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Kettner Edelmetalle
13.06.2026
09:11 Uhr

Gardena im Sinkflug: Wenn deutsche Traditionsmarken nach Tschechien fliehen

Es ist eine dieser Geschichten, die das ganze Drama des Wirtschaftsstandorts Deutschland in einem einzigen Unternehmen bündeln. Noch vor wenigen Jahren träumte Gardena von Expansion, von neuen Hallen, von bis zu 600 zusätzlichen Arbeitsplätzen im beschaulichen Heuchlingen nördlich von Ulm. Heute? Streicht der Gartengeräte-Hersteller bis 2028 satte 250 Stellen in Deutschland und schickt einen Großteil seiner Produktion nach Tschechien. Aus dem Wachstumsmärchen ist ein Schrumpfungsdrama geworden.

Vom Expansionstraum zum Kahlschlag

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ursprünglich sollte das Werksgelände in Heuchlingen von rund 48.000 auf stolze 153.000 Quadratmeter erweitert werden. Hochregallager, Logistikzentrum, neue Grundstücke – alles war eingeplant, alles war angekauft. Schon 2023 hätte der Spatenstich erfolgen sollen. Doch dann kam, was in diesem Land mittlerweile mit trauriger Regelmäßigkeit kommt: nichts. Die Pläne wurden verschoben, immer wieder, bis sie nun endgültig in der Schublade verschwunden sind.

Stattdessen darf der Standort Heuchlingen, wo Schlauchkupplungen, Verbinder und Gartenbrausen im Spritzgussverfahren gefertigt werden, laut Unternehmen „wohl die Hauptlast der Verlagerung tragen“. Eine Formulierung, die in ihrer kühlen Bürokratensprache fast schon zynisch klingt für die betroffenen Familien, die nun um ihre Existenz bangen.

Tschechien lacht, Deutschland zahlt

Gardena unterhält im Nachbarland bereits drei Standorte – und genau dorthin wandert nun ein erheblicher Teil der Fertigung. Die offizielle Begründung? Man wolle „Effizienzsteigerungen erzielen und die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit sichern“. Übersetzt heißt das: In Deutschland produzieren lohnt sich schlicht nicht mehr. Wer kann es einem Konzern verdenken, wenn Energiepreise explodieren, Steuern und Abgaben jeden Unternehmer zur Verzweiflung treiben und die Bürokratie wie Mehltau über jedem Betrieb liegt?

„Die Nachfrage ist eine andere geworden.“ – Mit diesem dürren Satz fasste ein Gardena-Sprecher die Misere zusammen.

Doch ist es wirklich nur die Nachfrage? Oder ist es nicht vielmehr ein Standort, der sich systematisch selbst aus dem Wettbewerb katapultiert? Wenn ein traditionsreiches Unternehmen, das seit 1961 für deutsche Wertarbeit steht, lieber im Ausland produziert, dann ist das kein Betriebsunfall – dann ist das ein Symptom.

Die Zahlen sprechen Klartext

Die nackten Fakten untermauern die Tragödie. Bereits seit drei Jahren kämpft Gardena mit rückläufigen Umsätzen. 2025 sanken die Erlöse auf 1,04 Milliarden Euro, das operative Betriebsergebnis schrumpfte um zwei Prozent auf rund 65 Millionen Euro. Im ersten Quartal 2026 brachen die Erlöse sogar um sieben Prozent ein. Als Ursachen nennt das Unternehmen Handelszölle und geopolitische Spannungen, die auf die Konsumlaune drücken.

Betroffen sind neben Heuchlingen auch die Standorte Niederstotzingen, wo Scheren und Messer gefertigt werden, sowie Ulm, der traditionelle Montagestandort. Rund 2.200 Menschen beschäftigt Gardena hierzulande, weltweit sind es etwa 3.450 in der Gartengeräte-Division. Seit 2007 gehört die einstige Nürnberger Gründung zur schwedischen Husqvarna Group.

Ein Lehrstück über den deutschen Niedergang

Gardena ist kein Einzelfall. Es reiht sich ein in eine erschreckend lange Liste von Unternehmen, die Deutschland den Rücken kehren. Während die Politik in Berlin von 500 Milliarden Euro Sondervermögen und Klimaneutralität bis 2045 schwadroniert, packen die produzierenden Betriebe still und leise ihre Koffer. Wer soll künftig die Steuern erwirtschaften, die diese gigantischen Schuldenberge bedienen müssen, wenn die Wertschöpfung ins Ausland abfließt?

Es bräuchte endlich eine Politik, die den deutschen Mittelstand nicht erdrosselt, sondern atmen lässt. Sinkende Energiepreise, weniger Bürokratie, eine vernünftige Steuerlast – das wären die Stellschrauben, an denen man drehen müsste, statt immer neue Lasten aufzuhäufen. Doch davon ist man weit entfernt.

Was bleibt dem Bürger?

Wenn selbst solide Traditionsunternehmen ins Wanken geraten und Arbeitsplätze über Nacht ins Ausland verschwinden, dann wird einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist, das eigene Vermögen krisenfest aufzustellen. Wer sich nicht auf die Versprechen der Politik verlassen möchte, denkt zunehmend über greifbare, beständige Werte nach. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie Stürme überstehen, die Papierwerte und ganze Industrien hinwegfegen. Als solide Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen können sie ein wertvoller Anker in unsicheren Zeiten sein.

Hinweis: Die in diesem Beitrag dargestellten Einschätzungen geben die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Sie stellen ausdrücklich keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben übernehmen wir keine Gewähr.

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