
Inferno in Limoges: Zwei Verdächtige in U-Haft – Spur führt nach links

Eine Woche nach dem verheerenden Brandanschlag auf das historische Rathaus von Limoges sitzen zwei Männer in Untersuchungshaft. Gegen einen 34-Jährigen, der nach Angaben der Staatsanwaltschaft der linksradikalen Szene zugerechnet wird, ermitteln die französischen Behörden inzwischen sogar wegen versuchter Tötung von Amtspersonen. Der zweite Verdächtige ist 66 Jahre alt.
Ein Wahrzeichen sinkt in Schutt und Asche
Am 17. Oktober brannte das Rathaus der Stadt in Zentralfrankreich lichterloh. Die Bilder gingen um die Welt: Der 43 Meter hohe Glockenturm des 1883 eingeweihten Prachtbaus stürzte vollständig in sich zusammen. Wie hoch der Schaden ist, kann bislang niemand beziffern.
Das Feuer brach am Rande landesweiter Massenproteste aus, die vielerorts in Krawalle und Plünderungen mündeten. Limoges wurde damit zum traurigen Symbol eines Tages, an dem in Frankreich offenbar jede Hemmschwelle fiel.
Der Hauptverdächtige: polizeibekannt und überwacht
Der 34-Jährige wurde am Dienstag in einem Weiler nahe Limoges festgenommen. Französischen Medienberichten zufolge arbeitet er im Baugewerbe und war den Sicherheitsbehörden längst bekannt. Er soll als sogenannter „Fiche S“ geführt worden sein – so heißt in Frankreich die Kartei für Personen, die als mögliche Gefahr für die Staatssicherheit gelten. Grund seien seine Kontakte ins radikale Umweltmilieu.
Laut Berichten soll er bereits bei einer Demonstration im Département Creuse einen Polizisten tätlich angegriffen haben und dafür verurteilt worden sein. Für die aktuellen Vorwürfe gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.
Dreizehn Polizisten in der Falle
Warum ermitteln die Behörden wegen versuchter Tötung? Die Antwort lässt einem den Atem stocken. Nach Medienberichten hatten sich 13 Gemeindepolizisten, die das Rathaus gegen eine aufgebrachte Menge verteidigen wollten, ausgerechnet in jenem Raum verschanzt, in dem das Feuer ausbrach. Der Verdächtige soll laut einer mit den Ermittlungen vertrauten Quelle eine Mülltonne mit brennenden Gegenständen durch ein Fenster geworfen haben.
Beiden Männern werden zudem die Zerstörung des Gebäudes und Sachbeschädigung vorgeworfen. Der 66-Jährige wurde wegen bandenmäßiger, für Menschen gefährlicher Sachbeschädigung festgenommen. Staatsanwältin Emilie Abrantes leitet die Ermittlungen.
Paris verspricht den Wiederaufbau – und die Bürger spenden
Premierminister Sébastien Lecornu reiste am Freitag an den Ort der Zerstörung. Er sicherte zu, das Rathaus werde vollständig und „identisch“ wiederaufgebaut, ohne den Haushalt der Stadt zu belasten. Den rund 130.000 Einwohnern rief er zu, standhaft zu bleiben. Rund 450.000 Euro an Spenden seien bereits zusammengekommen.
Ein schöner Gedanke. Doch wer bezahlt am Ende die Rechnung? Am Ende wohl der französische Steuerzahler – für eine Tat, die nach jetzigem Stand mutmaßlich aus einem Milieu stammt, vor dem die Behörden selbst gewarnt hatten.
Frankreich vor dem nächsten heißen Wochenende
Ruhe kehrt nicht ein. Am Wochenende gingen erneut Hunderttausende gegen die hohen Lebenshaltungskosten auf die Straße, Lyon verbot vorsorglich sämtliche Demonstrationen. In Orléans tagt zudem der rechte Rassemblement National. Der Präfekt des Départements Loiret rechnet mit bis zu 30.000 Gegendemonstranten – darunter bis zu 3.000 gewaltbereite Antifa-Aktivisten.
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt Limoges, wie gefährlich es ist, wenn politische Gewalt von links jahrelang verharmlost wird. Wer Rathäuser anzündet, greift nicht „das System“ an, sondern das Eigentum und die Geschichte ganz normaler Bürger. Auch in Deutschland warnen Sicherheitsbehörden seit Langem vor der wachsenden Gewaltbereitschaft im linksextremen Spektrum. Die Frage ist nur, ob die Politik endlich zuhört, bevor auch hier ein Wahrzeichen in Flammen aufgeht.
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