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Kettner Edelmetalle
19.02.2026
21:11 Uhr

Machtkampf um die EZB-Spitze: Macrons letztes großes Manöver vor dem Abgang

Europa erlebt dieser Tage ein politisches Schauspiel, das an die großen Intrigen vergangener Jahrhunderte erinnert – nur dass es diesmal nicht um Throne geht, sondern um die mächtigste Finanzposition des Kontinents. Die Spekulationen um einen vorzeitigen Abgang von EZB-Präsidentin Christine Lagarde haben am Mittwoch neue Nahrung erhalten, und im Zentrum des Geschehens steht einmal mehr ein Mann, der sich offenbar als Strippenzieher der europäischen Institutionen versteht: Emmanuel Macron.

Lagarde auf dem Sprung – oder doch nicht?

Ein Bericht, wonach Lagarde damit rechne, ihr Amt vor dem regulären Ende ihres Mandats im Oktober 2027 niederzulegen, hat die europäischen Hauptstädte in Aufruhr versetzt. Die EZB beeilte sich zwar, die Wogen zu glätten. Eine Sprecherin erklärte, Lagarde sei „vollständig auf ihre Mission fokussiert" und habe „keine Entscheidung bezüglich des Endes ihrer Amtszeit getroffen". Doch aufmerksame Beobachter bemerkten sofort: Diese Formulierung war deutlich weicher als frühere Dementis. Sie ließ die Tür für einen vorzeitigen Abschied einen Spalt breit offen.

Und genau dieser Spalt könnte für Macron zum Einfallstor werden. Denn der scheidende französische Präsident, dessen Amtszeit im April 2026 endet, scheint fieberhaft daran zu arbeiten, Schlüsselpositionen in europäischen Institutionen mit loyalen Gefolgsleuten zu besetzen – bevor möglicherweise eine Regierung an die Macht kommt, die seinen politischen Kurs grundlegend korrigiert.

Das Muster ist unverkennbar

Wer glaubt, es handle sich bei den aktuellen Personalrochaden um Zufall, der hat die politische Dynamik in Frankreich nicht verstanden. Erst vor wenigen Wochen kündigte der Gouverneur der Banque de France, François Villeroy de Galhau, überraschend an, sein Amt mehr als ein Jahr vor dem regulären Ende niederzulegen. Die Interpretation war einhellig: Macron wolle die französische Zentralbank gegen einen möglichen Rechtsruck „absichern" – ein Vorgang, der in einer Demokratie eigentlich Fragen aufwerfen sollte.

Der Abgeordnete des Rassemblement National, Jean-Philippe Tanguy, brachte es im Pariser Parlament mit beißender Ironie auf den Punkt. Er bat Villeroy, „unsere Sorgen an Madame Lagarde weiterzuleiten, die offenbar ebenfalls Opfer einer Epidemie von Rücktritten geworden ist, die eindeutig von Emmanuel Macron verursacht wird – einem äußerst problematischen Erreger." Selten wurde die Strategie eines Staatschefs so treffend seziert.

Frankreichs ungeschriebenes Recht auf Macht

Die Präsidentschaft der Europäischen Zentralbank gehört zu den einflussreichsten Positionen, die Europa zu vergeben hat. Sie verfügt über eine finanzielle Feuerkraft, die ihresgleichen sucht. Entsprechend erbittert kämpfen die nationalen Regierungen seit jeher darum, jemanden in dieses Amt zu hieven, der ihren eigenen Interessen und Prioritäten wohlgesonnen ist.

Zwei Faktoren spielen Macron dabei in die Hände. Erstens: Frankreich hat als zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone ein ungeschriebenes Anrecht auf einen der sechs Sitze im EZB-Direktorium – ebenso wie Deutschland und Italien. Zweitens: Seit der Gründung der EZB vor 28 Jahren saßen nie länger als zwei Monate zwei Personen derselben Nationalität gleichzeitig im Direktorium.

Da Frankreich realistischerweise nicht damit rechnen kann, die EZB-Präsidentschaft für weitere acht Jahre zu beanspruchen, erwarten viele Analysten, dass Paris stattdessen den einflussreichen Posten des Chefvolkswirts anstrebt. Die Amtszeit des Iren Philip Lane endet im Mai 2027. Eine Entscheidung der Regierungen müsste mindestens einige Monate vorher fallen – und wenn ein französischer Kandidat für diese Position ernannt würde, müsste Lagarde logischerweise zeitnah Platz machen.

Ein großes Paket – und viele Begehrlichkeiten

Carsten Brzeski, globaler Leiter der Makroforschung bei ING, brachte die Lage nüchtern auf den Punkt: Es werde „noch wahrscheinlicher, dass die Nachfolge von Lane, Lagarde und der deutschen EZB-Direktorin Isabel Schnabel ein einziges großes Paketgeschäft" werde. Dabei müssten französische, deutsche und spanische Ansprüche auf eine Vertretung im Direktorium berücksichtigt werden.

Man muss kein Zyniker sein, um in diesem Prozess ein fundamentales Problem der europäischen Governance zu erkennen. Die wichtigsten geldpolitischen Entscheidungen für über 340 Millionen Bürger der Eurozone werden letztlich in Hinterzimmern ausgehandelt – als Ergebnis nationaler Machtspiele und persönlicher Ambitionen. Von demokratischer Legitimation kann hier kaum die Rede sein.

Lagarde: Nie wirklich angekommen in Frankfurt

Dass Lagarde ihr Amt möglicherweise nicht bis zum Ende ausübt, käme für Insider nicht völlig überraschend. Sie galt von Anfang an als widerwillige Besetzung für den Frankfurter Posten. In einem kürzlichen Fernsehinterview betonte sie auffällig, dass sie eigentlich nur fünf Jahre habe dienen wollen – ihr Mandat läuft jedoch acht Jahre. Bereits im vergangenen Jahr hatte Klaus Schwab, der Gründer des Weltwirtschaftsforums, öffentlich gemacht, dass er wiederholt mit Lagarde über ihre Nachfolge an der Spitze des WEF gesprochen habe. Lagarde sah sich daraufhin gezwungen zu erklären, sie sei „stets entschlossen gewesen, ihre Mission zu erfüllen und ihre Amtszeit zu vollenden."

Die Verhandlungen über Lagardes Nachfolge dürften jedenfalls intensiv werden. Erschwerend kommt hinzu, dass der Aufstieg konservativer und patriotischer Kräfte in ganz Europa es den etablierten Parteien zunehmend schwerer macht, den Besetzungsprozess für Schlüsselpositionen unter sich auszumachen. Und das ist, bei aller Dramatik, vielleicht die erfreulichste Nachricht in diesem ganzen Schauspiel: Die Zeiten, in denen eine kleine Elite ungestört über die Geschicke Europas bestimmen konnte, neigen sich dem Ende zu.

Für den deutschen Bürger und Sparer bleibt die entscheidende Frage: Wer auch immer künftig an der Spitze der EZB steht – wird diese Person endlich eine Geldpolitik verfolgen, die den Wert des Euro schützt, statt ihn durch endlose Anleihekäufe und Niedrigzinsen zu untergraben? Die Erfahrung der vergangenen Jahre lehrt leider, dass Skepsis angebracht ist. Umso wichtiger bleibt es für vorausschauende Anleger, auf bewährte Werte wie physische Edelmetalle zu setzen, die seit Jahrtausenden als Schutzschild gegen die Launen der Geldpolitik dienen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.

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