
Kahlschlag bei KiK: Textil-Discounter schließt Dutzende Filialen – und das ist erst der Anfang

Was sich bereits im Herbst 2025 als düstere Vorahnung abzeichnete, wird nun bittere Realität: Der Textil-Discounter KiK trennt sich im ersten Quartal 2026 von rund 50 Standorten. Die Hälfte davon trifft Deutschland. Doch wer glaubt, damit sei das Schlimmste überstanden, der irrt gewaltig.
Ein Imperium wankt
KiK – das Kürzel steht für „Kunde ist König" – galt jahrzehntelang als Inbegriff des Billighandels. 1994 in Düsseldorf-Gerresheim gegründet, wuchs das Unternehmen mit Sitz im nordrhein-westfälischen Bönen zu einem Koloss mit fast 4.300 Filialen in 14 Ländern heran. Über 32.000 Mitarbeiter verdienen dort ihren Lebensunterhalt. Doch nun bröckelt die Fassade des Discount-Giganten.
Wie die Lebensmittel Zeitung unter Berufung auf direkte Unternehmensangaben berichtet, plane KiK eine umfassende Restrukturierung seines Filialnetzes. Leistungsschwache Märkte sollen geschlossen, die Öffnungszeiten an weiteren Standorten verkürzt werden. Das Ziel: Kosten senken, wo immer es geht. Eine vollständige Liste der betroffenen Filialen habe das Unternehmen bislang wohlweislich nicht veröffentlicht.
400 weitere Standorte unter dem Damoklesschwert
Die 50 Schließungen könnten dabei nur die Spitze des Eisbergs sein. Nach Informationen aus dem Branchenumfeld stünden europaweit bis zu 400 weitere Märkte unter Beobachtung. Allein in Deutschland sollen rund 170 Standorte Verluste schreiben oder sich gefährlich nahe an der kritischen Verlustzone bewegen. Man muss kein Wirtschaftsprofessor sein, um zu erahnen, wohin diese Reise führt.
KiK selbst gibt sich betont gelassen und verweist darauf, dass der Großteil der Filialen profitabel arbeite. Man plane sogar die Eröffnung neuer Standorte. Gleichzeitig räumt das Unternehmen ein, dass die „Planungen bezüglich der weiteren Ausgestaltung des Filialnetzwerks noch nicht abgeschlossen" seien. Eine bemerkenswert diplomatische Formulierung für das, was sich als schleichender Rückzug entpuppen könnte.
Stagnierende Umsätze in einem toxischen Umfeld
Die nackten Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Für das Geschäftsjahr 2023 meldete der Mutterkonzern Tengelmann einen Umsatz von 2,428 Milliarden Euro. Im darauffolgenden Jahr? Gerade einmal 2,430 Milliarden Euro. Ein Wachstum von zwei Millionen Euro bei einem Milliarden-Unternehmen – das ist nicht Stagnation, das ist wirtschaftlicher Stillstand mit Ansage.
Und genau hier offenbart sich das eigentliche Problem: Deutschland ist für den Einzelhandel längst kein Paradies mehr. Explodierende Energiekosten, eine galoppierende Inflation, die durch das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der neuen Bundesregierung weiter angeheizt werden dürfte, und eine Kaufkraft der Bürger, die seit Jahren erodiert – all das trifft Unternehmen wie KiK mit voller Wucht. Wenn selbst ein Discounter, dessen Geschäftsmodell auf Niedrigstpreisen basiert, ins Straucheln gerät, dann sollte das als Alarmsignal für den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland verstanden werden.
Kürzere Öffnungszeiten als letzter Strohhalm
Besonders bezeichnend ist die Überlegung, Öffnungszeiten zu verkürzen – nicht nur in Deutschland, sondern auch in Spanien und Portugal. Was auf den ersten Blick wie eine pragmatische Sparmaßnahme wirkt, ist in Wahrheit ein Eingeständnis: Die Personalkosten fressen die ohnehin hauchdünnen Margen auf. In einem Land, in dem der Mindestlohn auf 12,82 Euro pro Stunde gestiegen ist und die Bürokratielast für Unternehmen immer erdrückender wird, verwundert das kaum.
KiK reiht sich damit ein in eine lange Liste deutscher Traditionsunternehmen, die unter dem Druck einer wirtschaftsfeindlichen Politik ächzen. Statt den Mittelstand und den Einzelhandel zu entlasten, beschäftigt sich die Politik lieber mit ideologischen Großprojekten. Die Zeche zahlen am Ende die Arbeitnehmer – jene 32.000 Menschen, die bei KiK ihren Lebensunterhalt verdienen und nun um ihre Zukunft bangen müssen.
Ob der Textil-Discounter seinen Schrumpfkurs stoppen kann, bleibt abzuwarten. Die Zeichen stehen jedenfalls nicht auf Entwarnung. Und solange die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland nicht grundlegend verbessert werden, dürften weitere Filialschließungen nur eine Frage der Zeit sein.
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