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Kettner Edelmetalle
19.08.2026
09:04 Uhr
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Hormus-Poker: Aramco verlädt wieder Öl – drei Riesentanker füllen auf

Hormus-Poker: Aramco verlädt wieder Öl – drei Riesentanker füllen auf
Symbolbild: KI-generiert

Der saudische Staatskonzern Saudi Aramco hat offenbar erstmals seit Wochen wieder Rohöl für den Weg durch die Straße von Hormus verladen. Nach Schiffsdaten und Handelsquellen, auf die sich Reuters beruft, nahmen in der vergangenen Woche drei Supertanker an den Terminals Juaymah und Ras Tanura zusammen sechs Millionen Barrel auf. Zuvor hatte es dort rund drei Wochen lang keine Beladung gegeben.

Drei Schiffe, sechs Millionen Barrel – und viele offene Fragen

Die Tanker Malaysia Prosperity, Algeria Prosperity und Singapore Prosperity luden dem Bericht zufolge jeweils zwei Millionen Barrel. Welche Ölsorten an Bord gingen, blieb zunächst offen. Die Schiffe gehören laut Reuters dem Unternehmen Sinokor – weder Aramco noch Sinokor hätten sich auf Anfrage geäußert.

Ausgesetzt hatte der Konzern seine Verkäufe nach Angriffen auf seine Tankerflotte in der Meerenge im vergangenen Monat. Nach vorläufigen Kpler-Daten könnten noch in diesem Monat sechs weitere Supertanker saudisches Öl aufnehmen.

Warum diese Meerenge über unsere Energiepreise entscheidet

Die Straße von Hormus ist das empfindlichste Nadelöhr der Weltwirtschaft. Vor Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran Ende Februar passierten laut Datenanalysten von Lloyd's List Intelligence monatlich rund 3.000 Schiffe die Meerenge – etwa ein Fünftel der globalen Öl- und Flüssiggaslieferungen lief über diese Route.

Mit dem Beginn der Militäroperation am 28. Februar 2026 kam der Verkehr weitgehend zum Erliegen. Der Brent-Preis schoss zeitweise auf fast 120 Dollar je Barrel, aktuell notiert er nach Marktdaten wieder bei rund 91 Dollar. Formal gilt seit dem 8. April eine Waffenruhe – doch nach erneuten gegenseitigen Angriffen stockt der Schiffsverkehr weiter, und Medienberichten zufolge betrachtet Teheran die Passage vorerst als geschlossen.

Ausweichrouten mit Schönheitsfehler

Aramco improvisiert: Asiatischen Raffinerien wurden laut Reuters am Montag die Sorten Arab Medium und Arab Heavy angeboten, verladen per Ship-to-Ship-Umladung vor Fudschaira. Bloomberg berichtete unter Berufung auf Insider auch über Umladungen im omanischen Sohar.

Zusätzlich fließt Öl über den ägyptischen Mittelmeerhafen Sidi Kerir. Doch das Volumen ist überschaubar: rund 670.000 Barrel pro Tag in diesem Monat – gegenüber vier Millionen Barrel täglich, die früher über Yanbu am Roten Meer gingen. Auch dort blockieren die jemenitischen Huthi. Eine Vortexa-Analystin verwies laut Bericht darauf, dass asiatische Kunden mit langen Reisezeiten und hohen Frachtkosten unzufrieden seien.

Was das für deutsche Verbraucher bedeutet

Jede Störung dieser Route landet über Diesel, Heizöl, Fracht und Strompreise am Ende beim deutschen Mittelstand und beim Verbraucher. Aus Sicht unserer Redaktion zeigt die Krise erneut, wie fahrlässig es war, Energiesicherheit jahrelang der Klimasymbolik unterzuordnen, statt Versorgungswege zu diversifizieren.

Bemerkenswert ist die Reaktion an den Märkten: Während Öl schwankt, notierte Gold laut Kursdaten am 19. August 2026 bei rund 4.338 Dollar je Unze. Wenn Handelsrouten zur Verhandlungsmasse von Militärstrategen werden, gewinnen Sachwerte ohne Gegenparteirisiko an Bedeutung – physische Edelmetalle bleiben als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen ein bewährter Stabilitätsanker.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er spiegelt unsere Einschätzung auf Basis der vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren, und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.

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