
Gasspeicher auf Rekordtief: Deutschland schlittert sehenden Auges in die nächste Energiekrise
Während die politische Klasse in Berlin sich offenbar lieber per Zoom-Konferenz über die drohende Gasmangellage austauscht, als tatsächlich zu handeln, steuert Deutschland auf eine Versorgungskrise zu, die man mit etwas mehr Weitsicht und weniger ideologischer Verblendung hätte vermeiden können. Die Bundesnetzagentur – wohlgemerkt nach wie vor unter der Leitung des Grünen-Politikers und Habeck-Vertrauten Klaus Müller – kann einen Gasmangel in diesem Winter nicht ausschließen. Man spekuliere nicht „über zukünftige Entwicklungen" und nehme „keine Prognosen" vor, heißt es von der Behörde. Eine bemerkenswert nonchalante Haltung angesichts der Tatsache, dass die Speicherfüllstände derzeit bei rund 24 Prozent liegen – ein historisch niedriger Wert.
Wirtschaftsausschuss tagt – hinter verschlossenen digitalen Türen
Am Dienstag befasste sich der Wirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestages auf Antrag der Grünen mit der prekären Gasversorgungslage. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und Netzagentur-Präsident Müller standen Rede und Antwort. Allerdings – und das ist bezeichnend für den Zustand unserer parlamentarischen Demokratie – fand die Sitzung weder öffentlich noch in Präsenz statt. Eine Zoom-Konferenz musste genügen. Die Inhalte des Gesprächs sind daher nur bruchstückhaft überliefert. Man fragt sich unwillkürlich: Warum diese Geheimniskrämerei bei einem Thema, das buchstäblich jeden Haushalt in Deutschland betrifft?
Was durchsickerte, stimmt wenig zuversichtlich. Ministerin Reiche habe betont, die Vorsorge bleibe Aufgabe der Lieferanten und Händler. Ihr Ministerium bewerte die Marktlage „deutlich besser als im Vorjahr" – eine Einschätzung, die angesichts der Fakten geradezu grotesk anmutet. Denn zur gleichen Jahreszeit im Vorjahr lagen die Speicherfüllstände fast doppelt so hoch wie heute. Wie man aus halb leeren Speichern eine bessere Lage ableitet, bleibt das Geheimnis der CDU-Ministerin.
Kein Plan B, keine strategische Reserve – dafür viel Hoffnung
Besonders alarmierend ist das offensichtliche Fehlen eines Notfallplans. Michael Kellner, einst Habecks Parlamentarischer Staatssekretär und heute energiepolitischer Sprecher der Grünen, kritisierte nach der Sitzung, dass ein „Plan B" bei der Speicherbefüllung nicht erkennbar sei. Ministerin Reiche hoffe schlicht auf den Markt. Hoffnung als Strategie – das kennt man aus der deutschen Energiepolitik der vergangenen Jahre nur allzu gut.
Während die Bundesnetzagentur selbst eine „strategische Gasreserve" zur Absicherung gegen disruptive Ereignisse begrüßen würde, tritt Reiche offenbar auf die Bremse. Allenfalls ein „absoluter Sicherheitspuffer" werde in Betracht gezogen. Ein Blick nach Österreich zeigt, wie es besser geht: Dort macht die mit Bundesmitteln finanzierte strategische Reserve rund 20 Prozent der gesamten Speicherkapazitäten aus. Deutschland hingegen fährt auf Sicht – und die Sicht wird zunehmend trüber.
Die Rechnung für den Atomausstieg
Man muss kein Energieexperte sein, um die Zusammenhänge zu erkennen. Seit der ideologisch motivierten Abschaltung der letzten deutschen Kernkraftwerke muss eine erhebliche Menge Gas zur Stromerzeugung verstromt werden. Das treibt den Verbrauch in die Höhe und leert die Speicher schneller, als sie nachgefüllt werden können. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Derzeit werden rund 3,9 Terawattstunden Gas verbraucht, während nur 3,3 Terawattstunden importiert werden. Hinzu kommen Exporte von 0,5 Terawattstunden. Die Differenz von 1,1 Terawattstunden muss täglich den Speichern entnommen werden. Bei einem Restbestand von etwa 57,5 Terawattstunden ist das eine Gleichung, die selbst mathematisch weniger Begabte beunruhigen sollte.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Infrastruktur nicht mitspielt. Ein defekter Eisbrecher verhindert derzeit die Freihaltung der Fahrrinne zu den LNG-Anlagen auf Rügen, was Gaslieferungen per Tanker verzögert. Gleichzeitig kann der österreichische Gasspeicher Haidach, der maßgeblich zur Versorgung Süddeutschlands beiträgt, aufgrund einer Störung deutlich weniger Erdgas ausspeichern. Wenn mehrere Dominosteine gleichzeitig fallen, wird aus einer angespannten Lage schnell eine Krise.
Die Verantwortung wird auf den Bürger abgewälzt
Besonders zynisch mutet die Formulierung der Bundesnetzagentur an, wonach die Entwicklung des Gasverbrauchs „maßgeblich am Verhalten der Marktteilnehmer und den Temperaturverhältnissen" hänge. Übersetzt heißt das: Wenn es kalt wird und die Bürger heizen, sind sie selbst schuld. Nicht etwa die Politik, die erst russisches Gas sanktionierte, dann die Kernkraftwerke abschaltete und es versäumte, rechtzeitig für ausreichende Reserven zu sorgen. Es ist diese Verantwortungslosigkeit, die viele Deutsche zunehmend fassungslos macht.
Dass ausgerechnet Klaus Müller, ein Grünen-Politiker und enger Vertrauter Robert Habecks, auch unter der neuen schwarz-roten Regierung die Bundesnetzagentur leitet, wirft zusätzliche Fragen auf. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte im Wahlkampf einen energiepolitischen Neuanfang versprochen. Davon ist bislang wenig zu spüren. Stattdessen scheint die neue Regierung die Fehler der Ampel-Koalition nahtlos fortzusetzen – mit dem einzigen Unterschied, dass man die Lage nun als „deutlich besser" verkauft, obwohl die Speicher nur halb so voll sind wie im Vorjahr.
Ein Weckruf, der verhallen könnte
Die drohende Gasmangellage ist mehr als ein technisches Problem. Sie ist das Symptom einer jahrelangen energiepolitischen Geisterfahrt, die mit dem überstürzten Atomausstieg begann und sich durch die Abhängigkeit von ideologisch geprägten Entscheidungen immer weiter verschärft hat. Deutschland, einst Industrienation mit einer der sichersten Energieversorgungen der Welt, diskutiert im Februar 2026 ernsthaft darüber, ob das Gas bis zum Frühjahr reicht. Das ist kein Fortschritt – das ist ein Armutszeugnis.
In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, Vermögenswerte zu besitzen, die nicht von politischen Fehlentscheidungen oder Infrastrukturproblemen abhängen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als krisenfester Wertspeicher bewährt – unabhängig davon, ob Gasspeicher voll oder leer sind, ob Eisbrecher funktionieren oder nicht. Wer sein Vermögen breit streut und dabei auf bewährte Sachwerte setzt, ist für die nächste Krise besser gewappnet als jene, die auf die Versprechungen der Politik vertrauen.

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