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17.08.2026
10:54 Uhr
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Grünen-Chef im ZDF: Ist die Hitze schuld, wenn Frauen daheim bleiben?

Grünen-Chef im ZDF: Ist die Hitze schuld, wenn Frauen daheim bleiben?
Symbolbild: KI-generiert

Im ZDF-Sommerinterview am Sonntagabend hat Grünen-Co-Chef Felix Banaszak die aktuelle Sommerhitze zum Kronzeugen seiner Klimapolitik gemacht. Aufgezeichnet wurde das Gespräch in Brandenburg an der Havel, Moderator war Wulf Schmiese. Die zentrale Botschaft: Ohne Energiewende trauten sich ältere Frauen im Sommer nicht mehr vor die Tür.

Banaszak berichtete von einer Begegnung in Sachsen-Anhalt:

„Auf einer Veranstaltung in Sachsen-Anhalt kam eine alte Frau zu mir und sagte: ,Meine Freundinnen trauen sich im Sommer nicht mehr auf die Straße. Die sitzen alleine in ihren verdunkelten Wohnungen, weil es zu heiß geworden ist´. Dafür brauchen wir die Energiewende“

Der Kanzler als Hitze-Verweigerer

Am Montagmorgen legte Banaszak im Interview mit dem Sender Welt nach – und nahm Bundeskanzler Friedrich Merz ins Visier. Merz lasse die Menschen „mit dieser Hitze alleine“, kritisierte er. Vom Regierungschef sei „kein Wort der Anteilnahme, kein Wort der Unterstützung bis heute“ gekommen.

Es ist ein Vorwurf, der viel über die Lage der Grünen verrät. Nach dem Verlust der Regierungsmacht kämpft die Partei um politische Relevanz – und Banaszak formulierte im ZDF unmissverständlich, worin er die Existenzberechtigung seiner Partei sieht: Klima- und Energiepolitik seien das eine Thema, das ohne die Grünen niemand mehr bearbeiten würde. Im Herbst stehen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern an, wo die Grünen laut Medienberichten um den Einzug in die Parlamente zittern.

Und dann kam die Rechnung mit dem Strompreis

Besonders bemerkenswert war Banaszaks Antwort auf die Frage nach den Energiekosten. Die hohen Strompreise seien nicht Folge der Energiewende, sagte er, sondern einer „insgesamt schwierigen energiepolitischen Lage“. Er verwies auf teure Gasimporte und ein Stromnetz, dessen Ausbau Milliarden verschlinge.

Nur: Genau dieser Netzausbau ist die direkte Konsequenz einer Erzeugung, die schwankt, weil Wind und Sonne sich nicht an Fahrpläne halten. Wer Strom über tausende Kilometer von Nordsee-Windparks zu süddeutschen Fabriken transportieren muss, braucht Trassen, Reserven und Regelenergie. Diesen Zusammenhang ließ der Grünen-Chef unerwähnt – ebenso wie die Option, Abhängigkeiten durch Kernkraft oder heimische Gasförderung zu verringern.

„Unsinn“ – so wischt Banaszak Industriekritik weg

Die scharfe Kritik von Evonik-Chef Christian Kullmann an der deutschen Energiepolitik nannte Banaszak schlicht „Unsinn“. Kullmann hatte Medienberichten zufolge bilanziert, die Energiewende habe rund 1.000 Milliarden Euro gekostet und im Ergebnis nichts gebracht; den Kohleausstieg 2030 halte er für unrealistisch, Kohle werde mindestens bis 2033 gebraucht.

Ein Industrieführer, dessen Werke am Strompreis hängen, wird also als Ahnungsloser abgetan. Aus Sicht unserer Redaktion ist das der eigentliche Kern des Problems: Debattiert wird über Hitzeschutzpläne und Tempolimits, während die Grundlagen des Industriestandorts erodieren.

Was Bürger daraus mitnehmen können

Für viele Menschen zählt am Ende nicht die politische Erzählung, sondern die Rechnung im Briefkasten. Deutsche Haushalte zahlen im europäischen Vergleich seit Jahren Spitzenpreise für Strom – und niemand kann seriös versprechen, dass sich das schnell ändert.

Wer sich gegen politisch verursachte Kostenschübe und Kaufkraftverluste absichern will, denkt daher in Sachwerten. Physisches Gold und Silber gelten seit Jahrhunderten als bewährte Ergänzung eines breit gestreuten Vermögens – unabhängig von Wahlkampfrhetorik und Sommerinterviews.

Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Information und keine Anlageberatung. Wir betreiben keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Leser trifft Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.

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