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Heiz-Hammer beim Nachbarn: Wird der Winter auch für uns so teuer?

Heiz-Hammer beim Nachbarn: Wird der Winter auch für uns so teuer?
Symbolbild: KI-generiert

In Polen schlagen Wohnungsgenossenschaften schon zu Beginn der Heizsaison Alarm: Sie warnen ihre Bewohner vor drastischen Heizkosten. In einzelnen Fällen soll die Wärme mehr als die Hälfte der monatlichen Wohnkosten auffressen. Und Deutschland? Hier sind die Gaspreise zuletzt zwar etwas gesunken. Teuer bleibt Energie trotzdem.

Zettel im Treppenhaus, Wut im Vorstandsbüro

Polnischen Medienberichten zufolge hängen Genossenschaften mit Beginn der Heizperiode Spartipps in die Treppenhäuser. Eine der größten Genossenschaften in Białystok hatte schon im Februar vor „Horror-Rechnungen“ gewarnt. Im Sommer sollen aufgebrachte Mieter im zentralpolnischen Zgierz nach massiven Preiserhöhungen sogar das Büro des Vorstands gestürmt haben.

Ganz neu ist der Druck nicht. Bereits im August 2025 hatte ein Dachverband polnischer Wohnungsgenossenschaften Regierungschef Donald Tusk in einem Appell aufgefordert, bei den Fernwärmepreisen einzugreifen. Seine Klage: Frühere Schreiben seien unbeantwortet geblieben.

Schluss mit dem „Wärmeparasitismus“

Zum 1. Januar 2027 verschärft Warschau zusätzlich die Regeln. Ins Visier nimmt die Regierung den sogenannten Wärmeparasitismus. Gemeint sind Bewohner, die ihre Heizkörper zudrehen und sich von der Wärme aus den Nachbarwohnungen mitheizen lassen. Die Rechnung zahlen dann die anderen.

Künftig soll niemand seine Heizrechnung mehr durch abgedrehte Heizkörper auf nahezu null drücken können. Wie polnische Fachportale berichten, sollen folgende Neuerungen gelten:

  • Mindestgebühr: Sie orientiert sich an einer Basistemperatur von in der Regel 16 Grad. Als Bezugsgröße werden mindestens 15 Prozent der variablen Heizkosten des Gebäudes genannt. Ob diese Untergrenze tatsächlich in der Verordnung steht, ist allerdings umstritten.
  • Fernablesung: Bis Ende 2026 sollen alte Heizkostenverteiler und Zähler durch funkfähige Geräte ersetzt werden.
  • Lagefaktoren: Eckwohnungen und Wohnungen unter dem Dach sollen über Ausgleichskoeffizienten fairer abgerechnet werden.

Die Pointe kennt man auch hierzulande: Für die neuen Messgeräte sollen die Verwalter aufkommen. Am Ende dürften die Kosten aber über Rücklagen oder Betriebskosten wieder bei den Bewohnern landen. Mehr Bürokratie, und die Bürger zahlen.

Deutschland: Billiger, aber noch lange nicht billig

Ein Blick auf die Zahlen ernüchtert. Laut Statistischem Bundesamt zahlten private Haushalte im ersten Halbjahr 2026 im Schnitt 11,58 Cent je Kilowattstunde Erdgas. Das waren 5,3 Prozent weniger als im Halbjahr davor. Geholfen hat vor allem die abgeschaffte Gasspeicherumlage.

Der Vergleich mit der Zeit vor der Krise fällt jedoch bitter aus. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2021, also vor dem russischen Angriff auf die Ukraine, liegt der Gaspreis für Haushalte um 80,7 Prozent höher. Strom kostet mit 37,97 Cent je Kilowattstunde 16,4 Prozent mehr als damals. Von Entwarnung kann also keine Rede sein.

Hormus als neues Risiko

Dazu kommt ein Warnsignal: Für Unternehmen und Behörden ist Gas zuletzt um 1,8 Prozent teurer geworden. Die Statistiker sehen darin bereits erste Auswirkungen der Krise in der Straße von Hormus. Was heute die Industrie trifft, kommt erfahrungsgemäß zeitversetzt bei den Privathaushalten an.

Was bleibt dem Bürger?

Ein polnisches Szenario mit Mindestgebühren muss hierzulande niemand befürchten. Die deutsche Heizkostenverordnung schreibt längst vor, dass 50 bis 70 Prozent der Kosten nach Verbrauch und der Rest nach Fläche verteilt werden. Doch die eigentliche Botschaft aus Polen ist eine andere: Energie ist zum Dauer-Kostenfaktor geworden, und die Politik hat dem wenig entgegenzusetzen außer neuen Vorschriften.

Wer seine Ersparnisse vor steigenden Lebenshaltungskosten und schleichender Kaufkraftentwertung schützen will, braucht deshalb Substanz. Physisches Gold und Silber haben sich über Generationen als krisenfester Wertspeicher bewährt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie eine sinnvolle Absicherung sein.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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