
Gold-Optionshändler wetten auf astronomische Kurse – trotz historischer Korrektur

Während sich der Goldpreis nach einem beispiellosen Tageseinbruch von elf Prozent Ende Januar gerade erst bei rund 5.000 Dollar je Feinunze stabilisiert hat, setzen einige unerschütterliche Bullen bereits auf Kursziele, die selbst hartgesottene Edelmetall-Enthusiasten ins Staunen versetzen dürften. An der New Yorker Comex-Börse werden derzeit massiv sogenannte Call-Spreads auf Dezember-Kontrakte mit Ausübungspreisen zwischen 15.000 und 20.000 Dollar aufgebaut. Rund 11.000 Kontrakte haben sich bereits angesammelt – ein Signal, das man nicht ignorieren sollte.
Billige Lotterielose für die ganz große Wette
Was auf den ersten Blick wie der Fiebertraum eines Spekulanten wirkt, hat durchaus eine innere Logik. Die Strategie der Call-Spreads ermöglicht es Händlern, mit vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz von einem massiven Preisanstieg zu profitieren – freilich bei gedeckeltem Gewinnpotenzial. Aakash Doshi, globaler Leiter der Gold- und Metallstrategie bei State Street Investment Management, bezeichnete die Positionen als „billige Lotterielose". Es sei überraschend, derart viel offenes Interesse an so weit aus dem Geld liegenden Call-Spreads zu sehen, insbesondere nach der technischen Korrektur, so Doshi.
Damit die Wette aufgeht, müsste sich der Goldpreis bis zum Jahresende nahezu verdreifachen. Eine Vorstellung, die noch vor zwei Jahren als vollkommen absurd gegolten hätte. Doch wer hätte Anfang 2024 geglaubt, dass sich der Preis des gelben Edelmetalls innerhalb von nur zwei Jahren verdoppeln würde?
Die Treiber hinter dem Goldrausch
Die fundamentalen Gründe für den anhaltenden Aufwärtstrend sind so zahlreich wie beunruhigend. Geopolitische Spannungen, die unter der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump mit seinen aggressiven Zollerhöhungen – 20 Prozent auf EU-Importe, 34 Prozent auf chinesische Waren – eher zu- als abnehmen dürften, bilden das Fundament. Hinzu kommen ernsthafte Zweifel an der Unabhängigkeit der US-Notenbank Federal Reserve sowie eine zunehmende Abkehr institutioneller Investoren von Staatsanleihen und traditionellen Währungen.
Selbst die großen Investmentbanken können sich dem Sog nicht entziehen. JPMorgan prognostiziert einen Goldpreis von 8.000 Dollar bis zum Ende des Jahrzehnts – eine Einschätzung, die noch vor kurzem als gewagt gegolten hätte, angesichts der aktuellen Dynamik aber fast schon konservativ erscheint.
Volatilität als ständiger Begleiter
Wer in Gold investiert, braucht allerdings starke Nerven. Der Einbruch vom 30. Januar, als die Comex-Gold-Futures an einem einzigen Tag um elf Prozent abstürzten, war der größte Tagesverlust seit Jahrzehnten. Bereits im Oktober hatte es eine heftige Korrektur gegeben, als der Preis von knapp 4.500 Dollar auf 4.000 Dollar zurückfiel. Solche „Gap-Moves", wie Doshi sie nennt, bleiben jederzeit möglich. Die realisierte Preisvolatilität sei weiterhin hoch, auch wenn die sogenannte Call-Skew – also der Aufpreis für Wetten auf steigende Kurse gegenüber fallenden – im Februar günstiger geworden sei.
Warum physisches Gold gerade jetzt Sinn ergibt
Was lehrt uns diese Episode? Während spekulative Optionshändler auf astronomische Kursziele setzen und dabei bewusst das Risiko eines Totalverlusts ihrer Prämien in Kauf nehmen, bleibt für den besonnenen Anleger eine Erkenntnis zentral: Gold hat sich einmal mehr als das bewährt, was es seit Jahrtausenden ist – ein Anker in stürmischen Zeiten. In einer Welt, in der Regierungen Schulden in schwindelerregender Höhe aufnehmen – man denke nur an das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der neuen Bundesregierung unter Friedrich Merz, das die Inflation weiter anheizen und kommende Generationen belasten wird –, gewinnt physisches Gold als Vermögenssicherung eine Bedeutung, die kaum zu überschätzen ist.
Ob der Goldpreis tatsächlich jemals die Marke von 15.000 oder gar 20.000 Dollar erreichen wird, steht in den Sternen. Dass er langfristig weiter steigen dürfte, solange die fiskalische Disziplin der westlichen Demokratien erodiert und geopolitische Risiken zunehmen, erscheint hingegen als eine der weniger gewagten Prognosen unserer Zeit. Physische Edelmetalle als Beimischung in einem breit diversifizierten Portfolio bleiben daher eine der klügsten Entscheidungen, die ein vorausschauender Anleger treffen kann.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und spiegeln die Meinung unserer Redaktion wider. Jeder Anleger ist selbst dafür verantwortlich, eigene Recherchen durchzuführen und seine Anlageentscheidungen auf Basis seiner individuellen finanziellen Situation zu treffen. Eine Haftung für etwaige Verluste, die aus der Umsetzung der hier dargestellten Informationen entstehen, wird ausdrücklich ausgeschlossen.
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