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Kettner Edelmetalle
22.01.2026
16:52 Uhr

Hamburger FDP am finanziellen Abgrund: Der tiefe Fall einer einstigen Volkspartei

Was für ein Trauerspiel sich da an der Elbe abspielt! Der Hamburger Landesverband der Freien Demokraten steht offenbar kurz vor dem finanziellen Kollaps. Ein Minus von rund 120.000 Euro gegenüber dem Haushaltsplan, geschrumpfte Rücklagen von einst 200.000 auf klägliche 60.000 Euro – die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Die Partei, die sich einst als Hüterin der wirtschaftlichen Vernunft gerierte, kann offenbar nicht einmal mehr den eigenen Laden zusammenhalten.

Aufgeblähter Apparat frisst die Substanz

Die Ursachen für das Desaster sind so banal wie bezeichnend: zu hohe Personalkosten und ein kostspieliger Parteiapparat. Während man den Bürgern jahrelang predigte, der Staat müsse sparen und effizienter werden, wirtschaftete man im eigenen Haus munter in die roten Zahlen. Der bisherige Landesschatzmeister Alexander Fröhlich von Elmbach versuchte noch zu retten, was zu retten war. Sein Sanierungskonzept sah eine Erhöhung des Mindestbeitrags um bescheidene fünf Euro auf 15 Euro vor. Doch selbst diese minimale Maßnahme scheiterte krachend an der eigenen Basis.

Die Delegierten lehnten ab – und Fröhlich von Elmbach zog die Konsequenzen. In einem Abschiedsbrief an die Mitglieder warnte er eindringlich vor einem „strukturellen Defizit" in den kommenden Jahren. Kurzfristige Notmaßnahmen wie Personaleinsparungen, Spendenakquise und das Eintreiben ausstehender Beiträge sollen nun das Schlimmste verhindern. Sogar Zahlungen an Bezirksverbände wurden gestundet – ein Offenbarungseid sondergleichen.

Die Quittung für politische Beliebigkeit

Doch wer trägt die eigentliche Verantwortung für diesen Niedergang? Die Antwort liegt auf der Hand: Es ist das jahrelange Versagen der FDP-Führung, die ihre liberalen Grundsätze auf dem Altar der Regierungsbeteiligung geopfert hat. Die Beteiligung an der unseligen Ampelkoalition, das Mittragen einer desaströsen Energiepolitik, das Umfallen beim Heizungsgesetz – all das hat die Partei ihre Glaubwürdigkeit gekostet.

Bei der Hamburger Bürgerschaftswahl 2025 erreichte die FDP gerade noch erbärmliche 2,3 Prozent – ein Absturz um fast 2,7 Prozentpunkte gegenüber 2020. Zum Vergleich: Die AfD legte im selben Zeitraum um 2,2 Prozentpunkte auf 7,5 Prozent zu. Die Wähler haben mit den Füßen abgestimmt, und die Stimmen sind nicht verloren gegangen – sie sind nur woanders gelandet.

Kreditlinie als letzter Strohhalm

Zwar verfügt der Hamburger Landesverband über eine Kreditermächtigung der Bundespartei in Höhe von 40.000 Euro, die bislang nicht genutzt wurde. Doch selbst wenn man diesen Notgroschen anzapft: Beobachter gehen davon aus, dass sich der Landesverband höchstens bis 2028 über Wasser halten kann. Ohne neue Einnahmen droht die Insolvenz – ein beispielloser Vorgang in der Geschichte der deutschen Parteienlandschaft.

„Wer mit den Grünen ins Bett geht, ist dem Untergang geweiht"

So kommentiert ein ehemaliges Parteimitglied die Entwicklung – und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Die FDP hat sich als Steigbügelhalter für eine ideologiegetriebene Politik hergegeben und zahlt nun den Preis dafür. Christian Lindner und seine Getreuen haben eine Partei mit stolzer Tradition an die Wand gefahren. Die Hamburger Misere ist dabei nur die Spitze des Eisbergs – ein Menetekel für das, was der gesamten Bundespartei noch bevorsteht.

Ein Lehrstück über politische Verantwortungslosigkeit

Was bleibt, ist die bittere Erkenntnis: Eine Partei, die ihre Prinzipien verrät, verliert am Ende alles – ihre Wähler, ihre Mitglieder und schließlich auch ihr Geld. Die FDP Hamburg ist das lebende Beispiel dafür, wie schnell politische Beliebigkeit in den Abgrund führen kann. Ob die Partei noch zu retten ist, steht in den Sternen. Eines jedoch ist gewiss: Das Vertrauen der Bürger, einmal verspielt, lässt sich nicht mit Kreditlinien zurückkaufen.

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