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Kettner Edelmetalle
24.02.2026
19:36 Uhr

Merz pilgert nach Peking: Deutschlands neue Abhängigkeit vom Reich der Mitte

Während die transatlantischen Beziehungen unter der Präsidentschaft Donald Trumps auf einem historischen Tiefpunkt angelangt sind, sucht Bundeskanzler Friedrich Merz sein Heil ausgerechnet in den Armen Pekings. Mit der größten Wirtschaftsdelegation seit Angela Merkels ersten Amtsjahren im Gepäck reist der CDU-Kanzler nach China – ein Besuch, der mehr über den Zustand der deutschen Außenpolitik verrät, als es den Beteiligten lieb sein dürfte.

Vom Transatlantiker zum China-Bittsteller?

Man muss sich die Ironie auf der Zunge zergehen lassen: Friedrich Merz, einst als überzeugter Transatlantiker gehandelt, der die amerikanische Führungsrolle stets hochhielt, sieht sich nun gezwungen, bei Chinas Ministerpräsident Li Qiang vorstellig zu werden. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hatte Merz selbst eingeräumt, dass die Führung der USA nicht länger als selbstverständlich angesehen werden könne. Eine bemerkenswerte Kehrtwende für einen Mann, der einst als verlässlichster Freund Washingtons in Berlin galt.

Der Zeitpunkt des Besuchs ist kein Zufall. Peking bereitet gerade seinen 15. Fünfjahresplan für die Jahre 2026 bis 2030 vor, und Deutschland möchte offenkundig ein Stück vom Kuchen abbekommen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Deutsche Direktinvestitionen in China stiegen 2025 auf rund sieben Milliarden Euro – ein massiver Anstieg gegenüber den 4,5 Milliarden des Vorjahres. Und satte 93 Prozent der in China tätigen deutschen Unternehmen beabsichtigen laut der AHK-Geschäftsklimaumfrage, auf dem chinesischen Markt zu bleiben.

Gefährliche Abhängigkeit statt strategischer Autonomie

Was hier als „pragmatischer Dialog" verkauft wird, birgt erhebliche Risiken. China war acht Jahre in Folge Deutschlands größter Handelspartner und hat diese Position 2025 von den USA zurückerobert. Doch wer glaubt, dass Peking aus reiner Nächstenliebe handelt, der glaubt auch, dass der Osterhase die Eier selbst bemalt. China verfolgt knallharte geostrategische Interessen – und ein geschwächtes, von Amerika entfremdetes Deutschland kommt dem Regime in Peking gerade recht.

Die industrielle Landschaft hat sich fundamental verschoben. Wo chinesische Unternehmen einst als verlängerte Werkbank deutscher Konzerne fungierten, treten sie heute als ebenbürtige – wenn nicht überlegene – Wettbewerber in Bereichen wie fortschrittlicher Fertigung, digitaler Technologie und Elektromobilität auf. Merz selbst verwies auf dem Europäischen Industriegipfel auf Chinas rasante Fortschritte bei erneuerbaren Energien, um die EU zur Deregulierung zu bewegen. Eine bemerkenswerte Argumentation: Man nutzt den Erfolg eines autoritären Staates als Argument gegen europäische Regulierung.

Die unbequeme Wahrheit über Deutschlands Verhandlungsposition

Dass Deutschland überhaupt in diese Lage geraten ist, hat hausgemachte Gründe. Jahrelange Deindustrialisierung, eine verfehlte Energiepolitik und die ideologiegetriebene Wirtschaftspolitik der Vorgängerregierung haben den Standort Deutschland massiv geschwächt. Nun steht Merz vor den Scherben einer Politik, die er zwar nicht allein zu verantworten hat, deren Konsequenzen er aber ausbaden muss. Die deutsche Industrie – einst das unangefochtene Rückgrat Europas – muss sich an die berüchtigte „China-Geschwindigkeit" anpassen, wie es in Wirtschaftskreisen heißt. Ein demütigender Befund für eine Nation, die sich jahrzehntelang als Exportweltmeister feierte.

Ukraine-Konflikt als diplomatisches Minenfeld

Besonders heikel dürfte das Thema Ukraine werden. Deutschland ist einer der zentralen Akteure bei der Bewältigung dieses mittlerweile vierjährigen Konflikts, während China sich als vermeintlich neutraler Vermittler inszeniert, der „konsequent zu einer politischen Lösung durch Dialog" aufrufe. Dass Peking dabei seine enge Partnerschaft mit Moskau geflissentlich unter den Teppich kehrt, gehört zum diplomatischen Spiel. Ob Merz hier die nötige Standfestigkeit zeigt oder sich von chinesischen Friedensfloskeln einlullen lässt, wird ein entscheidender Gradmesser für die Ernsthaftigkeit seiner Außenpolitik sein.

Die Forderung nach einer „multipolaren Welt", die Peking propagiert, klingt zunächst verlockend – doch sie bedeutet in der Praxis vor allem eines: eine Schwächung des westlichen Ordnungsrahmens, der Deutschland seit 1945 Frieden und Wohlstand garantiert hat. Wer hier naiv agiert, riskiert, vom Regen in die Traufe zu kommen.

Ein Balanceakt mit ungewissem Ausgang

Grundsätzlich ist gegen wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China nichts einzuwenden – im Gegenteil, sie ist für die deutsche Industrie überlebenswichtig. Doch der Ton macht die Musik. Wenn Deutschland aus einer Position der Schwäche verhandelt, weil es seine traditionellen Allianzen hat erodieren lassen und gleichzeitig den eigenen Wirtschaftsstandort durch Überregulierung und ideologische Experimente ruiniert hat, dann wird aus Partnerschaft schnell Abhängigkeit. Und Abhängigkeit von einem autoritären Regime ist das Letzte, was dieses Land braucht.

Was Deutschland tatsächlich bräuchte, wäre eine Rückbesinnung auf die eigene wirtschaftliche Stärke: weniger Bürokratie, niedrigere Energiekosten, eine wettbewerbsfähige Steuerpolitik und den Mut, wieder auf die eigene industrielle Exzellenz zu setzen, statt sich zwischen Washington und Peking zerreiben zu lassen. Ob Friedrich Merz dieser Kanzler ist, der Deutschland wieder auf eigene Beine stellt, bleibt abzuwarten. Sein China-Besuch wird jedenfalls ein erster, wichtiger Lackmustest sein.

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