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Kairo greift ein: Ägyptens Armee soll Saudi-Arabien gegen Huthi schützen!

Kairo greift ein: Ägyptens Armee soll Saudi-Arabien gegen Huthi schützen!
Symbolbild: KI-generiert

Das ägyptische Parlament hat Präsident Abdel Fattah al-Sisi am Montag, 26. Oktober, freie Hand gegeben: Er darf Saudi-Arabien militärisch gegen die Angriffe der Huthi-Miliz aus dem Jemen beistehen, sofern Riad darum bittet. Laut einer parlamentarischen Erklärung, aus der die Nachrichtenagentur Reuters zitiert, stimmten mindestens zwei Drittel der Abgeordneten zu. Damit rückt das bevölkerungsreichste Land der arabischen Welt einem der gefährlichsten Brandherde der Region ein großes Stück näher.

Ein Blankoscheck mit vielen Fragezeichen

Der Beschluss erlaubt al-Sisi, „alle notwendigen Maßnahmen“ zu ergreifen. Was das konkret heißt? Offiziell weiß es niemand. Medienberichten zufolge tagte das Parlament hinter verschlossenen Türen, ein genaues Abstimmungsergebnis wurde nicht veröffentlicht. Eine formelle Anfrage aus Riad gibt es bislang ebenfalls nicht.

Ein mit den Beratungen vertrauter regionaler Vertreter sagte der Agentur AP, Ägypten könne Luftabwehrsysteme und Kampfflugzeuge einsetzen, um Raketen und Drohnen abzufangen. Der Einsatz sei rein defensiv gedacht, Bodentruppen im Jemen seien nicht geplant. Al-Sisi selbst hatte zuvor betont, es gehe nicht um Kampf oder Angriff:

„Ich spreche ausschließlich von Verteidigung.“

Die Angst der Ägypter vor einem neuen Jemen-Trauma

Ganz so glatt lief es allerdings nicht. Die Abstimmung war in der Vorwoche zunächst vertagt worden. Grund waren laut AP Sorgen in der Bevölkerung, in den endlosen Jemen-Konflikt hineingezogen zu werden. Diese Furcht hat eine Vorgeschichte.

Schon in den 1960er-Jahren schickte Ägypten unter Gamal Abdel Nasser Soldaten in den Jemen-Bürgerkrieg. Das Abenteuer wurde zum kostspieligen Desaster, das in der Region bis heute als „Ägyptens Vietnam“ gilt. 2015 schloss sich Kairo dann der saudisch geführten Militärkoalition an, vor allem mit Kriegsschiffen im Roten Meer. Rund 800 Bodentruppen kamen zwar zum Einsatz, spielten aber nur eine Nebenrolle.

Die oppositionelle Ägyptische Sozialdemokratische Partei kündigte an, dass sich ihre elf Abgeordneten enthalten. Sie bemängelt fehlende Angaben zu Ziel, Umfang, Dauer und Kosten des Einsatzes und fordert, Diplomatie den Vorrang zu geben. Eine bemerkenswert nüchterne Frage: Wer zahlt am Ende die Rechnung?

Geld, Öl und der Suezkanal

Ganz uneigennützig ist Kairos Solidarität kaum. Saudi-Arabien gehört zu den wichtigsten Geldgebern des wirtschaftlich angeschlagenen Ägypten und stützt das Land mit umfangreichen Finanzhilfen und Investitionen. Wer so viel bekommt, kann schlecht Nein sagen, wenn der Partner um Hilfe ruft.

Dazu kommt ein knallhartes Eigeninteresse. Laut Reuters bedrohen die Vorstöße der Huthi auch die Meerenge Bab el-Mandeb, das südliche Tor zum Roten Meer und damit zum Suezkanal, einer der wichtigsten Devisenquellen Ägyptens. Die vom Iran unterstützte Miliz kontrolliert die Hauptstadt Sanaa und hat Berichten zufolge zuletzt den internationalen Flughafen von Riad sowie Anlagen des Ölriesen Saudi Aramco angegriffen. Flugverkehr und Ölexporte wurden dadurch gestört.

Die Region rüstet auf

Ägypten ist nicht allein. Saudi-Arabien, Pakistan und die Türkei hatten im August einen gegenseitigen Verteidigungspakt unterzeichnet. Medienberichten zufolge vereinbarten deren Minister Anfang Oktober in Riad, im Ernstfall rasch Truppen ins Königreich zu verlegen. Gleichzeitig wächst die Sorge vor einer neuen Eskalation zwischen Washington und Teheran.

Warum das auch deutsche Sparer betrifft

Der Konflikt mag weit weg wirken, doch er trifft Europa direkt. Wenn Tanker im Roten Meer stocken und Aramco-Anlagen brennen, steigen Energie- und Frachtkosten. Für eine deutsche Industrie, die unter hohen Strompreisen und Bürokratie ächzt, ist das Gift. Für Verbraucher bedeutet es neuen Inflationsdruck.

In solchen Zeiten zeigt sich, was wirklich Bestand hat. Physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte Kriege, Krisen und Währungsreformen überdauert. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können Edelmetalle eine sinnvolle Absicherung gegen geopolitische Schocks sein.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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