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27.08.2025
05:54 Uhr

Israels Kriegskurs spaltet das Land: Hunderttausende fordern Ende des Gaza-Konflikts

Die Straßen Tel Avivs bebten am Dienstagabend unter dem Protest von über 350.000 Menschen. Fast zwei Jahre nach dem verheerenden Hamas-Überfall vom 7. Oktober 2023 scheint die israelische Gesellschaft zunehmend zerrissen zwischen dem Wunsch nach Vergeltung und der verzweifelten Hoffnung auf die Rückkehr der verbliebenen Geiseln. Was als Reaktion auf einen barbarischen Terrorakt begann, droht sich zu einem endlosen Konflikt zu entwickeln, der nicht nur Gaza, sondern auch Israel selbst zu zerreißen droht.

Die Stimme des Volkes wird lauter

Die Organisatoren der Großdemonstration brachten es auf den Punkt: Die Regierung müsse das derzeit vorliegende Abkommen unterzeichnen. Doch Benjamin Netanjahu, der israelische Ministerpräsident, scheint andere Pläne zu haben. Während die Hamas bereits vor gut einer Woche ihre Zustimmung zu einem neuen Waffenruhe-Vorschlag der Vermittlerstaaten Ägypten und Katar signalisierte, schweigt Israels politische Führung beharrlich. Bei der jüngsten Sitzung des israelischen Sicherheitskabinetts war der Vorschlag nicht einmal Thema – stattdessen wurden militärische Einsatzpläne zur Einnahme der Stadt Gaza diskutiert.

Diese Haltung wirft beunruhigende Fragen auf: Verlängert Netanjahu den Krieg aus politischem Kalkül? Die Demonstranten werfen ihm genau das vor. "Ich möchte meinen Sohn nicht in einem Leichensack zurückbekommen", flehte Ofir Braslavski, dessen Sohn Rom – auch deutscher Staatsbürger – seit dem 7. Oktober in Geiselhaft ist. Ein kürzlich veröffentlichtes Propaganda-Video zeigte den jungen Mann abgemagert und ausgezehrt. Seitdem sei ein Monat vergangen, und nichts werde getan, klagt der verzweifelte Vater.

Netanjahus riskantes Spiel

Der israelische Regierungschef zeigt sich laut Medienberichten nur zu einem umfassenden Abkommen bereit – einer Vereinbarung, die alle Geiseln auf einmal freiließe und den Krieg zu Israels Bedingungen beenden würde. Eine schrittweise Lösung, bei der zunächst nur ein Teil der Geiseln freikäme, lehnt er ab. Diese kompromisslose Haltung wird maßgeblich von seinen ultrarechten Koalitionspartnern befeuert, die jedes Zugeständnis als Schwäche interpretieren würden.

Netanjahus Forderungen sind dabei maximal: Die Hamas solle sich vollständig entwaffnen, als militärische und regierende Kraft verschwinden, und Israel müsse die dauerhafte Sicherheitskontrolle über Gaza erhalten. Realistische Beobachter fragen sich, ob diese Ziele überhaupt erreichbar sind – oder ob hier ein endloser Konflikt vorprogrammiert wird.

Internationale Bemühungen und neue Eskalationen

Während in Washington der US-Sondergesandte Steve Witkoff optimistisch von einer "großen Sitzung" im Weißen Haus spricht und glaubt, den Konflikt noch vor Jahresende beilegen zu können, zeigt die Realität vor Ort ein anderes Bild. Der jüngste Angriff auf das Nasser-Krankenhaus in Chan Junis, bei dem 20 Menschen starben – darunter fünf Journalisten –, wirft ein grelles Licht auf die Brutalität dieses Krieges.

Die israelische Armee rechtfertigte den Angriff mit der Zerstörung einer Hamas-Überwachungskamera. Doch Augenzeugen berichten von einem gezielten Beschuss des vierten Stocks, in dem sich die Journalisten aufhielten, gefolgt von einem zweiten Angriff auf Rettungskräfte. Sechs der Getöteten seien Terroristen gewesen, behauptet das israelische Militär – Beweise bleiben sie schuldig.

Die vergessenen Geiseln

Von den ursprünglich über 250 Entführten werden noch 50 im Gazastreifen festgehalten, nur 20 sollen noch am Leben sein. Das Forum der Geisel-Angehörigen wirft Netanjahu vor, ein Abkommen für deren Befreiung zu sabotieren. Der landesweite Protesttag unter dem Motto "Israel steht zusammen" sollte ein Zeichen setzen – doch ob es die Regierung erreicht, bleibt fraglich.

Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan trifft bei ihrer Nahost-Reise mit Angehörigen der Geiseln zusammen. Doch was kann Deutschland in diesem festgefahrenen Konflikt ausrichten? Die SPD-Politikerin wird sich auch über die Situation der Christen in den Palästinensergebieten informieren – eine Minderheit, die zwischen allen Fronten zerrieben wird.

Ein Land am Scheideweg

Israel steht vor einer historischen Entscheidung. Die Demonstranten in Tel Aviv haben ihre Botschaft klar formuliert: Sie wollen ein Ende des Krieges und die Rückkehr aller Geiseln. Doch ihre Regierung scheint andere Prioritäten zu haben. Netanjahu treibt die militärischen Pläne voran, um die Hamas unter Druck zu setzen – ein Druck, der bisher keine erkennbaren Erfolge gebracht hat.

Die Frage, die sich aufdrängt: Wie lange kann eine Demokratie einen Krieg führen, wenn Hunderttausende ihrer Bürger dagegen auf die Straße gehen? Wie lange kann eine Regierung die verzweifelten Bitten der Geisel-Familien ignorieren? Und vor allem: Welchen Preis ist Israel bereit zu zahlen – nicht nur in Menschenleben, sondern auch in seiner moralischen Integrität?

Der Krieg im Gazastreifen dauert nun fast zwei Jahre. Die Hamas hat ihre barbarischen Taten vom 7. Oktober zu verantworten. Doch die Frage, ob Israels Reaktion noch verhältnismäßig ist, stellen sich mittlerweile nicht nur internationale Beobachter, sondern zunehmend auch die eigenen Bürger. Die Demonstrationen in Tel Aviv könnten der Anfang einer Bewegung sein, die Netanjahus politisches Schicksal besiegelt – oder sie verhallen ungehört im Lärm der Kriegsmaschinerie.

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