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Kettner Edelmetalle
20.05.2026
04:55 Uhr

Hirschhausens Wortspiel-Entgleisung: „Menschenrechte mehr als rechte Menschen" – Wenn Moralapostel zur Selbstkarikatur werden

Es gibt Sätze, die so durchschaubar plakativ daherkommen, dass man sich kaum entscheiden kann, ob man lachen oder weinen soll. Eckart von Hirschhausen, einst ein durchaus geschätzter Wissenschaftsjournalist mit ärztlichem Hintergrund, hat auf der Digitalkonferenz re:publica einen solchen Satz fabriziert: „Wir lieben Menschenrechte mehr als rechte Menschen." Das linksgrüne Publikum dürfte gejubelt haben – die kritische Öffentlichkeit reibt sich verwundert die Augen.

Vom Mediziner zum Moralprediger

Hirschhausens Auftritt knüpfte inhaltlich an seine ARD-Dokumentation über sogenannte Deepfake-Kriminalität an. Der Aufhänger sei seriös genug: Betrüger nutzten Hirschhausens Bekanntheit und seine ärztliche Reputation, um mit KI-generierten Videos zweifelhafte Medikamente zu bewerben. Eine ärgerliche, durchaus problematische Entwicklung – das soll keiner bestreiten. Doch was als nüchterne Analyse hätte beginnen können, mutierte schnell zur ideologischen Tirade.

Denn Hirschhausen begnügte sich nicht damit, kriminelle Machenschaften auf Social-Media-Plattformen zu kritisieren. Er konstruierte daraus ein wuchtiges Bedrohungsszenario, in dem amerikanische Tech-Konzerne, die AfD und – wie könnte es anders sein – der Nationalsozialismus in einen Topf geworfen wurden. Die Verbindung zwischen all diesen Elementen bleibt seltsam nebulös. Hauptsache, das Feindbild stimmt.

Krebsvergleiche und „Meta-stasen"

Mit erkennbarer Lust an der eigenen Pointe verglich Hirschhausen das Wirken der Social-Media-Konzerne mit wucherndem Krebs. Den Meta-Konzern – also den Mutterkonzern von Facebook und Instagram – verspottete er als „Meta-stasen". Das Publikum applaudierte. Wer einmal in deutschen Krebsstationen war und gesehen hat, was diese Krankheit Familien antut, wird solche Wortspielereien aus dem Mund eines Arztes mindestens geschmacklos finden.

Doch der Mediziner ließ sich nicht bremsen. In Richtung der USA, die er als ideologischen Gegenpol zum gut-europäischen Wertekosmos zeichnete, schleuderte er dann den eingangs zitierten Satz: „Wir lieben Menschenrechte mehr als rechte Menschen." Eine bemerkenswerte Aussage von jemandem, der sich gerne als humanistischer Aufklärer inszeniert. Denn was bedeutet sie eigentlich, wenn man sie ernst nimmt? Dass Menschen mit konservativer Gesinnung weniger Schutz verdienten? Dass abweichende politische Überzeugungen die Mitgliedschaft im Klub der Menschenrechtsempfänger gefährdeten?

Die obligatorische AfD-Nazi-Keule

Als wäre das noch nicht genug, zog Hirschhausen auch die abgenutzteste aller Karten aus dem Ärmel: den NS-Vergleich. Aus einer Aussage aus AfD-Kreisen, die Inklusion sei ein „Ideologieprojekt", strickte er kurzerhand eine Linie zur Euthanasie der Nationalsozialisten und zur Unterscheidung zwischen „lebenswertem" und „lebensunwertem" Leben. Eine rhetorische Entgleisung von solchem Kaliber, dass selbst wohlwollende Beobachter staunend zurückbleiben.

Dabei wäre eine sachliche Debatte über Inklusion durchaus angebracht. Lehrer berichten seit Jahren von überforderten Klassen, fehlenden Fachkräften und Kindern, die in regulären Schulen weder ihrer Behinderung noch ihren Mitschülern gerecht werden können. Wer solche realen Probleme benennt, der relativiert nicht den Holocaust – er beschreibt schlicht die Wirklichkeit deutscher Schulen im Jahr 2026. Doch differenzierte Debatten sind offenbar nicht das Fachgebiet eines Bühnenpredigers, der vom Applaus der Konformen lebt.

Wenn Haltung wichtiger wird als Sachverstand

Bemerkenswert ist auch das Schweigen Hirschhausens zur eigenen jüngeren Vergangenheit. Während der Corona-Krise zählte er zu den eifrigsten Verteidigern aller staatlichen Maßnahmen, und mit den Menschenrechten jener Bürger, die sich nicht „spritzen" lassen wollten oder die ihre Existenz durch Lockdowns ruiniert sahen, hatte er sich damals erkennbar weniger beschäftigt als jetzt mit dem Schutz vor Deepfakes. Selektive Empörung scheint im Lager der Selbstgerechten eine verlässliche Konstante zu sein.

Die eigentliche Tragik dieses Auftritts liegt darin, dass ein durchaus reales Problem – nämlich KI-generierte Betrugsmaschen – instrumentalisiert wird, um politische Gegner zu diffamieren. Wer berechtigte Sorgen um digitale Manipulation hat, der findet bei Hirschhausen keinen seriösen Bündnispartner mehr, sondern einen Bühnenkünstler, der die Bedrohungslage zum Vehikel seiner ideologischen Mission umfunktioniert.

Eine Sprache, die spaltet

Sätze wie „Wir lieben Menschenrechte mehr als rechte Menschen" sind keine geistreiche Pointe, sondern Ausdruck einer geistigen Haltung, die die Gesellschaft tief spaltet. Sie suggerieren, dass Menschenrechte nur denen zustehen, die der eigenen politischen Linie folgen. Genau diese Haltung ist es, die Millionen Bürger in Deutschland zunehmend frustriert zurücklässt – Bürger, die sich weder als „rechte Menschen" verstehen noch sich vom moralischen Zeigefinger eines TV-Komikers belehren lassen wollen.

Deutschland erlebt eine Phase, in der Vertrauen in Medien, Politik und öffentlich-rechtliche Vertreter dramatisch erodiert. Auftritte wie der von Hirschhausen tragen ihren Teil dazu bei. Wer behauptet, für die Demokratie zu kämpfen, sollte zuerst lernen, andersdenkende Mitbürger nicht als minderwertig zu klassifizieren. Sonst wird aus dem Demokratieverteidiger schnell jener Spalter, vor dem er angeblich warnen will.

Fazit: Selbstentlarvung in Echtzeit

Hirschhausens Auftritt zeigt exemplarisch, wie weit Teile des deutschen Kulturbetriebs sich mittlerweile von einer faktenbasierten Debatte entfernt haben. Statt Argumente gibt es Wortspielereien, statt Analyse gibt es NS-Vergleiche, statt Differenzierung gibt es Verdammung. Wer sich so positioniert, mag den Applaus der eigenen Bubble ernten – doch er verliert das, was eine offene Gesellschaft eigentlich ausmacht: die Bereitschaft, auch jenen Rechte zuzugestehen, deren Meinung man nicht teilt. Das ist nicht nur die Auffassung unserer Redaktion, sondern auch jene eines wachsenden Teils der deutschen Bevölkerung, der sich von Belehrungen aus der Komfortzone zunehmend abwendet.

In Zeiten, in denen wirtschaftliche Unsicherheit, politische Fehlsteuerung und gesellschaftliche Spaltung das Land prägen, suchen viele Bürger nach Stabilität und Sicherheit. Wer sein Vermögen langfristig absichern möchte, denkt zunehmend über krisenresistente Anlagen nach. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber gelten seit Jahrhunderten als bewährter Anker in stürmischen Zeiten – als sinnvolle Ergänzung in einem breit gestreuten Portfolio, das nicht von politischen Moden oder ideologischen Verirrungen abhängig ist.

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