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Kettner Edelmetalle
21.08.2026
10:32 Uhr
KI-generiert

Kohle schlägt alles: Der unbequeme Realitätscheck der Energiewende

Kohle schlägt alles: Der unbequeme Realitätscheck der Energiewende
Symbolbild: KI-generiert

Trotz Rekordzubau bei Wind und Sonne bleibt die Kohle 2026 die mit Abstand größte Stromquelle der Welt. Das geht aus aktuellen Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) hervor, die diese Woche in mehreren Fachpublikationen aufgegriffen wurden. Der Grund für den überraschenden Schub: der Krieg am Golf.

Fast ein Drittel des Weltstroms kommt aus Kohle

10.974 Terawattstunden – so viel Strom sollen Kohlekraftwerke laut IEA im laufenden Jahr liefern. Bei einer weltweiten Gesamterzeugung von 33.313 Terawattstunden entspricht das nahezu einem Drittel.

Dahinter klafft eine Lücke: Erdgas kommt auf 6.976 TWh, Wasserkraft auf 4.536 TWh. Solar (3.289 TWh), Wind (2.898 TWh) und Kernkraft (2.871 TWh) folgen erst mit weitem Abstand.

Anders gesagt: Kohle erzeugt beinahe so viel Strom wie Erdgas und Wasserkraft zusammen – und rund 77 Prozent mehr als Wind und Solar gemeinsam. Die IEA erwartet zwar, dass erneuerbare Energien in Summe die Kohle 2026 erstmals überholen. Dafür muss man allerdings Wasserkraft, Solar, Wind, Bioenergie und Geothermie zusammenrechnen. Eine einzelne Quelle, die der Kohle gefährlich wird? Fehlanzeige.

Der Iran-Krieg dreht die Prognose um

Noch zum Jahreswechsel hatte die Agentur einen Rückgang der Kohleverstromung um 1,3 Prozent erwartet. Dann kam der Krieg. Der Ausfall von LNG-Lieferungen durch die Straße von Hormus trieb die Gaspreise in Europa und Asien nach oben.

Die Folge ist so simpel wie ernüchternd: Wo Kraftwerke zwischen Brennstoffen wechseln können, gewinnt derzeit die Kohle. Die IEA rechnet nun mit einer weitgehend stagnierenden Gasverstromung – und einer steigenden Kohleverstromung.

Geopolitik schlägt Klimaplan. Wer Energiepolitik ohne Versorgungssicherheit denkt, wird von der Realität eingeholt.

Asien baut, Europa verzichtet

Der Schwerpunkt liegt klar in Asien. China erzeugt laut IEA mehr als die Hälfte des weltweiten Kohlestroms – und das, obwohl das Land mehr Wind- und Solarkapazität installiert als der Rest der Welt zusammen. Indien deckt rund 71 Prozent seines Strombedarfs mit Kohle, Südostasien etwa 48 Prozent.

Dort geht es eben nicht um Ersatz, sondern um Aufbau. Chinas Strombedarf soll 2026 um 5,5 Prozent wachsen, Indiens um 7 Prozent. Global erwartet die IEA ein Plus von 3,6 Prozent in diesem und 3,8 Prozent im nächsten Jahr.

Wachstum ja – Ablösung nein

Solar soll 2026 um rund 30 Prozent zulegen, Wind um etwa 10 Prozent. Beeindruckend. Nur: Zusammen kommen beide auf 6.187 TWh – noch immer 44 Prozent weniger als Kohle allein.

Die Agentur geht davon aus, dass Kohle bis 2030 die größte Einzelquelle bleibt; der Rückgang soll im Schnitt lediglich 0,9 Prozent pro Jahr betragen. Ihr Anteil am Strommix falle bis 2030 auf 27 Prozent, nach 34 Prozent im Jahr 2025.

Für Deutschland, das seine Kernkraftwerke abgeschaltet hat und gleichzeitig aus der Kohle aussteigen will, ist das eine unbequeme Nachricht. Denn Dunkelflauten verschwinden nicht, weil man sie politisch nicht einplant. Aus Sicht unserer Redaktion zeigen die Zahlen vor allem eines: Der Rest der Welt richtet seine Energiepolitik an Kosten und Verfügbarkeit aus – nicht an moralischen Zielmarken.

Was Anleger daraus mitnehmen können

Energiepreise sind der Taktgeber der Inflation. Wer Vermögen gegen politische Fehlkalkulationen und Preisschübe absichern will, hält physische Edelmetalle traditionell als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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