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21.10.2026
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KI-Schuldenrausch: Der Anleihemarkt schlägt Alarm bei Oracle und Meta!

KI-Schuldenrausch: Der Anleihemarkt schlägt Alarm bei Oracle und Meta!
Symbolbild: KI-generiert

Die Versicherungen gegen Zahlungsausfälle der großen KI-Konzerne sind am Dienstag auf Rekordniveau gestiegen. Betroffen sind vor allem Oracle, Meta und SpaceX. Profi-Investoren sichern sich so gegen eine neue Welle von Milliarden-Anleihen ab, die nach den Quartalszahlen auf den ohnehin schon gesättigten Markt zukommen dürfte.

Das Fieberthermometer der Finanzwelt

Credit Default Swaps, kurz CDS, funktionieren im Grunde wie eine Brandschutzversicherung für Anleihen. Steigt ihr Preis, wächst bei den Anlegern der Zweifel an der Zahlungsfähigkeit des Schuldners. Genau dieses Signal sendet der Markt gerade, und zwar unüberhörbar.

Den Daten von ICE Data Services zufolge wurden die CDS auf Oracle bei einem Rekordwert von 343 Basispunkten gehandelt. Der Softwarekonzern gilt längst als Gradmesser für das Kreditrisiko der gesamten KI-Branche. Auch bei Meta erreichte die Absicherung ein Allzeithoch: Sie stieg um bis zu 6,3 auf 114,8 Basispunkte, und das kurz vor der Vorlage der Quartalszahlen am Mittwoch, dem 21. Oktober.

Noch drastischer fällt der Sprung bei SpaceX aus. Die fünfjährigen CDS kletterten auf bis zu 242 Basispunkte. Im Juni hatten sie noch bei rund 111 Basispunkten gelegen, das ist mehr als eine Verdoppelung in wenigen Monaten.

450 Milliarden Dollar, und kein Ende in Sicht

Laut Bloomberg haben Unternehmen weltweit in diesem Jahr bereits mehr als 450 Milliarden US-Dollar für KI-Projekte aufgenommen. Und der Hunger ist offenbar nicht gestillt. SpaceX verhandle mit Banken und Investoren über weitere 40 Milliarden Dollar, mit denen Chips von Nvidia gekauft werden sollen. Meta hatte bereits im April 25 Milliarden Dollar in sechs Tranchen eingesammelt und soll inzwischen auch mit europäischen Investoren sprechen.

Wie viel Fremdkapital passt eigentlich noch in den Markt? Lotfi Karoui, Kreditstratege beim Anleihegiganten PIMCO, räumt eine bemerkenswerte Unsicherheit ein:

„Wir haben noch keinen Anhaltspunkt dafür gefunden, in welchem Umfang der Markt die Emissionen von Anleihen absorbieren kann."

Auffällig ist auch der Kalender. Bisher legte Meta seine Zahlen für das dritte Quartal stets am letzten Mittwoch im Oktober vor, diesmal eine Woche früher. Einige Investoren vermuten dahinter Taktik: Der Konzern verschaffe sich so ein Zeitfenster für eine große Emission noch vor den US-Zwischenwahlen im November. Meta selbst äußerte sich auf Anfrage nicht.

Panik-Absicherung auf Rekordniveau

Die Nervosität lässt sich in Zahlen fassen. Nach einer Analyse von Barclays stieg das Handelsvolumen von CDS auf die zehn größten Hyperscaler und Chiphersteller bis September um 691 Prozent auf 140 Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren es noch rund 17,7 Milliarden. Schwächere Akteure wie CoreWeave mussten bei Aktien und Anleihen bereits empfindliche Verluste hinnehmen.

Medienberichten zufolge hatte S&P die Bonität von Oracle schon im Sommer auf BBB- herabgestuft. Das ist die letzte Stufe vor dem sogenannten Ramschniveau. Laut T. Rowe Price erkennen Anleger zunehmend korrelierte Risiken: Wenn die KI-Wette nicht aufgeht, geraten gleich mehrere Schuldner auf einmal ins Wanken.

Déjà-vu aus der Dotcom-Ära?

Wer sich an das Jahr 2000 erinnert, kennt das Muster. Damals finanzierten Telekomkonzerne den Glasfaser-Boom mit gewaltigen Schuldenbergen. Als die erhofften Renditen ausblieben, folgten Pleiten und Milliardenabschreibungen. Ob die KI-Investitionen von heute ausreichend Gewinne abwerfen, ist bislang völlig offen. Genau diese Frage stellen sich nun auch die Anleihegläubiger.

Wenn selbst die Kreditprofis an der Wall Street ihre Schutzschirme aufspannen, sollten private Sparer genau hinsehen. Physisches Gold und Silber haben kein Ausfallrisiko eines Emittenten und eignen sich daher als solide Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio, gerade in Zeiten, in denen auf Pump gebaute Wachstumsgeschichten den Markt beherrschen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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