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Kettner Edelmetalle
30.08.2026
21:58 Uhr
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Merz im ARD-Interview: Autoindustrie kommt nicht mehr vor

Merz im ARD-Interview: Autoindustrie kommt nicht mehr vor
Symbolbild: KI-generiert

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat im ARD-Sommerinterview am Sonntag aufgezählt, welche Branchen Deutschland in zehn Jahren tragen sollen – und dabei ausgerechnet die Autoindustrie ausgelassen. Auf die Frage von Moderator Markus Preiß nach den wichtigsten Wirtschaftszweigen der Zukunft nannte der Kanzler Handwerk, Medizintechnik, Pharmazie und Dienstleistungen am Menschen. Kein Wort über Deutschlands industrielle Vorzeigebranche.

„Nicht eine Branche" – die vielsagende Antwort des Kanzlers

Merz wollte sich offenkundig nicht auf einen einzelnen Sektor festlegen lassen. Seine Antwort im ARD-Interview:

„Das wird vermutlich nicht eine Branche sein, sondern das wird sich an der Frage entscheiden, ob wir in Deutschland modernste Technologie anwenden können."

Technologieoffenheit klingt zunächst vernünftig. Doch für Millionen Menschen, deren Arbeitsplatz direkt oder indirekt am Auto hängt, dürfte die Aufzählung wie ein stiller Abschied wirken. Ein Kanzler, der die eigene Schlüsselindustrie nicht einmal erwähnt – das ist ein Signal.

Die Zahlen sind brutal: Tiefstand seit 2005

Wie ernst die Lage ist, zeigen die offiziellen Statistiken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes arbeiteten zum Ende des ersten Halbjahres 2026 nur noch 691.500 Menschen in der deutschen Automobilindustrie – ein Minus von 42.300 Beschäftigten oder 5,8 Prozent binnen eines Jahres. So wenige waren es seit 2005 nicht mehr.

Kein anderer großer Industriezweig verlor prozentual mehr. Besonders hart trifft es die Zulieferer von Teilen und Zubehör mit einem Rückgang von 7,6 Prozent auf 219.500 Beschäftigte. Bei den Herstellern von Kraftwagen und Motoren schrumpfte die Belegschaft um 6,1 Prozent auf 429.200.

Und es bleibt nicht bei der Autobranche: Im gesamten Verarbeitenden Gewerbe verschwanden laut Destatis binnen zwölf Monaten 144.100 Stellen. Chemie, Metall, Elektrotechnik – überall dasselbe Bild. Deindustrialisierung ist längst keine Warnung mehr, sondern eine Statistik.

Wer hat das eigentlich verursacht?

Aus Sicht unserer Redaktion ist das kein Naturereignis. Verbrennerverbot ab 2035, CO₂-Flottengrenzwerte, Strompreise auf Weltrekordniveau, Bürokratie in Aktenordner-Dimension und dazu die von Washington verhängten Zölle auf EU-Importe: Diese Belastungen sind das Ergebnis politischer Entscheidungen in Berlin und Brüssel – nicht eines fehlenden Fleißes deutscher Ingenieure.

Einer im Juli veröffentlichten Untersuchung des Fraunhofer-Instituts zufolge könnten bis 2040 europaweit bis zu rund 726.000 der 1,6 Millionen Jobs in der Autoindustrie wegfallen. Der Branchenverband VDA rechnet Medienberichten zufolge allein für Deutschland mit einem Verlust von etwa 225.000 Arbeitsplätzen bis 2035.

Wenn das Fundament bröckelt

Der Kanzler hatte im Wahlkampf einen Wirtschaftsaufschwung versprochen. Stattdessen erlebt das Land seit Jahren Substanzverlust – finanziert unter anderem über ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, dessen Rückzahlung künftige Steuerzahler schultern müssen.

Für Sparer ergibt sich daraus eine unbequeme Frage: Was passiert mit einer Währung und einem Sozialstaat, wenn die industrielle Wertschöpfung dahinter erodiert? Historisch haben Bürger in solchen Umbruchphasen auf Sachwerte gesetzt. Physisches Gold und Silber sind kein Allheilmittel, aber seit Jahrhunderten eine bewährte Beimischung, wenn Papierversprechen an Glanz verlieren.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.

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