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08.01.2026
21:57 Uhr

Hochseejagd im Kalten-Krieg-Stil: US-Küstenwache entert russischen Tanker vor Island

Hochseejagd im Kalten-Krieg-Stil: US-Küstenwache entert russischen Tanker vor Island

Was sich wie das Drehbuch eines Hollywood-Thrillers liest, ist bittere geopolitische Realität geworden. Die amerikanische Küstenwache hat am 7. Januar einen Öltanker unter russischer Flagge vor der Küste Islands aufgebracht – nach einer zweiwöchigen Verfolgungsjagd quer über den Atlantik. Russland hatte zuvor ein U-Boot und Marineschiffe zum Schutz des Frachters entsandt. Ein neuer Brennpunkt in den ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Washington und Moskau ist damit entflammt.

Eine Jagd wie aus dem Kalten Krieg

Die Geschichte des Tankers mit dem ursprünglichen Namen „Bella 1" gleicht einem Agentenroman. Das rostige Schiff hatte Kurs auf die Karibik genommen, als die US-Küstenwache die Verfolgung aufnahm. Vor Venezuela machte der Kahn plötzlich kehrt, suchte das Weite im Atlantik und griff zu einem bemerkenswerten Trick: Die Crew malte kurzerhand eine russische Flagge auf die Schiffsflanke, änderte den Namen in „Marinera" und wechselte die Registrierung nach Russland.

Der Kreml reagierte prompt und entsandte ein U-Boot sowie Begleitschiffe zum Schutz des Tankers. Doch selbst diese Eskalation konnte die Amerikaner nicht aufhalten. Das Weiße Haus rechtfertigte die Aktion als Teil der amerikanischen Embargo-Politik gegen Venezuela. Trumps Pressesprecherin erklärte unmissverständlich: „Dies war ein Schiff der venezolanischen Schattenflotte, das sanktioniertes Öl transportiert hat. Die Vereinigten Staaten von Amerika unter diesem Präsidenten werden das nicht tolerieren."

Die dubiose Vergangenheit der „Bella 1"

Das aufgebrachte Schiff hat einen äußerst fragwürdigen Hintergrund. Ursprünglich im Besitz eines türkischen Unternehmers, fälschte der Tanker wiederholt seinen Standort mittels AIS-Spoofing-Software, fuhr ohne gültige Flagge und widersetzte sich staatlichen Kontrollen. Bereits 2024 hatten die USA das Schiff sanktioniert, weil es angeblich iranisches Schwarzmarktöl für Terrororganisationen transportierte, die mit Teheran verbündet sind.

Bemerkenswert ist die britische Beteiligung an der Operation. Verteidigungsminister John Healey begründete die Unterstützung seines Landes mit den Worten: „Dieses Schiff mit seiner ruchlosen Geschichte ist Teil einer russisch-iranischen Achse zur Umgehung von Sanktionen, die Terrorismus, Konflikte und Elend vom Nahen Osten bis zur Ukraine schürt." Eine Zusammenarbeit, die an die Anfänge der Monroe-Doktrin im 19. Jahrhundert erinnert, als Briten und Amerikaner gemeinsam ihre Interessen in der westlichen Hemisphäre durchsetzten.

Trumps großer Plan: Kontrolle über Venezuelas Ölreserven

Der Nachdruck, mit dem Trump den Rosttanker verfolgen ließ, ist kein Zufall. Er ist vielmehr Ausdruck eines strategischen Kraftaktes, mit dem der US-Präsident die amerikanische Macht mittels Ölpolitik nicht nur in der westlichen Hemisphäre, sondern auf der gesamten Weltbühne steigern will. Wenige Tage nachdem er den venezolanischen Machthaber Maduro in einer spektakulären Mission hatte absetzen lassen, verkündete Trump, Venezuela werde fortan den USA dreißig bis fünfzig Millionen Fass Öl liefern – satte 15 Prozent der gesamten Fördermenge des Landes.

Doch das ist offenbar erst der Anfang. Das Wall Street Journal berichtet von einem umfassenden Plan zur Kontrolle des venezolanischen Öls für die kommenden Jahre. Trumps erklärtes Ziel: den Ölpreis auf 50 Dollar pro Barrel zu senken. Eine solche Preissenkung könnte die Macht von Exportländern wie Russland langfristig erheblich schwächen.

Europa in der Zwickmühle

Für Europa hat diese aggressive amerikanische Energiepolitik weitreichende Konsequenzen. Die EU hat sich durch die Abkehr vom russischen Gas in eine gefährliche Abhängigkeit von amerikanischen Energielieferungen begeben. Sollten die USA eines Tages in irgendeiner für Europa inakzeptablen Frage Druck ausüben, fehlt schlicht die Alternative. Die Kontrolle über die Energieversorgung ist ein mächtiges Druckmittel – und Washington scheint entschlossen, dieses Instrument ohne Rücksicht auf Verluste einzusetzen.

Die Ereignisse auf hoher See sind ein weiteres Kapitel in der Geschichte amerikanischer Machtpolitik. Ob man dies als legitime Durchsetzung von Sanktionen oder als moderne Form der Piraterie betrachtet, hängt wohl vom Standpunkt des Betrachters ab. Eines steht jedoch fest: Die Spannungen zwischen den Großmächten nehmen weiter zu, und Europa sitzt einmal mehr zwischen allen Stühlen.

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