Kostenlose Beratung
07930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
24.02.2026
06:21 Uhr

Gasspeicher am Abgrund: Bayerns Energieversorgung steht vor dem Kollaps

Was sich derzeit in den bayerischen Gasspeichern abspielt, liest sich wie das Drehbuch einer Katastrophe in Zeitlupe. Der Speicher Wolfersberg, keine 20 Kilometer südöstlich von München gelegen, weist einen Füllstand von gerade einmal 3,6 Prozent auf. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein strategisch bedeutsamer Energiespeicher im wirtschaftsstärksten Bundesland Deutschlands ist praktisch leer. Und das mitten in einer Heizperiode, in der Meteorologen bereits vor einem erneuten Wintereinbruch im März warnen.

Historischer Tiefstand – und niemand will es gewesen sein

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Während die bayerischen Gasspeicher im Vorjahr noch bei rund 49 Prozent gefüllt gewesen seien, liege der aktuelle Gesamtfüllstand bei mageren 25,5 Prozent – weit unter den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestwerten. Für die vier großen bayerischen Anlagen in Bierwang, Breitbrunn, Inzenham-West und Wolfersberg gelte eine erhöhte Mindestfüllstandsvorgabe von 40 Prozent. Davon ist man meilenweit entfernt.

Deutschland startete die aktuelle Heizperiode mit einem Füllstand von lediglich 75 Prozent. Zum Jahresbeginn 2026 sei dieser Wert auf nur noch 57 Prozent abgesackt – satte 23 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Einen derart niedrigen Stand habe man zuletzt im Krisenwinter 2021/22 registriert, als der Ukraine-Krieg die europäische Energieversorgung in ihren Grundfesten erschütterte.

Wenn sich das Speichern von Gas schlicht nicht mehr lohnt

Die Erklärung für das Desaster ist so simpel wie erschreckend. Thomas Rupprich, Geschäftsführer der Bayernugs GmbH, die den Speicher Wolfersberg betreibt, bringt es auf den Punkt: Normalerweise würden Händler günstiges Sommergas einspeichern, um es im Winter teurer zu verkaufen. Doch die Preisunterschiede zwischen Sommer und Winter seien 2025 so gering gewesen, dass kein einziger Händler die Kapazitäten zu einem kostendeckenden Entgelt habe buchen wollen. Das Geschäftsmodell der strategischen Gasspeicherung – über Jahrzehnte ein Grundpfeiler der deutschen Energiesicherheit – funktioniert schlicht nicht mehr.

Die Konsequenz ist dramatisch: Rupprich hat die Stilllegung des Speichers Wolfersberg ab April 2027 beantragt. Und er steht damit nicht allein. Der Energiekonzern Uniper plane, den drittgrößten deutschen Gasspeicher in Breitbrunn am Chiemsee ebenfalls stillzulegen. Die Anlage, seit 1998 in Betrieb und mit einem Speichervolumen von rund einer Milliarde Kubikmetern einer der größten Porenspeicher Europas, werfe nicht mehr genug ab, um die laufenden Kosten zu decken. Auch hier sei die Stilllegung ab Ende März 2027 beantragt worden.

Die Folgen einer verfehlten Energiepolitik

Man muss kein Energieexperte sein, um zu erkennen, dass hier die Rechnung einer jahrelangen ideologiegetriebenen Energiepolitik präsentiert wird. Erst hat man Deutschland in eine beispiellose Abhängigkeit von russischem Gas manövriert, dann – nach dem Wegfall dieser Lieferungen – auf teure Flüssiggasimporte umgeschwenkt, ohne gleichzeitig die heimische Speicherinfrastruktur wirtschaftlich tragfähig zu halten. Die Abschaffung der Gasspeicherumlage zum 1. Januar 2026 könnte sich dabei als besonders fataler Fehler erweisen. Kann der freie Markt die Versorgungssicherheit tatsächlich allein gewährleisten? Die aktuellen Zahlen legen nahe: Nein, kann er nicht.

Sebastian Heinermann, Geschäftsführer der Initiative Energien Speichern (INES), die über 90 Prozent der deutschen Speicher abdecke, warnte bereits im Januar unmissverständlich: Der milde Winterverlauf habe die Lage kurzfristig entschärft, dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Speicherbefüllung vor dem Winter 2025/26 unzureichend gewesen sei. Die aktuellen Mechanismen würden die Versorgungssicherheit nicht ausreichend absichern.

Bundeswirtschaftsministerin Reiche in der Kritik

Dass ausgerechnet die Grünen nun Transparenz und eine Stellungnahme vom bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger fordern, entbehrt nicht einer gewissen Ironie – schließlich war es die grüne Energiepolitik der Vorgängerregierung, die Deutschland in diese prekäre Lage mitmanövriert hat. Dennoch trifft der Vorwurf des energiepolitischen Sprechers Martin Stümpfig an Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) einen wunden Punkt: Sie habe mit der Versorgungssicherheit „gepokert – und verloren". Es sei versäumt worden, frühzeitig Gas einzukaufen und einzuspeichern.

Die Bundesnetzagentur versucht derweil zu beruhigen: Es komme weiterhin genug Gas in Deutschland an. Doch was heißt das konkret? Laut den INES-Modellen könnten sehr kalte Wintertage weiterhin dazu führen, dass nicht genug Gas verfügbar sei. Die Folge wären massiv steigende Preise, die den Verbrauch drosseln und so Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht bringen würden. Im Klartext: Die Versorgungssicherheit wird über den Geldbeutel der Bürger reguliert. Wer sich das Heizen nicht mehr leisten kann, verbraucht eben weniger. Eine zynische Form der Marktregulierung.

Ein Weckruf für die deutsche Energiepolitik

Was wir hier erleben, ist nichts weniger als das systematische Versagen einer Energiepolitik, die über Jahre hinweg Ideologie über Pragmatismus gestellt hat. Statt in eine resiliente, diversifizierte Energieinfrastruktur zu investieren, hat man Kernkraftwerke abgeschaltet, Gasspeicher unwirtschaftlich gemacht und sich in eine Abhängigkeit von Flüssiggasimporten begeben, die Deutschland teuer zu stehen kommt – im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Stilllegung strategischer Gasspeicher in Bayern ist dabei nur das sichtbarste Symptom einer tiefgreifenden Krise. Wenn sich das Speichern von Gas für keinen Marktteilnehmer mehr rechnet, wenn gesetzliche Mindestfüllstände nicht eingehalten werden können und wenn die Antwort der Behörden lediglich darin besteht, auf milde Winter zu hoffen – dann hat dieses Land ein fundamentales Problem mit seiner Energiesicherheit. Und die Zeche zahlen, wie immer, die Bürger.

In Zeiten derartiger Unsicherheit bei der Energieversorgung und steigender Kosten für Grundbedürfnisse wie Heizung zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, das eigene Vermögen gegen Kaufkraftverlust abzusichern. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt – gerade in Krisenzeiten, wenn politische Fehlentscheidungen die wirtschaftliche Stabilität gefährden.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen