkte. Nur 2022 lagen sie mit einem Fehler von 0,3 Punkten zugunsten der Demokraten fast richtig.

Wiederholt sich der Fehler von 2020, sähe die vermeintliche Katastrophe plötzlich wie eine ganz normale Zwischenwahl-Niederlage aus. Dann hätte nicht Trump das Nachsehen, sondern die Umfrageinstitute.

Millionen haben längst entschieden

Für Stirnrunzeln sorgt auch das amerikanische Wahlsystem selbst. Mehr als 57,5 Millionen Stimmen wurden bereits vorab abgegeben, das sind 51,4 Prozent aller Stimmen von 2022. In Texas erreichte die Frühwahl schon 94,9 Prozent der damaligen Gesamtbeteiligung. Wer Wochen vor dem Wahltag abstimmt, bekommt die letzten Entwicklungen des Wahlkampfs nicht mehr mit. Dass in vielen Bundesstaaten zudem kein Ausweis vorgelegt werden muss, dürfte vielen Deutschen kaum vermittelbar sein.

Am Ende steht fest: Verlieren die Republikaner auch nur eine Kammer, wird Trump zur „lahmen Ente“. Dann kann er große Gesetze kaum noch durchbringen. Ob es so weit kommt, entscheiden nicht die Prognosen, sondern die Wähler, und die haben die Experten schon öfter blamiert.

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