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Kettner Edelmetalle
18.02.2026
20:38 Uhr

Gasspeicher im freien Fall: Während Deutschland friert, regiert das Prinzip Hoffnung

Es ist ein Bild, das man sich auf der Zunge zergehen lassen muss: Die deutschen Gasspeicher sind auf unter 23 Prozent gefallen – ein Minus von fast einem Drittel innerhalb von nur zwei Wochen –, die Heizsaison läuft noch bis Anfang April, und die Bundesregierung unter Friedrich Merz erklärt seelenruhig, der Markt werde es schon richten. Man fragt sich unwillkürlich: Ist das noch Gelassenheit oder bereits Fahrlässigkeit?

Rekordtiefe Füllstände – und eine Regierung im Winterschlaf

Seit Anfang Februar sind die Füllstände der deutschen Gasspeicher von knapp 32 auf zuletzt nur noch 22,99 Prozent abgestürzt. So niedrig lagen die Speicher im Februar seit mehreren Wintern nicht mehr. Besonders dramatisch stelle sich die Lage in Bayern dar, während Ostdeutschland stärker von LNG-Importen abhängig sei. Doch statt entschlossen zu handeln, setzt die Merz-Regierung weiterhin auf den Markt – jenen Markt, der offensichtlich nicht in der Lage war, die Speicher im vergangenen Sommer ausreichend zu befüllen.

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) stellte im Wirtschaftsausschuss am Dienstagabend klar, dass die Vorsorge Aufgabe der Händler bleibe. Für diesen Winter sei die Versorgung gesichert. Rund 60 Prozent der Speicherkapazitäten seien bereits vertraglich gebunden. Man arbeite an neuen Regeln, wirtschaftliche Anreize würden „neu justiert". Ob eine strategische Gasreserve aufgebaut werde, sei offen. Irgendwann. Vielleicht. Wenn es passt.

Das gefährliche Spiel mit dem Marktvertrauen

Nun mag man argumentieren, dass die Großhandelspreise für Gas zuletzt von 40 Euro pro Megawattstunde Ende Januar auf rund 30 Euro gefallen seien – was das Heizen perspektivisch günstiger machen dürfte. Doch genau hier liegt die Crux: Die niedrigen Preise erklären, warum Händler im Sommer zögerten, die Speicher zu füllen. Ein klassisches Marktversagen, das die Regierung sehenden Auges zugelassen hat. Zum Jahreswechsel wurde sogar die sogenannte Gasspeicher-Sicherheitsumlage abgeschafft – jenes Instrument, mit dem der Staat seit 2022 eigene Speicherbefüllungen finanziert hatte.

Die Logik dahinter klingt zunächst bestechend: Man wolle den Markt nicht verzerren und keine zusätzlichen Kosten über Umlagen oder Abgaben an die Verbraucher weitergeben. Doch was nützt diese Sparsamkeit, wenn im Ernstfall die Versorgungssicherheit auf dem Spiel steht? Ein Eingriff koste Geld, heißt es aus dem Ministerium. Ein ausbleibender Eingriff könne dagegen Vertrauen kosten – auf einem Markt, der stark von Erwartungen lebe. Treffender hätte man das Dilemma kaum beschreiben können.

Rufe nach einer strategischen Gasreserve werden lauter

EWE-Vorstandschef Stefan Dohler plädiert seit Jahresbeginn für eine strategische Gasreserve nach österreichischem Vorbild. Der Staat solle ausgewählte Speicherkapazitäten befüllen und nur im Notfall wieder freigeben. Der reguläre Markt bliebe im Normalfall intakt. Fehlten wirtschaftlich tragfähige Anreize zum Einspeichern und ziehe sich der Staat vollständig zurück, so warnt Dohler, bestehe das Risiko, dass Speicher vor dem kommenden Winter nicht ausreichend gefüllt seien. Eine Warnung, die man ernst nehmen sollte – zumal geopolitische Risiken keineswegs abnehmen.

Auch innerhalb der Koalition und der Opposition gehen die Signale auseinander. Der energiepolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Andreas Lenz, forderte am Mittwoch, die Prüfung einer strategischen Gasreserve „jetzt schnell" voranzutreiben. Die Grünen verlangen einen „Plan B" für den Fall, dass Marktmechanismen nicht ausreichten. Die Linke hält es für „nicht angemessen", sich allein auf Händler zu verlassen. Die SPD als Koalitionspartner sieht dagegen „keine Notwendigkeit für regulatorische Eingriffe" – warnt aber zugleich vor neuen fossilen Abhängigkeiten. Man könnte meinen, die Große Koalition sei sich nicht einmal über die Grundlagen einig.

Ein Prozent Wachstum – und eine Regierung, die so tut, als hätte sie alle Zeit der Welt

Die Gasfrage steht dabei nicht isoliert. Sie ist Symptom eines viel tiefgreifenderen Problems. Seit Anfang Mai 2025 ist die Merz-Regierung im Amt. Versprochen war ein Reformjahr: weniger Bürokratie, schnellere Verfahren, verlässliche Energie- und Arbeitskosten. Doch viele zentrale Vorhaben ziehen sich – ob beim sogenannten Heizungsgesetz, beim Bürokratieabbau oder bei der Ausgestaltung neuer Investitionsanreize. Die Umsetzung? Irgendwann. Als steckten nicht zahlreiche Industrien gerade in einer existenziellen Krise.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer rechnet für 2026 nur noch mit einem Wachstum von einem Prozent. Ein Prozent. DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov brachte es auf den Punkt: „Das ist zu wenig; unsere Wettbewerber sind dynamischer." Deutschland trete seit Jahren wirtschaftlich auf der Stelle. Und während andere Nationen handeln, investieren und wachsen, verliert die einstige Wirtschaftslokomotive Europas international an Gewicht. Immer mehr Unternehmer berichten nach Auslandsreisen, dass Deutschland in der Welt zunehmend als Nachzügler wahrgenommen werde.

Man erinnere sich: Friedrich Merz trat mit dem Versprechen an, Deutschland wieder auf Kurs zu bringen. Keine neuen Schulden, eine starke Wirtschaft, verlässliche Rahmenbedingungen. Stattdessen wurde ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen beschlossen, das kommende Generationen mit Zinszahlungen belasten wird. Die Klimaneutralität bis 2045 wurde im Grundgesetz verankert – ein ideologisches Projekt, das die Inflation weiter anfachen und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zusätzlich untergraben dürfte. Von der versprochenen Entlastung der Bürger und Unternehmen ist wenig zu spüren.

Gas ist nur das Symptom – die Krankheit heißt Entscheidungsschwäche

Wer auf Marktmechanismen setzt, braucht Vertrauen und vor allem Tempo bei den Rahmenbedingungen. Die Gasspeicherkrise besteht nicht erst seit gestern, doch die neuen Regeln kommen seit Monaten nicht. Je länger strukturelle Entscheidungen vertagt werden, desto stärker wächst der Eindruck, dass Deutschland nur redet, aber nicht handelt. Ein Land, das sich politische Vorsicht bei einem Prozent Wachstum leistet, spielt mit seiner Zukunft.

Die größere Frage lautet: Wie lange kann sich eine Volkswirtschaft, die seit Jahren stagniert, noch den Luxus des Abwartens leisten? Die Antwort darauf lässt sich nicht auf den nächsten Winter verschieben. Und sie lässt sich auch nicht mit dem Verweis auf Marktmechanismen wegdiskutieren. Deutschland braucht keine weiteren Prüfaufträge und Arbeitsgruppen. Es braucht Entscheidungen. Jetzt.

In Zeiten solcher wirtschaftlicher und energiepolitischer Unsicherheiten zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, das eigene Vermögen breit aufzustellen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt – gerade dann, wenn politische Entscheidungsträger zögern und Währungen durch Schuldenorgien unter Druck geraten. Als Beimischung in einem diversifizierten Portfolio können sie einen wichtigen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.

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