
Lanz seziert Grünen-Vize: Wie Andreas Audretsch an Baerbocks „feministischer Außenpolitik“ zerschellt

Es gibt Fernsehmomente, die man nicht inszenieren kann – sie ergeben sich, wenn jemand mit leeren Händen an einen Tisch tritt, an dem das Gegenüber bestens munitioniert ist. Genau ein solcher Abend spielte sich am Dienstag in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz ab. Der Grünen-Vizevorsitzende Andreas Audretsch hatte sich vorgenommen, das wohl schillerndste Prestigeprojekt seiner Partei zu verteidigen: die sogenannte „feministische Außenpolitik“ der früheren Außenministerin Annalena Baerbock. Was folgte, glich weniger einer Debatte als einer öffentlichen Vorführung.
Wenn Schlagworte auf Substanz treffen
Lanz, sichtlich gut vorbereitet, ließ dem Grünen-Politiker keinen bequemen Ausweg. Es ging um Baerbocks denkwürdige Auftritte in Afrika, um jene fast schon legendären Anmaßungen darüber, wo Klohäuschen zu errichten seien, um das Gesamtkonstrukt einer Außenpolitik, die das Wort „feministisch“ wie eine Monstranz vor sich herträgt – und um die hochumstrittene Vergabe eines deutschen Spitzenpostens bei den Vereinten Nationen.
Audretsch versuchte zu verteidigen, was sich schwerlich verteidigen lässt. Und je länger das Gespräch dauerte, desto schmerzhafter wurde das Schauspiel für jeden Zuschauer. Auf jede bohrende Nachfrage des Moderators reagierte der Grünen-Vize mit dem rhetorischen Repertoire seiner Partei: leere Phrasen, vorgestanzte Worthülsen und immer wieder dasselbe Zauberwort – „Frauen“.
„Erst versucht Audretsch zu lügen. Dann grillt ihn Lanz. Es ist wie ein Autounfall.“ – so brachte es ein Nutzer auf der Plattform X auf den Punkt.
Eine Politik, die mehr Selbstinszenierung als Strategie war
Man muss sich vor Augen führen, was diese „feministische Außenpolitik“ in ihrer praktischen Umsetzung bedeutete. Statt knallharter Interessenvertretung für deutsche Bürger und deutsche Wirtschaft auf dem internationalen Parkett erlebte das Land eine Außenpolitik der moralischen Belehrung. Andere Nationen wurden nicht etwa als gleichberechtigte Partner behandelt, sondern als Schüler, denen man von Berlin aus erklärte, wie sie zu leben hätten – bis hin zur Frage des Standorts sanitärer Anlagen.
Dass ausgerechnet eine solche Politik nun verteidigt werden sollte, während sich ihre Bilanz so dürftig liest, machte den Auftritt Audretschs zum Lehrstück. Wer nichts Substanzielles vorzuweisen hat, der flüchtet sich in Worthülsen. Und genau dort holte Lanz ihn immer wieder ein.
Symptomatisch für eine ganze Denkschule
Der Abend war mehr als nur ein peinlicher Auftritt eines einzelnen Politikers. Er war ein Sinnbild für eine Politik, die Symbolik über Substanz stellt, die Schlagworte über greifbare Ergebnisse erhebt. Während andere Nationen ihre Interessen mit kühlem Pragmatismus verfolgen, leistete sich Deutschland einen außenpolitischen Kurs, der vor allem dem eigenen moralischen Selbstbild diente.
Dass die Wählerschaft solche Inszenierungen zunehmend durchschaut, zeigte sich nicht zuletzt am Wahlergebnis vom Februar 2025. Der Auftritt bei Lanz dürfte vielen noch einmal in Erinnerung gerufen haben, warum.
Am Ende bleibt ein nüchterner Befund: Eine Außenpolitik, die sich selbst feiert, aber die Interessen des eigenen Landes vernachlässigt, ist auf Dauer nicht haltbar. Es braucht eine Politik, die wieder für Deutschland und nicht gegen die Realität regiert – und die ihre Positionen auch dann verteidigen kann, wenn der Moderator gut vorbereitet ist.

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