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03.03.2026
19:03 Uhr

Merz im Oval Office: Trumps Lob und die neue transatlantische Hackordnung

Es war ein Auftritt, der an diplomatische Unterwürfigkeit grenzte – und dennoch als Erfolg gefeiert werden dürfte. Bundeskanzler Friedrich Merz reiste nach Washington, wurde durch einen Nebeneingang ins Weiße Haus geschleust und durfte im Oval Office Platz nehmen, während Donald Trump das Gespräch dominierte. Der Kanzler kam kaum zu Wort. Doch was er sagte, hatte es in sich.

Deutschland als braver Verbündeter – Spanien und Großbritannien am Pranger

Inmitten der dramatischen Eskalation im Nahen Osten, wo die USA und Israel massive Angriffe auf iranische Atomanlagen und Machtzentren durchführen, hat Trump die deutsche Haltung als „großartig" bezeichnet. Deutschland habe sich, anders als andere NATO-Partner, vorbildlich verhalten. Washington fordere Berlin nicht auf, Bodentruppen zu entsenden oder sich militärisch zu beteiligen. Ein bemerkenswertes Zugeständnis – oder vielmehr ein kalkuliertes Lob für einen Verbündeten, der die Nutzung des Luftwaffenstützpunkts Ramstein für amerikanische Operationen stillschweigend duldet.

Ganz anders erging es Spanien und Großbritannien. Trump ging seine NATO-Verbündeten mit einer Schärfe an, die selbst für seine Verhältnisse bemerkenswert war. Madrid habe sich „schrecklich" verhalten und den USA die Nutzung spanischer Luftwaffenstützpunkte untersagt. Trumps Reaktion? Er habe seinen Finanzminister Scott Bessent angewiesen, „alle Deals" mit Spanien einzustellen. Eine wirtschaftliche Strafmaßnahme gegen einen NATO-Partner – man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen.

Merz stimmte in die Kritik ein, wenngleich diplomatischer. Er verwies darauf, dass Spanien das einzige NATO-Land sei, das sich weigere, die vereinbarten Verteidigungsausgaben einzuhalten. Eine berechtigte Feststellung, die allerdings auch die Frage aufwirft, wie lange Deutschland selbst brauchte, um auch nur annähernd in die Nähe des Zwei-Prozent-Ziels zu kommen.

Churchill-Vergleich als Ohrfeige für London

Noch härter traf es den britischen Premierminister Keir Starmer. Ohne dessen Namen zu nennen, zog Trump einen vernichtenden Vergleich: „Wir haben es hier nicht mit Winston Churchill zu tun." Zweimal bemühte er den legendären Kriegspremier, der einst Seite an Seite mit den Amerikanern gegen die Achsenmächte kämpfte. Das Verhalten der Briten sei „schockierend". London hatte zunächst verweigert, Angriffe auf den Iran von britischen Stützpunkten aus zu erlauben, bevor Starmer am Sonntagabend kleinlaut einlenkte und eine begrenzte Nutzung gestattete.

Man mag von Trumps rüpelhaftem Umgangston halten, was man will – in der Sache hat er einen Punkt. Wer sich als engster Verbündeter der USA geriert, aber im Ernstfall kneift, der darf sich über harsche Worte nicht wundern. Die „Special Relationship" zwischen Washington und London war schon einmal belastbarer.

Merz und der Regimewechsel in Teheran

Die wohl brisanteste Aussage des Treffens kam vom Kanzler selbst. „Wir sind uns einig, dass dieses schreckliche Regime in Teheran beseitigt werden muss", erklärte Merz im Oval Office. Eine bemerkenswerte Positionierung, hatte er doch in den Tagen zuvor noch deutlich vorsichtiger formuliert und vor den Risiken einer Eskalation gewarnt. Noch kürzlich mahnte er, man wisse nicht, wohin die iranischen Gegenschläge führen würden und ob Militärschläge von außen überhaupt einen politischen Wandel von innen ermöglichen könnten.

Nun also die klare Ansage: Regimewechsel als gemeinsames Ziel. Ob diese Kehrtwende innenpolitisch klug ist, darf bezweifelt werden. Eine militärische Beteiligung Deutschlands schließt die Bundesregierung zwar weiterhin aus – anders als Frankreich und Großbritannien, die Kriegsschiffe in die Region entsenden. Doch die rhetorische Eskalation birgt Risiken. Wer sich verbal an die Seite der Kriegsführenden stellt, ohne selbst Verantwortung zu übernehmen, bewegt sich auf dünnem Eis.

Trumps Seitenhieb gegen Merkel

Wie es seine Art ist, sprang Trump während des Gesprächs wild zwischen den Themen hin und her. Dabei konnte er es sich nicht verkneifen, auch die frühere Kanzlerin Angela Merkel zu attackieren. Er habe ihr damals gesagt, sie schade Deutschland mit ihrer Migrationspolitik und ihrer Energiepolitik. Merz hingegen sei in beiden Fragen „ziemlich das Gegenteil" seiner Vorgängerin. Eine Einschätzung, die viele Deutsche teilen dürften – auch wenn die Realität der Merz'schen Politik bislang noch weit hinter den Ankündigungen zurückbleibt.

Trump bezeichnete den Kanzler als „ausgezeichneten Anführer", einen „sehr erfolgreichen Mann", der einen „großartigen Job" mache und zu einem Freund geworden sei. Schmeichelhaft, gewiss. Doch wer Trumps Lobeshymnen kennt, weiß: Sie können ebenso schnell in vernichtende Kritik umschlagen, sobald der Gelobte nicht mehr nach Washingtons Pfeife tanzt.

Ukraine-Krieg: Nicht vergessen, aber auch nicht gelöst

Merz nutzte die Gelegenheit, um darauf hinzuweisen, dass über dem Iran-Konflikt die Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Krieges nicht aus dem Blick geraten dürften. Es gebe zu viele „Bösewichte" auf dieser Welt, sagte er mit Blick auf Wladimir Putin. Trump versicherte, die diplomatischen Bemühungen stünden weit oben auf seiner Prioritätenliste. Es herrsche ein „enormer Hass" zwischen Putin und Selenskyj.

Schöne Worte, die allerdings wenig darüber hinwegtäuschen können, dass eine Lösung des Ukraine-Konflikts in weiter Ferne liegt. Während die Welt gebannt auf den Nahen Osten blickt, sterben in der Ukraine weiterhin täglich Menschen. Die geopolitische Aufmerksamkeitsökonomie ist gnadenlos – und für Kiew könnte der Iran-Krieg zum Verhängnis werden, wenn er die ohnehin schwindende internationale Aufmerksamkeit vollends absorbiert.

Was bleibt vom Washington-Besuch?

Friedrich Merz hat in Washington bekommen, was er brauchte: freundliche Bilder, lobende Worte und die Bestätigung, dass Deutschland derzeit nicht im Fadenkreuz amerikanischer Strafmaßnahmen steht. Das ist angesichts der 20-Prozent-Zölle auf EU-Importe, die Trumps Handelspolitik der deutschen Wirtschaft aufbürdet, keine Selbstverständlichkeit.

Doch der Preis für diese Harmonie ist hoch. Merz hat sich rhetorisch weit aus dem Fenster gelehnt, ohne eine klare eigene Strategie erkennen zu lassen. Er stimmt in Trumps Kritik an NATO-Partnern ein, fordert den Sturz des iranischen Regimes und lässt gleichzeitig die Nutzung von Ramstein zu – während er eine eigene militärische Beteiligung kategorisch ausschließt. Das ist die Quadratur des diplomatischen Kreises: maximale verbale Solidarität bei minimaler operativer Verantwortung.

Für den deutschen Bürger bleibt die bange Frage, wohin diese Entwicklung führt. Die Welt wird instabiler, die Konfliktherde mehren sich, und Deutschland steht wirtschaftlich bereits unter enormem Druck. In solchen Zeiten zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, das eigene Vermögen breit aufzustellen und gegen geopolitische Risiken abzusichern. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher in Krisenzeiten bewährt – eine Eigenschaft, die in der aktuellen Weltlage relevanter denn je erscheint.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Konsultation eines qualifizierten Finanzberaters getroffen werden. Für Verluste, die aus der Umsetzung der in diesem Artikel genannten Informationen entstehen könnten, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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