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18.01.2026
22:47 Uhr

Grüne Jugend im Wiederholungsmodus: Neuer Chef beschimpft Söder – und die Partei schweigt

Grüne Jugend im Wiederholungsmodus: Neuer Chef beschimpft Söder – und die Partei schweigt

Es ist ein Déjà-vu der besonderen Art, das sich derzeit in der politischen Landschaft Deutschlands abspielt. Der frisch gekürte Vorsitzende der Grünen Jugend, Luis Bobga, hat den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder in einem Rap-Video auf das Übelste beleidigt. Der Begriff „Hurensohn" fiel dabei – untermalt von einem eingeblendeten Bild des CSU-Politikers. Man reibt sich verwundert die Augen: Hatte nicht erst seine Vorgängerin Jette Nietzard Söder als „Hundesohn" tituliert? Die Grüne Jugend scheint ein ausgeprägtes Talent dafür zu besitzen, ihre Führungskräfte nach demselben fragwürdigen Muster auszuwählen.

Halbherzige Entschuldigung statt echte Reue

Die Reaktion Bobgas auf die aufkommende Kritik liest sich wie aus dem Lehrbuch moderner Politikerfloskeln. Er bedauere, dass „die Auseinandersetzung mit dem Inhalt von Herrn Söders Aussage auf der Strecke geblieben" sei. Es sei nie sein Ziel gewesen, Söder „mit dieser Beleidigung direkt anzusprechen". Eine bemerkenswerte Aussage, wenn man bedenkt, dass während des Raps ein Bild des Ministerpräsidenten eingeblendet wurde. Wen genau wollte Bobga dann ansprechen? Den Weihnachtsmann?

Der Auslöser für diese verbale Entgleisung war offenbar Söders Vorschlag, einige Bundesländer zusammenzulegen – ein durchaus diskussionswürdiger Reformansatz, der in einer funktionierenden Demokratie sachlich debattiert werden sollte. Stattdessen greift die Nachwuchsorganisation der Grünen zu Gossensprache und wundert sich anschließend über die Empörung.

CSU fordert Konsequenzen – Grüne ducken sich weg

Die Reaktionen aus Bayern ließen nicht lange auf sich warten. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann forderte unmissverständlich:

„Bobga muss sich für seine Hassrede bei Markus Söder entschuldigen und das Video löschen. Wer so etwas sagt, ist nicht länger tragbar."

Auch der CSU-Fraktionsvorsitzende Klaus Holetschek und sein Kollege von den Freien Wählern, Florian Streibl, verlangten den sofortigen Rücktritt Bobgas. Die Entgleisung sei „unglaublich und darf nicht ohne Konsequenzen bleiben".

Und die Grünen-Bundesvorsitzenden? Felix Banaszak kommentierte die Angelegenheit mit den denkwürdigen Worten: „Luis Bobga sagt, dass es ihm leidtut. Das finde ich gut und richtig." Mehr war von der Parteiführung nicht zu vernehmen. Kein Wort der Distanzierung, keine Forderung nach Konsequenzen. Man fragt sich unweigerlich, ob bei den Grünen andere Maßstäbe gelten, wenn es um verbale Ausfälle gegen politische Gegner geht.

Jugendkultur als Ausrede für Respektlosigkeit

Besonders aufschlussreich ist Bobgas Rechtfertigung für sein Verhalten. Er wolle mit seiner „Kommunikation auf Social Media junge Menschen erreichen und ihr Interesse an Politik wecken". Deutschrap sei für viele junge Menschen „Ausdrucksform und Teil ihrer Lebensrealität". Diese Argumentation offenbart ein erschreckendes Verständnis von politischer Kultur. Wenn die Grüne Jugend glaubt, dass man junge Wähler nur mit Beleidigungen und Gossensprache erreichen kann, dann zeugt dies von einer bemerkenswerten Geringschätzung der eigenen Zielgruppe.

Die Ironie der Geschichte: Bobga und seine Co-Vorsitzende Henriette Held übernahmen ihre Ämter erst im Oktober 2025 – ausdrücklich nach der Kritik an den provokanten Äußerungen ihrer Vorgängerin Nietzard. Der Wechsel sollte offensichtlich einen Neuanfang markieren. Stattdessen wiederholt sich die Geschichte in erschreckender Weise.

Ein Symptom des politischen Verfalls

Dieser Vorfall ist mehr als nur eine peinliche Entgleisung eines Nachwuchspolitikers. Er steht symptomatisch für eine politische Kultur, in der Respekt und sachliche Auseinandersetzung zunehmend durch Provokation und Beleidigung ersetzt werden. Während konservative Politiker bei weitaus geringeren Verfehlungen medial hingerichtet werden, kommt die Grüne Jugend offenbar mit einem müden Schulterzucken davon.

Die Frage, die sich stellt, ist nicht nur, ob Bobga zurücktreten sollte – sondern warum eine Partei, die sich selbst als moralische Instanz inszeniert, solches Verhalten toleriert. Die Antwort darauf sagt mehr über den Zustand der deutschen Politik aus als jedes Wahlprogramm.

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