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14.08.2026
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Halbe Million leere Wohnungen: Im Osten bröckeln jetzt die Preise

Halbe Million leere Wohnungen: Im Osten bröckeln jetzt die Preise
Symbolbild: KI-generiert

Rund 501.000 Wohnungen stehen in Ostdeutschland leer – und in vielen Landkreisen dĂŒrfte der Wert der Immobilien in den kommenden Jahren real sinken. Das geht aus einer Auswertung von Kreisdaten des Forschungsinstituts empirica hervor, ĂŒber die die Berliner Zeitung am Mittwoch berichtete. Die 20 Kreise und kreisfreien StĂ€dte mit den höchsten Leerstandsquoten Deutschlands liegen demnach allesamt östlich der ehemaligen innerdeutschen Grenze.

Jede siebte Wohnung ohne Mieter

Spitzenreiter ist das thĂŒringische Altenburger Land: Dort ist dem Bericht zufolge fast jede siebte Wohnung unbewohnt. Es folgen Zwickau mit 12,7 Prozent, der Erzgebirgskreis mit 12,3 und der Vogtlandkreis mit 12,2 Prozent. Auch Greiz (11,8), der Saale-Orla-Kreis (11,1) und Görlitz (11,0 Prozent) liegen weit ĂŒber dem Bundesschnitt.

Zum Vergleich: Der viel zitierte marktaktive Leerstand – also sofort vermietbare Geschosswohnungen – lag bundesweit zuletzt bei rund 522.000 Einheiten oder 2,2 Prozent. Die Zahlen fĂŒr den Osten zeigen ein anderes Bild: ganze StraßenzĂŒge ohne Nachfrage, wĂ€hrend in MĂŒnchen oder Frankfurt um jede freie Wohnung gekĂ€mpft wird.

Wo der Neubaubedarf bei null liegt

Etwa 138.000 der leeren Wohneinheiten befinden sich laut der Auswertung in Ein- und ZweifamilienhĂ€usern. Auch hier fĂŒhren ostdeutsche Kreise die Liste an: der KyffhĂ€userkreis mit 8,5 Prozent, Greiz mit 8,3 und der Saale-Orla-Kreis mit 7,9 Prozent.

Der Grund ist bekannt – und politisch seit Jahrzehnten ungelöst: Menschen ziehen weg. FĂŒr 61 der 76 ostdeutschen Kreise erwartet empirica zwischen 2025 und 2029 einen BevölkerungsrĂŒckgang. In Suhl etwa stehen bereits 9,9 Prozent der Wohnungen leer, gleichzeitig soll die Einwohnerzahl um 6,3 Prozent schrumpfen. FĂŒr fĂŒnf Kreise – Eichsfeld, KyffhĂ€userkreis, Saalfeld-Rudolstadt, Saale-Orla-Kreis und Greiz – weist die Prognose einen rechnerischen Neubaubedarf von exakt null aus.

Minus 1,5 Prozent pro Jahr – jedes Jahr

Der „Postbank Wohnatlas 2026“, berechnet vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI), rechnet fĂŒr mehrere dieser Regionen bis 2035 mit real sinkenden Kaufpreisen fĂŒr Bestands-Eigentumswohnungen: zwischen 0,8 und 1,5 Prozent jĂ€hrlich. Betroffen wĂ€ren unter anderem Mansfeld-SĂŒdharz, der Vogtlandkreis, Greiz, der Erzgebirgskreis, Gera, der Salzlandkreis, Zwickau, Saalfeld-Rudolstadt, der Burgenlandkreis und der Landkreis Harz. Bundesweit prognostiziert die Studie im Schnitt dagegen ein leichtes reales Plus.

Das Institut begrĂŒndet die Entwicklung mit Demografie und Arbeitsmarkt. Sinke die Zahl der Erwerbspersonen und altere die Bevölkerung, wachse die Nachfrage nach Wohnraum langsamer oder gehe zurĂŒck – das dĂ€mpfe die realen Kaufpreise. Hinzu kommt der Erbfall-Effekt: Die Babyboomer geben ihre HĂ€user weiter.

„Wir gehen eher von einem schleichenden Angebots- und Nachfragedruck aus als von einem abrupten Überangebot.“

Beton ist eben nicht ĂŒberall Gold

Wer glaubt, Immobilien seien automatisch wertstabil, findet hier die Gegenprobe. Ein Haus lĂ€sst sich nicht umziehen. Fehlen ArbeitsplĂ€tze, Ärzte und Verkehrsanbindung, hilft auch der gĂŒnstigste Kaufpreis nichts – zumal Sanierungspflichten und Energieauflagen die Rechnung zusĂ€tzlich belasten. Leipzig, Dresden, Erfurt, Potsdam und das Berliner Umland profitieren laut HWWI weiter von Zuzug; das flache Land verliert.

Aus Sicht unserer Redaktion ist das vor allem ein Armutszeugnis fĂŒr jahrzehntelange Strukturpolitik. Milliarden flossen in Prestigeprojekte – nicht in das, was Regionen am Leben hĂ€lt: Arbeit, Infrastruktur, Perspektiven fĂŒr junge Familien. Wer Vermögen breit absichern will, sollte deshalb nicht alles auf eine Karte setzen. Physisches Gold und Silber sind mobil, weltweit handelbar und nicht an eine Postleitzahl gebunden.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen ab. Jeder Leser ist fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte sich eigenstĂ€ndig informieren.

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