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Kettner Edelmetalle
13.01.2026
20:35 Uhr

Kupferdiebstahl-Epidemie erschüttert Amerika: Wenn Kriminelle die Infrastruktur plündern

Kupferdiebstahl-Epidemie erschüttert Amerika: Wenn Kriminelle die Infrastruktur plündern

Eine beispiellose Welle von Kupferdiebstählen rollt durch die Vereinigten Staaten und bedroht nicht nur die öffentliche Sicherheit, sondern legt ganze Kommunikationsnetze lahm. Was sich wie ein Szenario aus einem dystopischen Film anhört, ist längst bittere Realität geworden – und die Zahlen sprechen eine erschreckende Sprache.

Rekordpreise befeuern kriminelle Energie

Der Kupferpreis hat historische Höchststände erreicht: Rund 6 Dollar pro Pfund oder etwa 12.000 Dollar pro Tonne werden mittlerweile für das begehrte Metall gezahlt. Ein Anstieg von mehr als 30 Prozent im Jahresvergleich, wie Branchenanalysten berichten. Diese Preisentwicklung hat eine regelrechte Goldgräberstimmung unter Kriminellen ausgelöst – nur dass sie eben nicht nach Gold, sondern nach Kupfer graben.

Die Statistiken sind alarmierend: Mehr als 15.540 Kupferdiebstähle wurden allein im Jahr 2025 registriert, so der US-Telekommunikationsverband. Das Volumen der Diebstähle in der ersten Jahreshälfte hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdoppelt. Die Täter gehen dabei mit erschreckender Professionalität vor – sie stehlen ummantelte Kupferkabel, schneiden sie in kurze Stücke und verbrennen die Ummantelung, um an das rohe Kupfer zu gelangen.

Wenn Polizisten plötzlich ohne Funk dastehen

Die Konsequenzen dieser Diebstähle sind weitreichend und teilweise lebensgefährlich. Ende Dezember 2025 legte ein Kupferdiebstahl im Elysian Park die Funkgeräte der Verkehrspolizei von Los Angeles lahm. Die Beamten standen plötzlich ohne Kommunikationsmöglichkeit da – ohne Notfallunterstützung, ohne Verbindung zur Zentrale. Man stelle sich vor, was passiert wäre, hätte sich in diesem Moment eine kritische Situation entwickelt.

„Dies sind keine geringfügigen Störungen. Es handelt sich um schwerwiegende Angriffe auf die öffentliche Sicherheit, die wirtschaftliche Stabilität und die nationale Widerstandsfähigkeit."

Diese Worte stammen von der Bundeskommissarin für Kommunikation, Olivia Trusty, und sie treffen den Nagel auf den Kopf. Denn was hier geschieht, ist weit mehr als simpler Diebstahl – es ist ein Angriff auf die Grundpfeiler der modernen Gesellschaft.

Millionenschäden und geschlossene Schulen

Die finanziellen Dimensionen sind gewaltig. Allein AT&T verzeichnete im Jahr 2025 Verluste von 76 Millionen Dollar durch Kupferdiebstähle, bei mindestens 8.700 gemeldeten Vorfällen. In Portland, Oregon, verursachten die Diebstähle in nur sechs Monaten Schäden von über 2 Millionen Dollar. Eine Diebesbande in Loudoun County, Maryland, war für Verluste von mehr als 3 Millionen Dollar verantwortlich, bevor sie nach achtmonatigen Ermittlungen gefasst werden konnte.

Besonders perfide: Auch Schulen bleiben nicht verschont. Die Solano Widenmann Leadership Academy in Vallejo, Kalifornien, musste zwei Tage lang schließen, nachdem Diebe nachts in das Gebäude eingedrungen waren und es seiner Kupferleitungen beraubt hatten. Die Reparaturkosten beliefen sich auf 200.000 Dollar – Geld, das eigentlich für die Bildung der Kinder hätte verwendet werden sollen.

Die Achillesferse: Unkontrollierter Schrotthandel

Ein wesentlicher Faktor, der diese kriminellen Aktivitäten begünstigt, ist die erschreckende Leichtigkeit, mit der gestohlenes Material an Schrotthändler verkauft werden kann. Oft geschieht dies ohne nennenswerte Kontrolle oder Rechenschaftspflicht. Es ist ein offenes Geheimnis, dass der Schwarzmarkt für Kupfer floriert – und die Behörden scheinen dem Problem hinterherzuhinken.

Immerhin gibt es erste legislative Reaktionen. Kaliforniens Assembly Bill 476, unterzeichnet von Gouverneur Gavin Newsom Ende 2025, verpflichtet Schrotthändler zur Identitätsprüfung von Verkäufern und zur Führung besserer Aufzeichnungen. Minnesota hat ähnliche Gesetze erlassen. Doch ob diese Maßnahmen ausreichen, um der Kupferdiebstahl-Epidemie Herr zu werden, bleibt abzuwarten.

Telekommunikationsriesen rüsten auf

Die betroffenen Unternehmen reagieren mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen. AT&T hat Belohnungen von bis zu 20.000 Dollar für Hinweise ausgelobt, die zu Verhaftungen führen. Verizon installiert Metallkäfige um kritische Anlagen, Überwachungskameras in Hochrisikogebieten und GPS-Ortungsgeräte in Netzwerkkabeln. Bei Manipulation wird sofort die Polizei alarmiert.

Diese Entwicklung in den USA sollte auch deutschen Bürgern zu denken geben. In Zeiten steigender Rohstoffpreise und zunehmender gesellschaftlicher Instabilität gewinnt der Schutz kritischer Infrastruktur an Bedeutung. Wer sein Vermögen langfristig absichern möchte, sollte über physische Edelmetalle als Beimischung zum Portfolio nachdenken – sie sind nicht nur wertstabil, sondern auch deutlich schwerer zu stehlen als Kupferkabel aus der Wand.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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