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Hessen-Beben: CDU im Sturzflug, AfD nur noch zwei Punkte dahinter!

Hessen-Beben: CDU im Sturzflug, AfD nur noch zwei Punkte dahinter!
Symbolbild: KI-generiert

Bitterer Dienstag fĂŒr Boris Rhein: Im neuen „Hessentrend“ des Hessischen Rundfunks fĂ€llt die CDU des MinisterprĂ€sidenten auf 25 Prozent. So schlecht stand sie in dieser Umfragereihe noch nie da. Die AfD kommt auf 23 Prozent und liegt nur noch zwei Punkte zurĂŒck.

Die Koalition aus CDU und SPD, die Hessen seit Januar 2024 regiert, hÀtte nach diesen Zahlen keine Mehrheit mehr. Was vor wenigen Monaten noch nach einer ruhigen Legislatur aussah, gerÀt gerade ins Wanken.

Sieben Punkte weg – in nur acht Monaten

Das Tempo des Absturzes ist das eigentlich Brisante. Noch im Februar lag die Union in derselben Umfrage sieben Punkte höher. Die AfD legte im gleichen Zeitraum um drei Punkte zu. Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl im Oktober 2023 hatte die CDU 34,6 Prozent geholt, die AfD 18,4 Prozent. Von fast 16 Punkten Vorsprung sind gerade einmal zwei ĂŒbrig.

Beim Juniorpartner sieht es kaum besser aus. Die SPD verliert noch einen Punkt und landet bei 15 Prozent. Damit liegt sie jetzt sogar hinter den GrĂŒnen, die auf 16 Prozent steigen. Die Linke kommt auf sieben Prozent. Die FDP wĂŒrde mit vier Prozent nicht mehr in den Landtag einziehen.

Die WĂ€hler sind unzufrieden

Die Stimmung ist schlecht. 54 Prozent der Befragten sind mit der schwarz-roten Landesregierung unzufrieden, nur 38 Prozent sind zufrieden. Auch beim Vertrauen in die Lösungskompetenz verliert die CDU: Nur noch 21 Prozent trauen ihr am ehesten zu, die wichtigsten Probleme des Landes zu lösen. Die AfD folgt mit 16 Prozent.

Am meisten zu denken geben sollte ein anderer Wert. Ein Drittel der Hessen traut keiner einzigen Partei mehr zu, die Probleme des Landes zu lösen. Das ist ein Misstrauensvotum gegen den gesamten Politikbetrieb.

Die Brandmauer hat in Hessen keine Mehrheit

Bemerkenswert sind die Antworten zum Umgang mit der AfD. Nur gut ein Drittel lehnt jede Zusammenarbeit grundsĂ€tzlich ab. Ein weiteres gutes Drittel will je nach Thema und Einzelfall entscheiden. Etwa ein Viertel spricht sich sogar ausdrĂŒcklich fĂŒr eine Zusammenarbeit aus. Am stĂ€rksten ist die strikte Ablehnung bei den AnhĂ€ngern der Linken, am schwĂ€chsten bei den WĂ€hlern der CDU.

Rhein selbst hatte sich zuletzt Berichten zufolge dagegen ausgesprochen, die AfD pauschal aus der parlamentarischen Arbeit auszuschließen. Eine Koalition oder eine Zusammenarbeit in der Sache schließt die Hessen-CDU aber weiter aus. Das wird zum Problem, denn rechnerisch wĂ€re nach den aktuellen Zahlen Schwarz-Blau die einzige mögliche Zweierkoalition.

Ein Verbotsverfahren findet keine Mehrheit

Auch ein AfD-Verbotsverfahren lehnt die Mehrheit ab. Gut die HĂ€lfte der Befragten will nicht, dass sich Hessen im Bundesrat dafĂŒr einsetzt. Unter CDU-AnhĂ€ngern sind es 59 Prozent. Bei den WĂ€hlern von SPD, GrĂŒnen und Linken befĂŒrworten dagegen jeweils rund zwei Drittel einen solchen Antrag. Die GrĂ€ben zwischen den politischen Lagern sind tief.

Ein Warnsignal, das bis nach Berlin reicht

Aus der Umfrage geht nicht hervor, wie viel vom Absturz auf die Bundespolitik zurĂŒckgeht. Es liegt aber nahe, an den Kurs von Kanzler Friedrich Merz zu denken. Er hatte im Wahlkampf solide Finanzen versprochen. Danach kamen ein schuldenfinanziertes Sondervermögen ĂŒber 500 Milliarden Euro und eine Große Koalition, mit der viele bĂŒrgerliche WĂ€hler sichtlich fremdeln. Kritiker meinen, die Union verspiele damit ihren Markenkern. Die Hessen-CDU bekommt das offenbar zu spĂŒren.

FĂŒr den „Hessentrend“ befragte Infratest dimap vom 19. bis 22. Oktober 1.185 Wahlberechtigte. Die nĂ€chste regulĂ€re Landtagswahl ist erst 2028. Zeit zum Gegensteuern bleibt also. Wenn sich der Trend aber fortsetzt, könnte die CDU in Wiesbaden bald vor einer Frage stehen, der sie lieber ausweichen wĂŒrde: Wie lange lĂ€sst sich eine Brandmauer halten, die die eigenen WĂ€hler zunehmend ablehnen?

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