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Heizöl-Schock: Deutsche drehen den Hahn zu – Verbrauch minus 38 Prozent!

Heizöl-Schock: Deutsche drehen den Hahn zu – Verbrauch minus 38 Prozent!
Symbolbild: KI-generiert

Deutschland spart Energie, aber freiwillig tut das kaum jemand. Laut einer Hochrechnung, die die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) am heutigen Mittwoch in Berlin vorgelegt hat, dürfte der Gesamtverbrauch 2026 um knapp drei Prozent unter dem Vorjahr liegen. Beim Heizöl brach der Absatz von Januar bis September sogar um mehr als 38 Prozent ein.

Die Experten aus Wirtschaftsverbänden und Forschungsinstituten nennen zwei Gründe: anhaltend hohe Energiepreise und eine schwache Konjunktur. Mit Effizienzwunder oder grünem Aufbruch hat das wenig zu tun. Hier wird aus Not gespart.

Leere Tanks statt warmer Stuben

Viele Haushalte heizen weniger und achten genauer auf jeden Liter. Nach Angaben der AGEB hätten die Verbraucher wegen der hohen Preise zuerst ihre Vorräte im Keller aufgebraucht und danach nur kleine Mengen nachgekauft. Wer bei solchen Preisen den Tank voll machen will, muss schließlich tief in die Tasche greifen.

Ausgelöst wurde der Preissprung durch den Angriff der USA und Israels auf den Iran. Daten des Vergleichsportals Fastenergy zufolge stiegen die durchschnittlichen Heizölpreise in Deutschland danach um knapp 80 Prozent. Rohöl an der Börse verteuerte sich im selben Zeitraum nur um rund 48 Prozent. Diese Lücke dürfte viele Ölheizungsbesitzer ärgern.

Dazu kommt ein politisches Ärgernis. Wie berichtet wird, gab es zwar Entlastungen für Autofahrer, aber keine für Haushalte mit Öl- oder Gasheizung. Gerade auf dem Land, wo die Ölheizung oft noch Standard ist, empfinden viele Bürger das als ungerecht.

Die Wirtschaft schwächelt, die Bilanz glänzt

Insgesamt ging der Mineralölverbrauch in den ersten neun Monaten um mehr als zwölf Prozent zurück. Die Zahlen im Überblick:

  • Diesel: minus gut neun Prozent
  • Ottokraftstoff: minus vier Prozent
  • Rohbenzin für die Chemieindustrie: minus rund fünf Prozent
  • Flugkraftstoff: minus drei Prozent

Wenn weniger Diesel getankt wird und die Chemie weniger Rohbenzin abnimmt, fahren weniger Lkw und laufen weniger Anlagen. Das ist kein Grund zum Feiern, sondern ein Krisensignal. Schon im ersten Halbjahr war der Verbrauch Berichten zufolge um rund zwei Prozent gesunken. Der Abwärtstrend hat sich also beschleunigt.

Kohle bleibt im Spiel

Die AGEB verweist außerdem auf den geringeren Mineralölabsatz und den weiter sinkenden Anteil der Braunkohle. Mehr verbraucht wurden dagegen Erdgas und Steinkohle, die zur Stromerzeugung eingesetzt wird. Nach dem Abschalten der letzten Kernkraftwerke ist das eine bemerkenswerte Entwicklung.

Grüne Zahlen, alte Realität

Für das ganze Jahr rechnet die AGEB mit knapp vier Prozent weniger energiebedingten CO2-Emissionen. Der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Energieverbrauch kletterte in den ersten neun Monaten auf 22,5 Prozent, nach 20,5 Prozent im Vorjahr. Zum ersten Mal seit zwei Jahren floss auch mehr Strom ins Ausland, als Deutschland importierte. Der Exportüberschuss lag bei 1,9 Terawattstunden.

Trotzdem sollte man die Zahlen nüchtern lesen: Öl, Gas und Kohle decken mit zusammen 75,5 Prozent weiterhin drei Viertel des Bedarfs. Der Primärenergieverbrauch lag von Januar bis September bei 10.356 Petajoule, das entspricht 2.877 Terawattstunden. Ein Teil der CO2-Einsparung geht nach Ansicht von Beobachtern schlicht auf eine Wirtschaft zurück, die weniger produziert, und auf Bürger, die im Kalten sitzen.

Was Bürger jetzt wissen sollten

Ruhe ist nicht in Sicht. Fastenergy sah den Ölmarkt Ende Oktober in einer kritischen Phase, weil eine Entscheidung der US-Regierung über das weitere Vorgehen im Iran-Krieg bevorstehe. Kommt es zu einer neuen Eskalation, könnten die Preise wieder steigen.

Teure Energie treibt die Inflation und nagt an Ersparnissen. Viele Anleger nehmen deshalb physisches Gold und Silber als Beimischung in ein breit gestreutes Vermögen auf. Die Metalle gelten seit Generationen als Schutz in Krisen, gerade dann, wenn Politik und Weltlage für Unsicherheit sorgen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Jeder Leser sollte sich selbst informieren und trifft seine Anlageentscheidungen in eigener Verantwortung.

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