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Kettner Edelmetalle
10.07.2026
06:00 Uhr

Gaskraftwerke als „Sicherheitsgurt“: Wie Berlin die Stromkunden für die eigene Energiepolitik zahlen lässt

Es ist ein Lehrstück deutscher Energiepolitik, wie es im Buche steht: Erst schaltet man funktionierende Kraftwerke ab, dann stellt man mit Erstaunen fest, dass ohne sie das Licht auszugehen droht – und schließlich baut man neue Anlagen, die der Bürger teuer bezahlen darf. Der Bundestag hat nun grünes Licht für den Bau zahlreicher neuer Gaskraftwerke gegeben. Union und SPD feiern sich für einen Plan, der ab 2031 eine neue Umlage über die ohnehin gebeutelten Stromkunden ausschütten wird. Willkommen in der Realität der deutschen „Energiewende“.

Vom Ausstieg in die Abhängigkeit

Die Logik dahinter mutet geradezu absurd an. Man verabschiedet sich von der Kernkraft, man verabschiedet sich von der Kohle – und ausgerechnet das Gas, für dessen Import Deutschland nach dem Wegfall günstiger russischer Lieferungen mittlerweile Höchstpreise auf dem Weltmarkt zahlt, soll nun als Retter in der Not herhalten. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) verkauft das als vorausschauende Planung. Kritiker sprechen von einer Notlösung, die aus einer selbstverschuldeten Sackgasse herausführen soll.

Noch in diesem Jahr sollen Ausschreibungen für insgesamt elf Gigawatt neuer Kapazitäten beginnen. Spätestens Ende 2031 sollen diese Anlagen am Netz sein. Sie sollen einspringen, wenn bei sogenannten „Dunkelflauten“ weder Wind noch Sonne genug liefern – ein Zustand, den die Verfechter der Erneuerbaren gerne verschweigen, der in einem Industrieland wie Deutschland aber schlicht existenzbedrohend ist.

„H2-ready“ – das Feigenblatt der Klimapolitik

Damit das Gewissen der Klimaideologen beruhigt bleibt, wurde ein hübsches Schlagwort erfunden: „H2-ready“. Die neuen Kraftwerke sollen spätestens 2045 „klimaneutral“ mit Wasserstoff laufen. Man baut also heute teure Anlagen für einen Brennstoff, dessen Verfügbarkeit in ausreichender Menge und zu wettbewerbsfähigen Preisen bislang reines Wunschdenken ist. Bis dahin verbrennen sie schlicht Erdgas – mit genau jenen Emissionen, die man angeblich um jeden Preis vermeiden möchte.

„Wir brauchen den Zubau an gesicherter Leistung, es ist daher ein guter Tag für den Industrie- und Wirtschaftsstandort Deutschland“, jubelte die Chefin des Branchenverbandes BDEW.

Ein guter Tag – für wen eigentlich? Für die Energiekonzerne wie RWE, die sich über die staatlich garantierte Förderung freuen dürfen, wohl schon. Für den Stromkunden, der die Rechnung präsentiert bekommt, eher weniger.

Die Rechnung zahlt am Ende der Bürger

Denn hier kommt der Haken, den die Regierung nur allzu gern in den Fußnoten versteckt: Ab 2031 werden die Förderkosten über eine neue Umlage direkt auf die Verbraucher abgewälzt. Ursprünglich rechnete man mit ein bis drei Milliarden Euro jährlich. Doch im parlamentarischen Verfahren wurde kräftig nachgebessert – zulasten der Bürger.

So wurden die Gebotshöchstgrenzen bei den Auktionen von 173.000 auf satte 244.000 Euro je Megawatt angehoben. Nach Berechnungen von Kritikern könnten die auf die Stromkunden umgelegten Kosten damit bereits 2031 auf über vier Milliarden Euro klettern. Der sogenannte Kapazitätsmarkt, der ab 2032 entstehen soll, bezahlt Kraftwerksbetreiber übrigens dafür, dass sie Kapazitäten vorhalten, die gerade gar nicht gebraucht werden. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Der Steuerzahler finanziert Leerlauf.

Opposition warnt, doch die Koalition macht Kasse

Während Union und SPD geschlossen abstimmten, lehnte die Opposition den Entwurf ab. Die AfD warnte vor den Milliardenkosten und forderte einmal mehr die Rückkehr zur Kernkraft – jener bewährten Technologie, die uns günstigen und grundlastfähigen Strom liefern könnte, wären da nicht ideologische Scheuklappen. Ein Blick über die Grenze zeigt, wie es anders geht: Frankreich setzt weiter konsequent auf Kernenergie und plant gleich sechs neue Reaktoren. Grüne und Linke wiederum bemängelten die wachsende Gasabhängigkeit – womit sie ausnahmsweise einen wahren Kern treffen, wenn auch aus den falschen Gründen.

Ein Fazit, das nachdenklich stimmt

Was bleibt, ist ein bitterer Beigeschmack. Deutschland manövriert sich mit hohem Aufwand und noch höheren Kosten in eine Energieversorgung, die teuer, abhängig und keineswegs so „grün“ ist, wie man uns weismachen will. Der Bürger zahlt, die Konzerne kassieren, und die Politik feiert sich selbst für die Reparatur eines Schadens, den sie erst angerichtet hat.

Wer in solchen Zeiten sein Vermögen schützen möchte, tut gut daran, nicht allein auf staatlich gelenkte Papierwerte und volatile Märkte zu vertrauen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie ihren Wert bewahren – gerade dann, wenn politische Fehlentscheidungen die Kaufkraft schleichend aushöhlen. Als solide Beimischung eines breit gestreuten Portfolios bieten sie einen greifbaren Anker in unsicheren Zeiten.

Hinweis: Dieser Artikel gibt die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Wir betreiben keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Leser ist angehalten, eigenständig zu recherchieren und seine Anlageentscheidungen selbst zu treffen beziehungsweise fachkundigen Rat einzuholen. Für getroffene Entscheidungen trägt jeder Anleger die alleinige Verantwortung.

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