
Lawrows Kampfansage vor der UNO: Kein Waffenstillstand, keine Pause!

Sergej Lawrow hat im UN-Sicherheitsrat jede Hoffnung auf eine schnelle Waffenruhe zunichtegemacht. Am 23. September 2026 erklĂ€rte Russlands AuĂenminister in New York, Moskau werde seine âmilitĂ€rische Spezialoperationâ in der Ukraine auch wĂ€hrend möglicher Verhandlungen nicht unterbrechen. Die Hauptschuld am Krieg gab er in seiner Rede vor allem Europa.
Verhandelt wird, geschossen auch
Kernsatz der Rede ist ein Satz, der in BrĂŒssel und Berlin wie eine kalte Dusche gewirkt haben dĂŒrfte:
âDurch bittere Erfahrungen gewarnt, werden wir jedoch fĂŒr die Dauer von Verhandlungen in welchem Format auch immer keine Pause bei der militĂ€rischen Spezialoperation einlegen.â
Seine BegrĂŒndung: Europa wolle eine Feuerpause nur, um Zeit zu gewinnen und die leeren Waffenlager der Ukraine wieder aufzufĂŒllen. Russland sei zwar zu GesprĂ€chen ĂŒber einen âdauerhaftenâ Frieden bereit. Die Bedingungen dafĂŒr habe Wladimir Putin aber bereits im Juni 2024 genannt. Damals verlangte der Kremlchef, dass Kiew seine Truppen aus den Regionen Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson abzieht und auf einen NATO-Beitritt verzichtet. Das ist kein Kompromissangebot, sondern eine Forderung nach Kapitulation.
Europa als SĂŒndenbock
Den gröĂten Teil seiner Rede nutzte Lawrow fĂŒr eine Abrechnung mit der Geschichte, wie Moskau sie sieht. Die EuropĂ€er hĂ€tten im Februar 2014 ein Abkommen zwischen dem damaligen PrĂ€sidenten Viktor Janukowitsch und der Opposition garantiert. Unterschrieben hatten es Frank-Walter Steinmeier, RadosĆaw Sikorski und Laurent Fabius. Nur einen Tag spĂ€ter sei die Vereinbarung gescheitert. Danach hĂ€tten Berlin und Paris auch die Minsker Abkommen von 2015 nie ernsthaft umsetzen wollen.
Einen Beleg liefert ihm dafĂŒr ausgerechnet Angela Merkel. Die Altkanzlerin hatte Ende 2022 in einem Interview gesagt, Minsk sei ein Versuch gewesen, der Ukraine Zeit zu verschaffen. Auch Boris Johnson nahm Lawrow ins Visier: Der britische Ex-Premier habe 2022 in Istanbul einen fast fertigen Friedensvertrag verhindert. Johnson hat diesen Vorwurf in der Vergangenheit zurĂŒckgewiesen.
âAnchorage beerdigtâ?
Brisant ist Lawrows Darstellung der Zeit nach dem Gipfel zwischen Putin und Donald Trump im August 2025 in Alaska. Dort habe es eine grundsĂ€tzliche Einigung gegeben. EuropĂ€ische Politiker seien dann eilig nach Washington gereist, um die Umsetzung zu bremsen. Beim G7-Gipfel in Ăvian und beim NATO-Gipfel in Ankara im Juni 2026 hĂ€tten sie sich schlieĂlich damit gerĂŒhmt, âAnchorage beerdigtâ zu haben. Trotzdem seien die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner zuletzt wieder in Moskau gewesen.
Scharfer Widerspruch im Saal
Lawrows Kritik blieb nicht unbeantwortet. Der ukrainische AuĂenminister Andrij Sybiha sagte Berichten zufolge, 14 der 15 Mitglieder des Sicherheitsrats seien fĂŒr eine Waffenruhe. Nur ein einziger Aggressor blockiere sie. 51 Staaten forderten in einer gemeinsamen ErklĂ€rung, die EU-AuĂenbeauftragte Kaja Kallas vortrug, einen vollstĂ€ndigen Waffenstillstand. Wenige Stunden spĂ€ter meldete Kiew erneut schwere russische Angriffe.
Mit seinen VorwĂŒrfen, die Ukraine verbreite Nazi-Ideologie, wiederholte Lawrow einen Vorwurf, den westliche Regierungen seit Jahren als Propaganda zurĂŒckweisen. Anders sieht es bei seinem Seitenhieb gegen UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres aus: Lawrow wirft den Vereinten Nationen vor, beim Selbstbestimmungsrecht der Völker fĂŒr Grönland andere MaĂstĂ€be anzulegen als fĂŒr die Krim. Das dĂŒrfte manchem westlichen Diplomaten unangenehm gewesen sein.
Und Deutschland? Zahlt und schaut zu
FĂŒr die BĂŒrger in Deutschland ist das Ergebnis bitter. Die Bundesrepublik gehört zu den gröĂten UnterstĂŒtzern Kiews. Die entscheidenden GesprĂ€che laufen aber lĂ€ngst ĂŒber Washington. Laut Wolodymyr Selenskyj schlagen die USA nun DreiergesprĂ€che in den Vereinigten Arabischen Emiraten vor. Medienberichten zufolge wurde Putin sogar zum G20-Gipfel eingeladen. Europa redet viel ĂŒber Werte, am Verhandlungstisch hat es aber immer weniger zu sagen.
Ein Ende des Krieges ist deshalb nicht in Sicht. Politische Unsicherheit, die Gefahr einer Eskalation und die hohen Kosten fĂŒr die Staatshaushalte werden uns also weiter begleiten. Viele Sparer setzen in solchen Zeiten auf physisches Gold und Silber. Die Edelmetalle können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen helfen, sich gegen Krisen abzusichern, die sich politisch nicht kontrollieren lassen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt unsere redaktionelle EinschĂ€tzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und trĂ€gt fĂŒr seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.
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