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18.08.2026
08:49 Uhr
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Grünen-Spitzenkandidat teilt aus: „Schmierblätter“ und „Hetzportale“

Grünen-Spitzenkandidat teilt aus: „Schmierblätter“ und „Hetzportale“
Symbolbild: KI-generiert

Fünf Wochen vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus wird der Ton rau. Werner Graf, Spitzenkandidat von Bündnis 90/Die Grünen in der Hauptstadt, hat die Online-Medien Apollo News und Nius in einem am Montag veröffentlichten Podcast als „Propaganda-Schmierblätter“ und „Online-Hetzportale“ bezeichnet. Gewählt wird am 20. September 2026.

Ein Satz, der stockt – und ein Lachen

Die Szene im Podcast „Jung & Naiv“ hat es in sich. Graf setzt an, spricht von Aktivisten, über die dann „NIUS und Apollo“ berichteten, und bricht ab: Er wisse gerade gar nicht, welche Schimpfwörter er sagen dürfe und welche nicht. Der Gastgeber ermuntert ihn – alles, was er wolle.

„Ja, jetzt schon, aber was ist danach?“

Graf lacht dem Bericht zufolge nervös – und entscheidet sich dann doch für die Begriffe „Schmierblätter“ und „Online-Hetzportale“. Ein Politiker, der öffentlich abwägt, wie weit er verbal gegen Journalisten gehen darf: Für viele Leser dürfte genau das die eigentliche Nachricht sein.

Erst die Aktivisten, dann die Berichterstattung – und die CDU

Grafs Argumentation läuft laut dem Bericht so: Grüne Aktivisten sagten etwas, die kritisierten Portale berichteten darüber, und anschließend „springen oft rechte Politiker da mit drauf, und es ist immer wieder die CDU“. Bemerkenswert ist, was in dieser Kette fehlt: die Frage, ob die berichteten Aussagen zutreffen.

Aus Sicht unserer Redaktion offenbart das ein Muster, das sich in der deutschen Debatte seit Jahren beobachten lässt. Nicht der Inhalt steht zur Diskussion, sondern das Medium, das ihn transportiert. Kritiker sprechen hier von einem Angriff auf die Rolle unliebsamer Presse – Zustimmung dürfte Graf damit vor allem im eigenen Lager ernten.

Enteignung als Koalitionsbedingung?

Politisch bekannte sich Graf klar zu einem Bündnis mit SPD und Linken. Eine Koalition mit der CDU wolle er nicht, er strebe ein „progressives Bündnis“ an. Zugleich verteidigte er, dass die Linke in Sachsen-Anhalt einen CDU-Ministerpräsidenten mitwählen wolle, um eine AfD-Regierung zu verhindern.

Heikel wird es beim Thema Wohnen. Graf will die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne umsetzen, räumte aber offene Fragen ein. Man müsse „über diese Hürde der Vergesellschaftung drüber kommt“, sagte er sinngemäß mit Blick auf die Koalitionsbildung. Der Podcast-Host hielt ihm entgegen, im Wahlprogramm sei lediglich davon die Rede, den Volksentscheid „weiter voran treiben“ zu wollen.

Für Eigentümer, Sparer und Mittelständler ist das ein Signal, das sitzt: Wenn Enteignung zum Verhandlungsgegenstand wird, gerät der Schutz des Eigentums selbst in die politische Arena.

Das Rennen ist offen wie nie

Die jüngste Insa-Umfrage im Auftrag der „Bild“ zeigt ein extrem enges Feld:

  • CDU: 20 Prozent
  • Linke: 19 Prozent
  • AfD: 17 Prozent
  • Grüne: 16 Prozent
  • SPD: 15 Prozent

BSW und FDP scheiterten demnach an der Fünf-Prozent-Hürde. Schwarz-Rot käme nur auf 35 Prozent – Rot-Grün-Rot dagegen auf rechnerisch 50 Prozent. Die Grünen sitzen seit 2023 in der Opposition. Der Ton im Endspurt dürfte kaum freundlicher werden.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt weder eine Rechts- noch eine Anlageberatung dar. Wer Vermögen absichern möchte – etwa durch physische Edelmetalle als Beimischung –, sollte eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.

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