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18.08.2026
14:03 Uhr
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Hormus-Eskalation: Trump droht jetzt dem eigenen Verbündeten!

Hormus-Eskalation: Trump droht jetzt dem eigenen Verbündeten!
Symbolbild: KI-generiert

Die Waffenruhe ist ausgelaufen, die Diplomatie steckt fest – und Washington richtet seine Drohungen plötzlich gegen einen Partner am Golf. US-Präsident Donald Trump kündigte am Montag an, den Waffenstillstand mit dem Iran nicht zu verlängern, und drohte, Oman zu bombardieren, sollte sich das Sultanat den amerikanischen Bemühungen um eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus "in den Weg stellen". Am selben Tag verstrich das 60-Tage-Fenster für eine Verhandlungslösung – ergebnislos.

Ex-Botschafter: Diplomatie war nie ernsthaft im Spiel

Marc Sievers, von 2016 bis 2019 US-Botschafter in Maskat, ordnete die Drohung im Sender CNBC ein: Sie sei eher ein Versuch, Aufmerksamkeit zu erzwingen, als ein praktikables Vorhaben. Gleichwohl habe Oman offenbar die Unterstützung Washingtons verloren.

Er könne sich Bombardierungspläne gegen omanische Ziele kaum vorstellen, so Sievers – man habe jahrelang gemeinsam Häfen für die US-Marine ausgebaut. Doch im Weißen Haus herrsche erkennbar Frustration darüber, dass Maskat mit Teheran an einem eigenen Korridor durch die Meerenge arbeite. Iranische Regierungsvertreter bestätigten dem Bericht zufolge laufende Gespräche über eine neue Seeroute.

Sievers' Fazit klingt für eine Administration, die sich als Dealmaker versteht, unbequem: Der Konflikt sei unnötig in die Länge gezogen worden – auf der Suche nach einer diplomatischen Lösung, die nie wirklich ernsthaft auf dem Tisch gelegen habe.

Ein Frachter getroffen, ein Toter, drei Schiffe pro Tag

Wie gefährlich die Lage bleibt, zeigte sich am Dienstag. Nach Angaben der britischen Behörde UKMTO wurde ein Frachtschiff bei der Durchfahrt von einem Projektil getroffen, der Maschinenraum beschädigt, ein Besatzungsmitglied kam ums Leben. Die omanische Küstenwache habe die übrige Crew betreut.

Die Zahlen sind dramatisch: Vor dem Krieg lief rund ein Fünftel des weltweiten Rohöl- und Gasverkehrs durch Hormus. Am Sonntag passierten nach Auswertung von Schiffsdaten nur noch drei Schiffe die Meerenge. Auch am Bab el-Mandeb, wo die Huthi seit Mitte Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verkünden, sank der Verkehr am Wochenende auf 49 Rohstofffrachter.

Ein iranischer Militärsprecher drohte Berichten zufolge unverhohlen, Schiffe würden "mehrere schöne Löcher" im Rumpf finden. Trump wiederum postete ein Bild der Meerenge mit dem Zusatz "NEUES US-Territorium" – nachdem er bereits am Freitag angekündigt hatte, Hormus zum amerikanischen Hoheitsgebiet erklären zu wollen.

Warum das Berlin teurer zu stehen kommt als Washington

Analysten der Risikoberatung Eurasia Group erwarten laut ihrer Notiz vom Montag, dass sich beide Seiten auf ein längeres Patt einrichten. Ein Friedensschluss bis September sei vom Tisch, wahrscheinlich sei bestenfalls ein begrenzter Deal mit teilweiser Erholung des Verkehrs. Weil Öl erfolgreich umgeleitet werde, blieben die Preise unter 100 Dollar – die USA könnten warten.

Warten kann Amerika. Deutschland, dessen Industrie ohnehin unter Energiekosten, Bürokratie und ideologisch getriebener Regulierung leidet, kann es kaum. US-Öl notierte am Dienstag bei 85,02 Dollar, Brent bei 91,12 Dollar. Jeder Dollar mehr landet am Ende an der Zapfsäule und in den Produktionskosten.

Parallel läuft Gold laut Medienberichten von Rekord zu Rekord – der Preis legte seit Ende 2025 kräftig zu, nach einem ohnehin starken Vorjahr. Wenn Handelsrouten zur Waffe werden, erinnern sich Anleger daran, was ein Sachwert ohne Gegenparteirisiko wert ist.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.

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