
Heiratete sie ihren Bruder? US-Ministerin erhebt schweren Vorwurf

Es ist ein Vorwurf, der seit zehn Jahren durch die amerikanische Politik geistert – jetzt kommt er aus dem Mund eines Kabinettsmitglieds. US-Heimatschutzminister Markwayne Mullin hat erklärt, die demokratische Abgeordnete Ilhan Omar habe ihren eigenen Bruder geheiratet, um ihm die Einreise in die USA zu ermöglichen. Gesagt hat er das vergangene Woche bei einem Auftritt der Republikaner in Dallas.
Ein Satz, der in Washington einschlägt
Im Gespräch mit dem konservativen Podcaster Benny Johnson wurde Mullin Medienberichten zufolge ungewohnt deutlich: Man wisse, dass Omar ihren Bruder geheiratet habe, um ihn in die Vereinigten Staaten zu holen. Belege legte der Minister nicht vor.
Er verwies stattdessen auf laufende Ermittlungen. Diese gingen Berichten zufolge über die Ehe hinaus und beträfen auch die Frage, wie Omars Familie überhaupt in die USA gelangt sei. Sollte sich ein Betrug beweisen lassen, drohe die Abschiebung, so der Minister sinngemäß – für eine Falschangabe im Antrag gebe es kein Verfallsdatum.
Mullin, bis 2026 Senator für Oklahoma und seither Heimatschutzminister, betonte dabei, er mache die Gesetze nicht mehr, er vollziehe sie – und zwar für alle gleich. Der Grenzbeauftragte Tom Homan hatte zuvor eine laufende Untersuchung bestätigt, ebenfalls ohne Beweise zu nennen.
Die Vorgeschichte: Ein Verdacht aus dem Netz
Ilhan Omar wurde 1982 in Somalia geboren und kam 1995 mit ihrer Familie in die USA. Im Jahr 2000 erhielt sie mit 17 Jahren die Staatsbürgerschaft – nach eigener Darstellung über die Einbürgerung ihres Vaters.
2002 heiratete sie Ahmed Hirsi nach islamischem Ritus, ohne staatliche Registrierung; aus der Verbindung stammen zwei Kinder. 2008 trennte sich das Paar nach Omars Angaben. Ein Jahr später ehelichte sie den Briten Ahmed Nur Said Elmi. Die Beziehung sei bereits 2011 zu Ende gewesen, rechtlich geschieden wurde die Ehe jedoch erst 2017.
Genau hier setzt der Verdacht an. Im Wahlkampf 2016 tauchte in einem somalischen Onlineforum die Behauptung auf, Elmi sei in Wahrheit Omars Bruder – die Ehe also eine Konstruktion für den Aufenthaltstitel. Konservative Blogs griffen das auf, Donald Trump machte es populär.
Zwischen Ermittlung und Unschuldsvermutung
Bewiesen ist bis heute nichts. Omar weist die Vorwürfe seit Jahren vehement zurück. Eine Recherche des Magazins Star Tribune förderte zwar Ungereimtheiten in ihrem Lebenslauf zutage, konnte den zentralen Vorwurf aber nicht belegen. Gerichtsfest ist die Sache nie geworden.
Bemerkenswert: Im Januar 2026 scheiterte ein Antrag auf Herausgabe ihrer Einwanderungsunterlagen im zuständigen Ausschuss – mit Stimmen beider Parteien. Und selbst ein nachgewiesener Ehebetrug von 2009 dürfte an der bereits im Jahr 2000 erworbenen Staatsbürgerschaft juristisch kaum etwas ändern. Wer also, wie in manchen Onlineforen geschehen, über eine Ausbürgerung spekuliert, dürfte sich verrechnen.
Warum das auch Europa etwas angeht
Omar, gläubige Muslimin und Galionsfigur des linken „Squad“-Flügels, ist eine Reizfigur – für ihre Anhänger Symbol des Aufstiegs, für ihre Gegner Sinnbild verfehlter Einwanderungspolitik.
Aus Sicht unserer Redaktion liegt der eigentliche Sprengstoff woanders: Scheinehen und Familiennachzug sind auch in Deutschland ein politisch heikles Dauerthema, bei dem Kontrolle oft hinter Wunschdenken zurückbleibt. Wenn ein Verdacht ein Jahrzehnt lang im Raum steht, ohne aufgeklärt zu werden, verlieren Bürger das Vertrauen in den Rechtsstaat. Aufklärung wäre daher im Interesse aller – auch im Interesse von Ilhan Omar.
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