
Goldprämien in Indien explodieren: Spekulanten wetten auf drastische Zollerhöhungen

Die Edelmetallmärkte in Indien erleben derzeit einen beispiellosen Aufruhr. Die Aufschläge auf Gold sind erstmals seit über einem Jahrzehnt auf mehr als 100 US-Dollar pro Unze gestiegen, während Silber sogar neue Rekordprämien verzeichnet. Was steckt hinter diesem dramatischen Preisanstieg, und welche Lehren können deutsche Anleger daraus ziehen?
Händler verlangen historische Aufschläge
Am Mittwoch verlangten indische Edelmetallhändler Aufschläge von bis zu 112 US-Dollar pro Unze über den offiziellen Inlandspreisen – ein Niveau, das zuletzt im Mai 2014 erreicht wurde. Noch vergangene Woche boten dieselben Händler Rabatte von bis zu 12 Dollar an. Diese dramatische Kehrtwende innerhalb weniger Tage verdeutlicht die Nervosität am Markt.
Bei Silber sieht die Lage nicht weniger spektakulär aus: Die Prämien schossen auf 8 US-Dollar pro Unze empor und übertrafen damit den bisherigen Höchststand von 5 Dollar aus dem Oktober deutlich. Indien, als zweitgrößter Goldkonsument und größter Silberverbraucher der Welt, steht damit im Zentrum einer bemerkenswerten Marktentwicklung.
Spekulationen auf höhere Importzölle treiben die Preise
Der Auslöser für diese Entwicklung liegt in den Erwartungen der Marktteilnehmer. Chanda Venkatesh, Geschäftsführer des Edelmetallhändlers CapsGold aus Hyderabad, bringt es auf den Punkt: Die Menschen spekulieren darauf, dass die Regierung im kommenden Haushalt die Importzölle auf Gold und Silber erhöhen könnte, um die Einfuhren zu drosseln.
Finanzministerin Nirmala Sitharaman wird am 1. Februar den Haushaltsplan für 2026/27 vorlegen. Erst im Juli 2024 hatte sie die Importzölle auf Gold und Silber von 15 auf 6 Prozent gesenkt, um den Schmuggel einzudämmen. Nun könnte diese Entscheidung revidiert werden – mit weitreichenden Folgen für den Markt.
Die Rupie unter Druck
Die indische Rupie fiel am Mittwoch auf ein Rekordtief von 91,7425 gegenüber dem US-Dollar. Dieser Währungsverfall steht in direktem Zusammenhang mit den massiven Edelmetallimporten der vergangenen Monate, die das Handelsdefizit ausgeweitet haben. Die Regierung steht unter erheblichem Druck, gegenzusteuern.
Lokale Preise erreichen Allzeithochs
Die Inlandspreise für Gold stiegen auf ein historisches Hoch von 158.339 Rupien pro 10 Gramm, während Silber auf 335.521 Rupien pro Kilogramm kletterte. Diese Rekordstände haben eine interessante Verschiebung im Kaufverhalten ausgelöst: Während die Nachfrage nach Schmuck zurückgeht, boomt das Interesse an Münzen, Barren und börsengehandelten Fonds.
„Händler mit Short-Positionen wurden ausgequetscht, als die Preise stiegen, und waren gezwungen zu kaufen, um ihre Positionen zu schließen"
So beschreibt Prithviraj Kothari, Präsident der India Bullion and Jewellers Association, die Situation am Markt. Die Angebotsseite konnte mit der Nachfrage nicht Schritt halten, was die Verkäufer in die Lage versetzt, höhere Prämien zu verlangen.
Weitere Verschärfungen drohen
Die Branche befürchtet zudem, dass die Regierung Maßnahmen ergreifen könnte, um die Bankfinanzierung einzuschränken, die Juweliere derzeit für Gold- und Silberimporte nutzen. Auch diese Sorge treibt die Prämien auf beide Metalle in die Höhe. Das indische Handelsministerium hat sich zu den Spekulationen bislang nicht geäußert.
Was bedeutet das für deutsche Anleger?
Die Entwicklungen in Indien unterstreichen einmal mehr die fundamentale Stärke von Edelmetallen als Anlageform. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und währungspolitischer Turbulenzen suchen Menschen weltweit Zuflucht in physischem Gold und Silber. Die indischen Anleger zeigen dabei ein bemerkenswertes Gespür: Sie setzen verstärkt auf Barren und Münzen statt auf Schmuck – eine Strategie, die auch hierzulande Beachtung verdient.
Während die deutsche Bundesregierung unter Friedrich Merz mit einem gigantischen 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen neue Schulden anhäuft und damit die Inflation weiter befeuert, erscheint die Beimischung physischer Edelmetalle zum Anlageportfolio als vernünftige Absicherung gegen Kaufkraftverlust. Gold und Silber haben über Jahrtausende ihren Wert bewahrt – eine Eigenschaft, die Papiergeld und politische Versprechen nicht bieten können.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.
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