
Grenzen fallen für Gibraltar – während Deutschland weiter kontrolliert wird
Es ist ein bemerkenswertes Schauspiel, das sich in der Nacht zum Mittwoch am südlichsten Zipfel Europas abgespielt hat: Wenige Minuten nach Mitternacht endeten die Grenzkontrollen zwischen Spanien und der britischen Exklave Gibraltar. Wer künftig auf den berühmten Felsen einreist, tut dies nun nach den Regeln des Schengen-Raums. Und als wäre die Symbolik nicht schon deutlich genug, soll der 1908 errichtete Metallzaun in den kommenden Tagen abgebaut werden. Ein Stück europäischer Geschichte, das im Reißwolf der Politik verschwindet.
Ein Abkommen, das viele Fragen offenlässt
Wie es heißt, hätten sich die Europäische Union und das Vereinigte Königreich bereits Mitte Juni auf die Kernaspekte eines Abkommens verständigt. Ziel sei es, so die offizielle Sprachregelung, die Prosperität der gesamten Region zu sichern – indem sämtliche physische Barrieren, Kontrollen und Überprüfungen von Personen und Waren zwischen Spanien und Gibraltar beseitigt würden. Gleichzeitig, so das Versprechen, sollten der Schengen-Raum sowie der EU-Binnenmarkt und die Zollunion erhalten bleiben.
Man reibt sich die Augen. Da werden Grenzen abgebaut, Zäune demontiert und Kontrollen abgeschafft – im Namen des Wohlstands. Im Bereich der Waren einigten sich die Verhandler zudem auf die Grundsätze einer künftigen Zollunion zwischen der EU und Gibraltar, inklusive enger Zusammenarbeit der Zollbehörden und dem Wegfall von Warenkontrollen.
Ein Streit, der drei Jahrhunderte alt ist
Man muss die historische Dimension kennen, um das Ganze einzuordnen. Gibraltar wird seit über 300 Jahren von den Briten kontrolliert – und Spanien erhebt seit ebenso langer Zeit unbeirrt Anspruch auf das Gebiet. Nach dem Brexit war die Grenze zu einem hochsensiblen politischen Zankapfel geworden. Nun also der große Wurf: Barrieren weg, Zaun weg, Kontrollen weg.
Während man in Gibraltar die Zäune einreißt, diskutiert man in Berlin über die Wiedereinführung von Kontrollen an den eigenen Grenzen.
Der Kontrast zur deutschen Realität
Und genau hier liegt die bittere Ironie für den deutschen Beobachter. Während im Süden Europas mit großer Geste Grenzkontrollen abgeschafft werden, ringt Deutschland mit den Folgen einer jahrelang praktizierten Politik der offenen Grenzen. Die Kriminalitätsstatistiken erreichen Rekordwerte, Messerattacken gehören mancherorts zur traurigen Tagesordnung, und die Bürger fordern mehrheitlich endlich wirksamen Schutz. Es ist eben nicht nur die Meinung unserer Redaktion, sondern die eines Großteils der Bevölkerung, dass Grenzsicherheit kein Luxus, sondern eine Kernaufgabe des Staates ist.
Man darf durchaus fragen: Warum funktioniert die Beseitigung von Grenzstreitigkeiten in einem 300 Jahre alten Konflikt scheinbar mühelos, während die deutsche Politik bei den eigenen, brennenden Fragen der inneren Sicherheit über Jahre hinweg zauderte und zögerte? Grenzen abzubauen ist einfach – die Frage ist nur, ob am Ende Wohlstand oder Kontrollverlust dabei herauskommt.
Sicherheit in unsicheren Zeiten
Wenn eines aus der ewigen Verhandlungsakrobatik der Politik zu lernen ist, dann dies: Auf staatliche Zusagen und papierne Abkommen sollte sich niemand blind verlassen. In Zeiten, in denen selbst jahrhundertealte Gewissheiten über Nacht kippen, gewinnt greifbare, physische Substanz an Bedeutung. Wer sein Vermögen krisenfest aufstellen möchte, findet in physischen Edelmetallen wie Gold und Silber seit jeher einen verlässlichen Anker – unabhängig von politischen Launen und diplomatischen Kehrtwenden.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die dargestellten Inhalte geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist angehalten, eigenständig zu recherchieren und für seine Entscheidungen selbst Verantwortung zu übernehmen.

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