
Merz verweigert Putin-Dialog: Deutschlands Kanzler duckt sich weg
Es ist ein Schauspiel, das man kaum noch mit ansehen kann. Während der Ukraine-Krieg unvermindert weiter tobt und täglich Menschen sterben, lehnt Bundeskanzler Friedrich Merz jegliche direkte Gesprächsbereitschaft mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin kategorisch ab. „Wir sind hier kein Vermittler", verkündete der CDU-Politiker mit einer Selbstverständlichkeit, die angesichts der deutschen Verstrickung in diesen Konflikt geradezu grotesk anmutet.
Die bequeme Ausrede des Kanzlers
Merz schiebt die Verantwortung elegant von sich: Die Gespräche seien „vor allen Dingen zwischen der Ukraine und Russland notwendig". Man unterstütze den Dialogprozess und hoffe auf baldige Fortschritte. Schöne Worte, gewiss. Doch was bedeuten sie in der Praxis? Deutschland pumpt Milliarden an Steuergeldern in die Ukraine, liefert Waffen und positioniert sich unmissverständlich auf einer Seite des Konflikts – aber vermitteln? Nein, das überlässt man lieber anderen.
Auch Vizekanzler Lars Klingbeil von der SPD zeigt sich bemerkenswert zurückhaltend. Einen Zeitpunkt für direkte Kontakte europäischer Regierungschefs mit dem Kreml könne man „derzeit nicht sehen", so der Sozialdemokrat. Dabei war es ausgerechnet seine Partei, die Merz zu Gesprächen mit Putin aufgefordert hatte. Ein bemerkenswerter Widerspruch, der die Zerrissenheit der Großen Koalition offenbart.
Kriegstreiber als Friedensstifter?
Die Frage, die sich jeder nüchtern denkende Beobachter stellen muss, lautet: Kann ein Land, das sich derart einseitig positioniert hat, überhaupt noch als ehrlicher Makler auftreten? Die Antwort liegt auf der Hand. Wer Taurus-Marschflugkörper liefern wollte und sich in einer „Koalition der Willigen" gegen Russland engagiert, hat seine Neutralität längst verspielt. Merz' Absage an Vermittlungsbemühungen ist daher weniger eine souveräne außenpolitische Entscheidung als vielmehr das Eingeständnis der eigenen Handlungsunfähigkeit.
Historisch betrachtet ist diese Entwicklung ein Desaster. Deutschland, das nach zwei verheerenden Kriegen gegen Russland im 20. Jahrhundert eigentlich allen Grund hätte, auf Diplomatie und Ausgleich zu setzen, manövriert sich in eine Sackgasse. Die mühsam aufgebauten Beziehungen der Nachkriegszeit, die wirtschaftliche Verflechtung, die Ostpolitik Willy Brandts – all das scheint vergessen.
Die verpasste Chance
Dabei hätte Deutschland durchaus das Potenzial, eine konstruktive Rolle zu spielen. Mit Gerhard Schröder verfügt das Land über einen ehemaligen Bundeskanzler, der nach wie vor Zugang zum Kreml hat. Doch statt diese Verbindung zu nutzen, wurde Schröder von der politischen Klasse geächtet und an den Pranger gestellt. Eine strategische Dummheit sondergleichen.
Die Konsequenzen dieser verfehlten Politik werden die Deutschen noch lange zu spüren bekommen. Während die Energiepreise explodieren und die Wirtschaft schwächelt, verschlechtert sich das Verhältnis zu Russland mit jedem Tag weiter. Der angerichtete Schaden im deutsch-russischen Verhältnis wird ein „Vermächtnis" für kommende Generationen sein – sofern man ihnen noch die Möglichkeit lässt, die Scherben aufzusammeln.
Ein Kanzler ohne Format
Die bittere Wahrheit ist: Friedrich Merz fehlt schlicht das diplomatische Geschick und das internationale Gewicht, um auf Augenhöhe mit Putin zu verhandeln. Seine markigen Sprüche mögen auf CDU-Parteitagen gut ankommen, auf der weltpolitischen Bühne jedoch wirken sie provinziell und unbeholfen. Es ist fraglich, ob der Kreml überhaupt Interesse an Gesprächen mit einem deutschen Kanzler hätte, der sich durch aggressive Rhetorik und einseitige Parteinahme disqualifiziert hat.
So bleibt Deutschland in der Rolle des zahlenden Zuschauers gefangen – unfähig zu vermitteln, unwillig zum Dialog, aber stets bereit, weitere Milliarden in einen Konflikt zu investieren, dessen Ende nicht absehbar ist. Eine außenpolitische Bankrotterklärung, die ihresgleichen sucht.

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