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Kettner Edelmetalle
28.01.2026
07:34 Uhr

Kupferpreis auf Rekordjagd: Warum das rote Metall zum strategischen Schlüsselrohstoff avanciert

Kupferpreis auf Rekordjagd: Warum das rote Metall zum strategischen Schlüsselrohstoff avanciert

Der Kupfermarkt erlebt derzeit eine beispiellose Rallye, die weit über eine gewöhnliche zyklische Hausse hinausgeht. Mit einem Preisanstieg von über 43 Prozent im vergangenen Jahr und neuen Rekordständen von zeitweise über 13.270 US-Dollar je Tonne zeichnet sich eine fundamentale Neubewertung des roten Metalls ab. Was steckt hinter dieser Entwicklung, und welche Konsequenzen ergeben sich für Anleger und die globale Wirtschaft?

Angebotsschock trifft auf strukturelle Nachfrage

Die aktuelle Preisexplosion beim Kupfer ist kein Zufallsprodukt spekulativer Übertreibung, sondern das Ergebnis einer dramatischen Verknappung auf der Angebotsseite. Eine Kaskade von Produktionsausfällen hat den Markt regelrecht überrumpelt. Die Überflutung der gigantischen Grasberg-Mine in Indonesien im September 2025, bei der geschätzte 800.000 Tonnen Schlamm die Anlagen unter sich begruben, markierte dabei nur den spektakulärsten Einschnitt. Der erwartete Produktionsausfall bis Ende 2026 übertrifft sogar die jährliche Förderleistung der Collahuasi-Mine – eines der größten Kupfervorkommen weltweit.

Doch Grasberg steht nicht allein. Das Kamoa-Kakula-System in der Demokratischen Republik Kongo verzeichnete flutungsbedingte Kürzungen von rund 300.000 Tonnen. Der Rohstoffgigant Teck musste seine Prognosen um etwa 60.000 Tonnen nach unten korrigieren. Codelcos El Teniente-Betrieb in Chile senkte nach einem Unfall die Erwartungen um 33.000 Tonnen. Und die anhaltende Schließung der Cobre Panama-Mine von First Quantum entspricht einem dauerhaften Verlust von über 300.000 Tonnen jährlicher Produktion.

Das Ende des globalen Lagerpuffers

Besonders bemerkenswert ist die veränderte Rolle der weltweiten Kupferbestände. In früheren Marktphasen konnten Börsenbestände und Arbitragegeschäfte das Metall flexibel dorthin lenken, wo es am dringendsten benötigt wurde. Diese Pufferfunktion existiert heute kaum noch. Handelsfriktionen, politische Unsicherheiten und die zunehmende Deglobalisierung haben dazu geführt, dass sich die Lagerbestände in regionalen Becken konzentrieren, statt als globaler Ausgleichsmechanismus zu fungieren.

Konkret bedeutet dies: Während die US-amerikanischen Lagerbestände erhöht sind, herrscht außerhalb der Vereinigten Staaten eine deutlich engere Verfügbarkeit, als es die globalen Gesamtsummen vermuten lassen. Für den Kupferpreis gewinnt damit nicht nur die Frage des „Wie viel", sondern auch des „Wo" entscheidende Bedeutung. Lieferfähigkeit, Standort und geopolitische Risiken können den Effekt der klassischen Angebots-Nachfrage-Bilanz erheblich verstärken.

Verarbeitungskosten als Warnsignal

Ein weiteres Stresssignal sendet der Markt für Kupferkonzentrat. Die sogenannten Treatment Charges – also die Entgelte, die Schmelzen für die Verarbeitung von Kupferkonzentrat erhalten – sind für 2026 auf null US-Dollar gefallen. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 21,25 US-Dollar, was bereits als außergewöhnlich niedrig galt. Spot-TCs sind sogar in den negativen Bereich gerutscht. Diese Entwicklung signalisiert eine akute Knappheit von Konzentrat gegenüber der verfügbaren Verarbeitungskapazität und macht die gesamte Lieferkette anfälliger für weitere Störungen.

Politische Risiken und der Section-232-Faktor

Die Trump-Administration hat mit ihrer Handelspolitik einen weiteren Preistreiber geschaffen. Am 30. Juli 2025 wurden pauschale 50-Prozent-Zölle auf halbverarbeitete Kupferprodukte sowie kupferintensive Derivate erlassen. Raffiniertes Kupfer blieb zwar zunächst verschont, doch der Weg zu künftigen Zöllen ist klar vorgezeichnet. Als nächster Fixpunkt gilt der 30. Juni 2026, wenn der US-Handelsminister dem Präsidenten ein Update zum Binnenmarkt vorlegen soll – möglicherweise als Grundlage für stufenweise Importabgaben von 15 Prozent ab 2027 und 30 Prozent ab 2028.

Diese Unsicherheit hat bereits zu einer ungewöhnlichen US-Prämie geführt und Lieferströme in die Vereinigten Staaten gelenkt. Die Bestandskonzentration in den USA bleibt bestehen, während der Rest der Welt mit engeren Verhältnissen kämpft.

Kupfer als strategisches Metall der Zukunft

Die Nachfrageseite erfährt derweil eine fundamentale Verschiebung. Kupfer wird zunehmend als kritisches Material gehandelt, getragen vom Ausbau stromintensiver KI- und Rechenzentrumsinfrastruktur, von steigenden Verteidigungsausgaben und der Modernisierung der Stromnetze. Elektrische Infrastruktur hat das Baugewerbe als größte Nachfragesäule überholt: Der Anteil stieg von 24 Prozent im Jahr 2020 auf 30 Prozent im Jahr 2025 – mit weiterem Potenzial nach oben.

Diese Mischung aus struktureller Nachfrage und begrenzter Angebotsreaktion stützt den Kupferpreis auch dann, wenn klassische Konjunktursignale uneinheitlich ausfallen. Die Aktienmärkte haben diese Entwicklung bereits antizipiert: Kupferproduzenten legten 2025 um über 74 Prozent zu, Junior-Kupferunternehmen sogar um mehr als 132 Prozent.

Fazit: Ein neues Preisregime etabliert sich

Der Kupfermarkt befindet sich in einer Phase der Neubewertung, die weit über kurzfristige Preisschwankungen hinausgeht. Aktive Politikrisiken, ein fragiles Angebotsprofil, Stress im Konzentratmarkt und eine Nachfrage, die stärker durch kritische Infrastruktur als durch reine Zyklik geprägt ist – all diese Faktoren wirken gleichzeitig und halten den Kupferpreis nahe Rekordniveau. Für Anleger, die ihr Portfolio diversifizieren möchten, könnten physische Edelmetalle wie Gold und Silber eine sinnvolle Ergänzung darstellen, um sich gegen die zunehmenden Unsicherheiten an den Rohstoffmärkten abzusichern.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst dafür verantwortlich, eigene Recherchen durchzuführen und seine Anlageentscheidungen auf Basis seiner individuellen Situation zu treffen. Investitionen in Rohstoffe und Rohstoffaktien sind mit erheblichen Risiken verbunden und können zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen.

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