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Kernkraft-Comeback: CDU-Vize Müller wittert Morgenluft nach von der Leyens Kehrtwende

Was vor wenigen Jahren noch als politisches Todesurteil galt, feiert nun ein bemerkenswertes Comeback auf der politischen Bühne: Die Kernenergie. Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Sepp Müller, hat sich unmissverständlich für eine Rückkehr zur Atomkraft ausgesprochen – und beruft sich dabei auf niemand Geringeren als EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Von der Leyen spricht aus, was viele längst denken

Die Kommissionspräsidentin hatte bei einem Kernenergie-Gipfel in Paris die Abkehr von der Atomkraft als „strategischen Fehler" bezeichnet. Ein Satz, der wie ein Donnerschlag durch die europäische Energiepolitik hallt. Müller begrüße diese Äußerung „außerordentlich", wie er gegenüber der „Bild" erklärte. Kernkraft habe Zukunft – vorausgesetzt, es gelinge, kleine und sichere Reaktoren zu entwickeln, die günstigen Strom produzieren könnten.

Man reibt sich verwundert die Augen. Dieselbe politische Klasse, die unter dem Eindruck grüner Panikrhetorik sämtliche deutschen Kernkraftwerke vom Netz nahm, entdeckt nun plötzlich die Vorzüge der Atomenergie wieder. Während andere Nationen – allen voran Frankreich, China und die USA – ihre nuklearen Kapazitäten konsequent ausbauten, hat Deutschland seine modernsten Meiler abgeschaltet und sich in eine beispiellose Energieabhängigkeit manövriert. Die Quittung dafür liegt längst auf dem Tisch: explodierende Strompreise, die den Industriestandort Deutschland systematisch aushöhlen.

Die Industrie drängt auf Kurskorrektur

Dass der Ruf nach einem Kernkraft-Comeback nicht nur aus den Reihen der Politik kommt, überrascht kaum. Oliver Zander, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, formulierte es mit erfrischender Klarheit: Die Industrie benötige im harten internationalen Wettbewerb niedrige Strompreise und verlässliche Energie. Dies sei mitentscheidend für die Zukunft des Standorts Deutschland. Nur ein höheres Energieangebot könne dauerhaft niedrigere Preise garantieren. Deutschland müsse sich „vorurteilsfrei" mit dem Thema beschäftigen.

Vorurteilsfrei – ein Wort, das in der deutschen Energiedebatte bislang ein Fremdwort war. Jahrelang wurde jeder, der auch nur leise Zweifel am überstürzten Atomausstieg äußerte, als rückwärtsgewandter Ewiggestriger gebrandmarkt. Die ideologische Verblendung der Grünen hat Deutschland in eine energiepolitische Sackgasse geführt, aus der nun mühsam ein Ausweg gesucht werden muss.

Kernfusion als zusätzliche Hoffnung

Müller verwies zudem auf die Kernfusion als wichtige künftige Energiequelle für Deutschland. Die Bundesregierung tue „alles, um hier voranzukommen". Ein löblicher Ansatz, wenngleich die Kernfusion noch Jahrzehnte von der kommerziellen Nutzbarkeit entfernt sein dürfte. Umso wichtiger wäre es, die bewährte Kernspaltungstechnologie nicht leichtfertig über Bord zu werfen, sondern weiterzuentwickeln.

Verlorene Jahre, verlorenes Know-how

Die bittere Wahrheit ist: Deutschland hat durch den ideologisch motivierten Atomausstieg nicht nur Milliarden an Investitionen vernichtet, sondern auch unschätzbares technologisches Know-how ins Ausland getrieben. Ingenieure und Wissenschaftler, die einst an deutschen Forschungsreaktoren arbeiteten, sind längst in Frankreich, Kanada oder den Vereinigten Staaten tätig. Diesen Exodus rückgängig zu machen, wird Jahre dauern und enorme Summen verschlingen.

Dass ausgerechnet von der Leyen – einst Mitglied jener Merkel-Regierung, die den Ausstieg beschloss – nun die Kehrtwende einleitet, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Doch besser spät als nie. Die geopolitischen Realitäten, nicht zuletzt der anhaltende Konflikt im Nahen Osten mit seinen dramatischen Auswirkungen auf die Energiepreise, lassen ideologische Träumereien schlicht nicht mehr zu. Deutschland braucht eine pragmatische Energiepolitik, die Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit in den Mittelpunkt stellt – und nicht das gute Gewissen grüner Parteifunktionäre.

Es bleibt zu hoffen, dass die neue Große Koalition unter Friedrich Merz den Worten nun auch Taten folgen lässt. Die deutschen Bürger und die heimische Industrie haben es verdient.

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