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Kettner Edelmetalle
18.02.2026
06:49 Uhr

Gold auf dem Weg zu 6.200 Dollar: Warum das Edelmetall 2026 alle Rekorde brechen könnte

Gold auf dem Weg zu 6.200 Dollar: Warum das Edelmetall 2026 alle Rekorde brechen könnte

Während sich deutsche Sparer angesichts galoppierender Staatsschulden und einer Regierung, die mit einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen die nächsten Generationen belastet, zunehmend um ihre Kaufkraft sorgen, sendet der Goldmarkt ein unmissverständliches Signal: Das Edelmetall kennt offenbar nur eine Richtung – nach oben. Die Schweizer Großbank UBS hat ihre Prognose für den Goldpreis drastisch angehoben und sieht das gelbe Metall bis zur Jahresmitte 2026 bei 6.200 US-Dollar je Unze. Eine Zahl, die vor wenigen Jahren noch als Fantasie abgetan worden wäre.

Von 5.000 auf 6.200 Dollar – in nur sechs Wochen

Was besonders aufhorchen lässt: Noch Anfang Januar hatte die UBS ein Kursziel von 5.000 Dollar zum Ende des ersten Quartals ausgegeben. Dass die Analysten nun innerhalb weniger Wochen auf 6.200 Dollar zur Jahresmitte nachgelegt haben, ist mehr als eine kosmetische Anpassung. Es ist ein Eingeständnis, dass die fundamentalen Kräfte hinter dem Goldpreisanstieg weitaus mächtiger sind, als selbst optimistische Beobachter angenommen hatten.

Die Treiber, die UBS anführt, lesen sich wie ein Kompendium dessen, was in der globalen Wirtschafts- und Finanzordnung schiefläuft: Massive Zentralbankkäufe, explodierende Fiskaldefizite, sinkende inflationsbereinigte Realzinsen in den USA und geopolitische Risiken, die sich wie ein Schwelbrand durch den Nahen Osten, die Ukraine und die Handelsbeziehungen zwischen Washington und Peking fressen. Gold sei in diesem Umfeld kein kurzfristiges Spekulationsobjekt, sondern ein unverzichtbarer Portfoliobaustein – so die unmissverständliche Botschaft der Schweizer Banker.

Turbulenter Jahresstart als Blaupause für 2026

Der Januar 2026 war an den Rohstoffmärkten alles andere als langweilig. Politische Unsicherheiten – man denke nur an die Zollpolitik der Trump-Administration mit ihren 20 Prozent auf EU-Importe und 34 Prozent auf chinesische Waren – trieben Anleger scharenweise in sichere Häfen. Edelmetalle legten zu, Kupfer erreichte zwischenzeitlich ein Rekordniveau, und selbst der Ölpreis profitierte von Lieferunterbrechungen in den USA und Kasachstan.

Doch die UBS betrachtet diese Januarbewegungen nicht als isoliertes Strohfeuer. Vielmehr sehen die Analysten darin ein Muster, das sich 2026 immer wieder wiederholen dürfte: Kurzfristige Nachrichtenimpulse lösen heftige Ausschläge aus, die sich zwar wieder beruhigen – doch das Preisniveau bleibt danach höher als zuvor. Es ist, als würde der Goldpreis eine Treppe hinaufsteigen, bei der jede Stufe aus einer neuen Krise besteht.

Wenn die Volatilität nachlässt, übernehmen die Fundamentaldaten

Interessant ist der analytische Rahmen, den die UBS aufspannt. Die Bank argumentiert, dass gerade in Phasen nachlassender Volatilität die eigentlichen Fundamentaldaten wieder stärker den Takt vorgeben würden. Und diese Fundamentaldaten sprechen eine eindeutige Sprache: Die Nachfrage übersteigt das Angebot, Zentralbanken weltweit stocken ihre Goldreserven auf, und die fiskalische Lage der westlichen Industriestaaten verschlechtert sich zusehends.

Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass auch Deutschland mit seinem schuldenfinanzierten Infrastruktur-Sondervermögen und der im Grundgesetz verankerten Klimaneutralität bis 2045 einen Beitrag zu genau jenen Fiskaldefiziten leistet, die den Goldpreis nach oben treiben. Jeder Euro, den der Staat auf Pump ausgibt, ist letztlich ein weiteres Argument für physisches Gold als Vermögenssicherung.

Nicht nur Gold: Kupfer und Aluminium im Aufwind

Neben dem Edelmetall richtet die UBS ihren Blick auch auf Industriemetalle. Bei Kupfer und Aluminium erwarten die Analysten weitere Angebotsengpässe, die die Preise mittelfristig stützen dürften. Langfristig sehe man die Nachfrage durch strukturelle Entwicklungen wie die Elektrifizierung getragen – ein Megatrend, der auf Märkte trifft, die schlicht nicht schnell genug zusätzliche Mengen bereitstellen können.

Beim Öl verweist die Großbank auf die temporären Versorgungsstörungen im Januar sowie auf die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Die Eskalation zwischen Israel und dem Iran, die im vergangenen Jahr dramatische Ausmaße angenommen hat, bleibt ein Unsicherheitsfaktor, der jederzeit wieder aufflammen kann.

HSBC widerspricht: Volatilität bleibt

Bemerkenswert ist, dass nicht alle Großbanken die Einschätzung der UBS teilen. Die britische HSBC geht davon aus, dass die hohe Volatilität am Goldmarkt anhalten werde – ein Szenario, das zwar kurzfristig für Nervenkitzel sorgen mag, am grundsätzlichen Aufwärtstrend aber nichts ändert. Denn ob der Goldpreis nun in einer geraden Linie oder in wilden Zickzack-Bewegungen nach oben klettert – am Ende zählt die Richtung. Und die zeigt unmissverständlich nach oben.

Was bedeutet das für den deutschen Anleger?

Für den deutschen Bürger, der zusehen muss, wie seine Ersparnisse durch Inflation und eine expansive Fiskalpolitik schleichend entwertet werden, ist die Botschaft klar: Physische Edelmetalle bleiben einer der wenigen verlässlichen Anker in einer Welt, die von geopolitischen Verwerfungen, Handelsstreitigkeiten und einer beispiellosen Schuldenorgie geprägt ist. Während Aktien und andere Anlageklassen den Launen der Politik und der Notenbanken ausgeliefert sind, hat Gold über Jahrtausende bewiesen, dass es seinen Wert bewahrt – ganz gleich, welche Regierung gerade an der Macht ist und welche fiskalischen Abenteuer sie unternimmt.

Die UBS-Prognose von 6.200 Dollar zur Jahresmitte mag ambitioniert klingen. Doch wer sich die Rahmenbedingungen nüchtern vor Augen führt – explodierende Staatsschulden, geopolitische Pulverfässer, eine Weltwirtschaft im Umbruch –, der wird erkennen, dass physisches Gold als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio nicht nur sinnvoll, sondern geradezu geboten erscheint.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen spiegeln ausschließlich die Meinung unserer Redaktion wider und basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche beruhen. Wir empfehlen, vor Investitionsentscheidungen einen qualifizierten Finanzberater zu konsultieren. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der hier bereitgestellten Informationen entstehen, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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