
Lockheed Martin sichert sich Milliarden-Deal mit Pentagon – Rüstungskonzern profitiert von globalen Krisen
Während die Welt in Flammen steht, klingeln bei den amerikanischen Rüstungsgiganten die Kassen. Der größte US-Rüstungskonzern Lockheed Martin hat einen wegweisenden Gewinnbeteiligungsvertrag mit der amerikanischen Regierung abgeschlossen, der die ohnehin schon prall gefüllten Auftragsbücher weiter anschwellen lässt. Die Aktie schoss daraufhin um satte 5,4 Prozent in die Höhe – ein deutliches Signal, wie lukrativ das Geschäft mit dem Tod geworden ist.
Vervierfachung der Raketenproduktion geplant
Die Vereinbarung mit dem Pentagon sieht vor, dass Lockheed Martin die Produktion seiner THAAD-Abfangraketen von derzeit 96 auf beeindruckende 400 Stück pro Jahr mehr als vervierfacht. Doch damit nicht genug: Erst kürzlich schloss der Konzern einen siebenjährigen Vertrag ab, der die Fertigung von Patriot PAC-3 Abfangraketen von 600 auf 2.000 Einheiten jährlich steigern soll. Eine Produktionsexplosion, die das Ausmaß der globalen Aufrüstungsspirale eindrücklich verdeutlicht.
Konzernchef Jim Taiclet erläuterte die ungewöhnliche Gewinnbeteiligungsklausel: Sollte Lockheed die gesteckten Produktions- und Gewinnziele übertreffen, würden Teile der zusätzlichen Profite an die US-Regierung zurückfließen – investiert in Ersatzteile oder Fabrikkapazitäten. Ein cleverer Schachzug, der beiden Seiten nutzt.
Geopolitische Spannungen als Wachstumsmotor
Die Nachfrage nach Waffen und Munition ist regelrecht explodiert. Der andauernde Krieg in der Ukraine, die schwelenden Konflikte im Nahen Osten und jüngst die Festnahme des venezolanischen Präsidenten durch US-Streitkräfte haben die Auftragsbücher der Rüstungsindustrie gefüllt wie selten zuvor. Bei letzterer Operation kamen übrigens F-35 und F-22 Kampfjets, RQ-170 Tarnkappen-Drohnen sowie Sikorsky Black Hawk Hubschrauber zum Einsatz – allesamt Produkte aus dem Hause Lockheed.
Im vierten Quartal verzeichnete die Raketensparte des Konzerns mit einem Plus von 17,8 Prozent das stärkste Umsatzwachstum aller Geschäftsbereiche. Die Luftfahrtsparte, die unter anderem die F-35 Kampfjets produziert, legte immerhin um 6,4 Prozent zu.
Rekordzahlen bei F-35 Auslieferungen
Im Jahr 2025 lieferte Lockheed Martin rekordverdächtige 191 F-35 Kampfjets aus – eine dramatische Steigerung gegenüber den 110 Maschinen im Vorjahr. Das F-35-Programm gilt als das größte Beschaffungsprojekt des Pentagons überhaupt, mit geschätzten Lebenszykluskosten von mehr als zwei Billionen Dollar für Anschaffung, Betrieb und Wartung.
Trump-Administration mischt sich ein
Die Trump-Regierung hat die Rüstungsindustrie fest im Blick. Handelsminister Howard Lutnick deutete bereits an, dass die Administration Kapitalbeteiligungen an großen Rüstungskonzernen erwäge. Zudem unterzeichnete Trump im Januar eine Anordnung, die Dividenden, Aktienrückkäufe und Managervergütungen an Waffenlieferpläne koppelt – ein Novum, das für Unsicherheit in der Branche sorgt.
Für das Jahr 2026 prognostiziert Lockheed Martin einen Umsatz zwischen 77,5 und 80 Milliarden Dollar – deutlich über den Analystenerwartungen von 77,83 Milliarden. Der erwartete Gewinn pro Aktie liegt zwischen 29,35 und 30,25 Dollar, ebenfalls über den Prognosen.
Die Rüstungsindustrie boomt, während Europa und Deutschland ihre Verteidigungsfähigkeit sträflich vernachlässigt haben. Jahrzehntelang hat man sich auf den amerikanischen Schutzschirm verlassen, anstatt in eigene Kapazitäten zu investieren. Nun zeigt sich bitter, was diese naive Friedensdividenden-Politik gekostet hat.
Absicherung gegen politische Unwägbarkeiten
Bemerkenswert ist die vertragliche Absicherung, die Lockheed Martin ausgehandelt hat: Sollte der Kongress die geplanten mehrjährigen Munitionskäufe nicht bewilligen, greifen sogenannte "Make-whole"-Klauseln, die den Konzern vor Verlusten schützen. Eine Risikoabsicherung, die zeigt, wie professionell die Rüstungslobby ihre Interessen durchzusetzen versteht.
Im Jahr 2025 zahlte Lockheed Martin 3,13 Milliarden Dollar an Dividenden aus – ein Anstieg gegenüber den 3,06 Milliarden im Vorjahr. Das Geschäft mit der Verteidigung bleibt hochprofitabel, während andere Branchen mit Rezessionsängsten kämpfen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Rüstungsaktien oder andere Wertpapiere sind mit erheblichen Risiken verbunden. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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